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Lieber Leser,
Sie finden in dieser Rubrik Beiträge zum Thema Homocystein.
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Epigenetik: Der Einfluss von Medikamenten und Ernährung auf Genaktivität und Krankheitsrisiko
Die epigenetische Forschung bringt in rasantem Tempo neue Erkenntnisse. Epigenetische Prozesse steuern Entwicklung, Differenzierung und Krankheitsrisiken. Besonders interessant ist, wie sich epigenetische Steuerungsmechanismen auf Zivilisations- und Alterserkrankungen auswirken. Dabei stellt sich die Frage, in welchen Lebensphasen der epigenetische Beitrag zum Krankheitsrisiko erfolgt und ob er beeinflussbar ist. |
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Eine gute Versorgung mit Folat verringert bei schwangeren Epileptikerinnen das Risiko embryonaler Fehlbildungen
Antiepileptika interferieren mit dem Folatstoffwechsel und verursachen in der Langzeittherapie einen Folsäuremangel, häufig gefolgt von ansteigenden Homocysteinspiegeln [1;2]. Ein Folatmangel während der Schwangerschaft gilt als Risikofaktor für embryonale Fehlbildungen, insbesondere Neuralrohrdefekten [3]. |
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Antiepileptika interferieren mit dem B-Vitaminstoffwechsel und sind mit verstärktem Auftreten einer Hirnatrophie assoziiert
Zahlreiche Antiepileptika wie Phenobarbital, Carbamazepin oder Primidon interferieren mit dem Folatstoffwechsel [1]. Letztlich kann ein B-Vitaminmangel entstehen. Eine längerfristige, antikonvulsive Therapie ist demnach häufig mit erhöhten Homocysteinspiegeln korreliert. Hyperhomocysteinämie ist u. a. mit einem erhöhten Risiko für Hirnatrophie assoziiert. Eine aktuelle Studie [2] beschäftigt sich mit der Frage, ob Epilepsiepatienten aufgrund des erhöhten Risikos einer Hyperhomocysteinämie signifikant häufiger Anzeichen einer Hirnatrophie zeigen als Probanden der Kontrollgruppe. |
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Diabetes: Metformintherapie kann langfristig zu Vitamin-B12-Mangel führen
Das Antidiabetikum Metformin wird seit Jahren erfolgreich zur Therapie des Diabetes mellitus Typ II eingesetzt [1]. Nach den aktuellen Richtlinien gilt es als Goldstandard. Aus Kurzzeitstudien ist jedoch bekannt, dass eine Behandlung mit Metformin die Calcium-abhängige Vitamin-B12-Resorption im Dünndarm beeinträchtigt [2]. So kann sich auch bei ausreichender Vitaminzufuhr ein funktioneller B-Vitaminmangel entwickeln. De Jager et al. liefern in ihrer aktuellen Studie [3] mit einem Follow-up von 4,3 Jahren erstmals Langzeitdaten zur Beeinflussung des B12-Spiegels durch Metformin. |
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Trabekel im Visier: Folsäure- und Vitamin-B6-Mangel verändern die Knochenstruktur
In einer neuen Studie mit älteren Arthrosepatienten [1] wurde ein Zusammenhang zwischen niedrigen Folsäure- und Vitamin-B6-Spiegeln und einer verminderten Trabekel-Stärke und Anzahl in den Oberschenkelknochen festgestellt. Klinische Studien konnten zeigen, dass B-Vitaminmangel mit erhöhtem Frakturrisiko korreliert ist. Ob ein Zusammenhang zwischen Frakturrisiko und Knochendichte existiert, ist jedoch unklar. In einigen Studien wurde eine Beziehung zwischen den beiden Parametern gefunden, in anderen jedoch nicht. Allerdings wird diskutiert, ob die Festigkeit des Knochens und damit das Frakturrisiko nicht eher von der Knochenqualität also der Trabekel-Dicke, Ausrichtung und Anzahl abhängt als von der Knochendichte. |
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Neue DVO-Leitlinie Osteoporose: Ausreichende B-Vitaminzufuhr wird empfohlen
Die Autoren der neuen Osteoporose-Leitlinie der DVO [1] empfehlen eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 und Folsäure zur Osteoporoseprävention und weisen darauf hin, dass hohe Homocysteinspiegel das Risiko für osteoporotische Frakturen um das 2- bis 3-fache erhöhen [2; 3]. |
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Kurzer Überblick: Homocystein, B-Vitaminmangel und Osteoporose
Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung im höheren Lebensalter und betrifft rund 75 Millionen Menschen in Europa, den USA und Japan [1]. Die jährlichen durch Osteoporose verursachten Kosten beliefen sich in Deutschland im Jahr 2006 auf rund 1,7 Mrd. Euro [2]. Kennzeichen der Osteoporose sind eine Abnahme der Knochenmasse und Veränderungen der Mikrostruktur des Knochens. Stärkster Risikofaktor ist das Alter. Die Pathomechanismen der Osteoporose sind nur unvollständig geklärt. |
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Können Antiepileptika und Protonenpumpenhemmer das Risiko für Osteoporose erhöhen?
Epidemiologische Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Osteoporoserisiko und Medikamenten wie Antiepileptika, Protonenpumpenhemmern oder Arzneimitteln gegen Diabetes Typ II. Interessanterweise verursachen einige dieser Medikamente ebenfalls einen B-Vitaminmangel. Könnte es einen Zusammenhang geben? |
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Unfruchtbar durch Defizite im C1-Stoffwechsel?
Unfruchtbarkeit im Zusammenhang mit dem Folsäure/ Vitamin-B12-Stoffwechsel ist auch das Thema einer interdisziplinären Forschungsgruppe der LMU München. Die Gynäkologen, Reproduktions- und Labormediziner hatten im Vorfeld bei Frauen mit zwei Allelen des Polymorphismus 677T der Methylen-Tetrahydrofolat-Redukase (MTHFR) ein Problem bei der in-vitro-Fertilisation (IVF) festgestellt: Die Ovarien dieser Frauen produzierten nach Gabe der üblichen Dosis follikelstimulierenden Hormons FSH erheblich weniger Follikel bzw. Oozyten und auch weniger Östradiol als Frauen mit dem häufigeren 677C-Allel [1]. Daraus ergab sich die Frage, ob das verringerte Serum-Östradiol auf die verminderte Zahl an Follikeln zurückzuführen war oder ob Granulosa-Zellen von Frauen mit MTHFR-TT aufgrund des Polymorphismus weniger Östradiol produzieren. |
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Schwangerschaft und Embryonalentwicklung – Neues zur Rolle von Folsäure, Vitamin B12 und B6
Seit 1998 hat die Anreicherung von Grundnahrungsmitteln mit Folsäure in den USA und Kanada die Inzidenz von Neuralrohrdefekten um 26% bzw. 46% gesenkt [1; 2; 3]. Es gilt mittlerweile als gesichert, dass auch weniger Kinder mit angeborenen Herzfehlern geboren werden, wie eine neue Kanadische Studie gezeigt hat [4]. Die Zahl der Neuralrohrdefekte (NTD) ist immer noch hoch, daher suchen Wissenschaftler nach weiteren modifizierbaren Einflussfaktoren. Naheliegender Kandidat ist Vitamin B12, das im Prozess der Biosynthese des Methyl-Donors S-Adenosylmethionin (SAM; s. Abbildung) mit der Folsäure kooperiert. Kanadische Forscher überprüften deshalb den Einfluss niedriger Holotranscobalamin-Spiegel auf das Risiko für Neuralrohrdefekte nach Beginn der Folsäure-Anreicherung. Sie fanden ein 3,2fach höheres Risiko im Quartil der niedrigsten Blutspiegel gegenüber dem der höchsten [5].
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Demenz und B-Vitaminmangel: Es gibt kausale Zusammenhänge
Epidemiologische Studien lassen darauf schließen, dass rund 40% aller Alzheimer-Patienten in der Zeit vor dem Ausbrechen der Erkrankung bzw. in präklinischen Stadien hohes Plasma-Homocystein aufweisen. Außerdem schreitet bei Alzheimer-Patienten mit hohen Homocysteinspiegeln die Atrophie des Gehirns schneller voran als bei jenen mit niedrigeren Werten. Deshalb gilt unter den verfügbaren Parametern Homocystein derzeit als der stärkste Prädiktor für kognitiven Abbau und Hirnatrophie [1]. Im Oxford Healthy Aging Project (OHAP) zur Kognition im Alter hat sich gezeigt, dass der geistige Verfall bei Personen mit Homocysteinspiegeln über 20 µmol/L um 50% stärker war als bei jenen mit 10 µmol/L [3]. Zudem hat eine Studie des Oxford Project To Investigate Memory and Aging (OPTIMA) aus dem Jahr 2008 ergeben, dass ein schlechter Vitamin B12-Status mit einem Verlust an Hirnvolumen im MRT assoziiert ist [4]. |
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Lässt sich heute beeinflussen, ob wir in 30 Jahren an Demenz erkranken? Neue Studie über 35 Jahre
Schwedische Forscher um Zylberstein fanden in der kürzlich veröffentlichten "Prospective Population Study of Women in Gothenburg“ [1] heraus, dass hohe Homocysteinspiegel im mittleren Lebensalter das Risiko erhöhen, in späteren Jahren an Demenz zu erkranken. Dabei hatten Probanden im Tertil mit den höchsten Homocysteinwerten im Vergleich zum Tertil mit den niedrigsten Werten ein um 70% höheres Risiko eine Alzheimer Demenz zu entwickeln. Ein Zusammenhang zeigte sich erst nach 22 Jahren Follow-up. |
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Homocystein, Folat und Vitamin B12 bei neuropsychiatrischen Erkrankungen: Neue Empfehlungen der DACH-Liga Homocystein
Die Autoren der DACH-Liga Homocystein* empfehlen in ihrem aktuellen Konsensuspapier den Einsatz von B-Vitaminen zur Prävention von Demenz und ischämischem Schlaganfall und zur unterstützenden Behandlung von M. Parkinson und Depressionen. Zudem sollte der B-Vitaminstatus bei Epilepsie-Patienten kontrolliert werden, da viele Antikonvulsiva mit dem Vitaminstoffwechsel interferieren [1]. |
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Seitenblick auf die aktuelle Grundlagenforschung: Ein Entstehungsmechanismus der Osteoporose
Osteoporose entsteht meist aus einer unzureichenden Knochenbildung in jungen Jahren und/ oder einem beschleunigten Abbau in späterer Zeit. Der genaue Mechanismus, der die Balance zwischen Knochenauf- und Knochenabbau steuert, war bislang unklar. Wissenschaftler zeigten kürzlich, dass zwei Proteine (LAP und LIP) an dem komplizierten Regulationsprozess beteiligt sind. |
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Neues zu Osteoporose
Osteoporose tritt vor allem bei älteren Menschen auf – häufiger bei Frauen als bei Männern. In Deutschland sind 7,8 Millionen Menschen über 50 Jahren an Osteoporose erkrankt: 6,5 Millionen Frauen und 1,3 Millionen Männer [1]. Bei Osteoporose ist im Unterschied zur selteneren Osteomalazie und zur Rachitis nicht nur der Mineralgehalt des Knochens verringert sondern auch die Proteinsubstanz der Knochenmatrix, das Kollagen. |
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Gleichgewicht zwischen Vitamin B12 und Folsäure: Bei Vitamin-B12-Mangel kann zu viel Folsäure schädlich sein
Eine aktuelle Studie [1] zeigte kürzlich, dass Anämien und geistiger Abbau bei hohen Folsäure-, aber niedrigen Vitamin B12-Spiegeln fünfmal häufiger auftreten als bei normalen Vitaminspiegeln und mehr als doppelt so häufig wie bei normalem Folsäurestatus und niedrigem Vitamin B12.
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Oft vergessen: Beeinflussung des Vitaminstatus durch Arzneimittel
Arzneimittel und Vitamine begegnen sich im Organismus bei Resorption, Verteilung, Metabolisierung und Elimination. Interaktionen können sowohl die Wirkung des Arzneimittels als auch die physiologische Funktion des Vitamins stören. |
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Verringerte Kapillardichte durch Hyperhomocysteinämie als Ursache verminderter kognitiver Leistung?
Eine Reihe von epidemiologischen Studien belegt, dass ein Anstieg des Homocysteins im mikromolaren Bereich mit einem signifikant erhöhten Schlaganfallrisiko und kognitiven Dysfunktionen assoziiert ist [1]. Jedoch ist bisher unklar, ob dieser Zusammenhang durch metabolische, neurotoxische oder vaskuläre Prozesse oder durch eine Hemmung von Methylierungsreaktionen hervorgerufen wird [2]. Zwar sind all diese Möglichkeiten plausibel; einen überzeugenden in-vivo-Beweis dafür blieben die jeweiligen Verfechter allerdings bisher schuldig. |
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Bessere Sicht: B-Vitamine für die Makula lutea
In unserer alternden Gesellschaft ist die Degeneration der Sinneszellen am Gelben Fleck der Netzhaut ein immer häufiger auftretendes Problem. Der allmähliche Funktionsverlust der Zellen führt zu partieller Erblindung. Nach Schätzungen der UN sind weltweit zwischen 20 und 25 Millionen Menschen betroffen. Meistens tritt die AMD (altersbedingte Makuladegeneration) ab dem 60. Lebensjahr auf. |
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B-Vitamine senken das Krebsrisiko älterer Frauen
Durch ihr Mitwirken an DNA-Baustein-Synthese, DNA-Reparatur und Methylierung könnten Vitamin B12, B6 und Folsäure eine Rolle in der Krebs-Prävention spielen. Folsäure und Vitamin B12 agieren als Konenzyme der Umwandlung von Homocystein in Methionin, aus dem wiederum S-Adenosyl-Methionin entsteht. Die Verfügbarkeit dieses universellen Methylgruppendonors regelt in der Folge die Übertragung von Methylgruppen auf die Nukleinbase Cystein in der DNA. Die so methylierten Gene verstummen, werden also nicht mehr exprimiert. Man vermutet, dass ein Mangel an B-Vitaminen nicht nur durch einen Homocystein-Anstieg schädlich wirkt, sondern auch diesen Regulationsmechanismus stört und somit die Entstehung von Krebs wahrscheinlicher macht [1]. |
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Folsäure, Vitamin B12 und B6 verlangsamen die Progression der Atherosklerose
Hohe Plasma-Homocysteinspiegel sind mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und Demenz assoziiert. Die Intima-Media-Dicke der Karotis-Arterien (CIMT) eignet sich sehr gut für die Einschätzung des individuellen Herz-Kreislauf-Risikos. In einer neuen RKS (RKS = randomisierte kontrollierte Studie) wurde untersucht, ob eine Senkung des Homocysteinspiegels mit hochdosierten B-Vitaminen die subklinische Progression der Atherosklerose verlangsamen kann [1]. Untersuchungen der Frankfurter Universitätsklinik haben bereits in den Jahren 2006 bzw. 2007 gezeigt, dass die CIMT sehr gut mit dem späteren Auftreten von Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod korreliert [2; 3].
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85+: Homocystein bester Biomarker für das Herz-Kreislauf-Risiko
Obwohl der Framingham Risk Score ursprünglich für die Evaluation des Risikos einer Herz-Kreislauf-Erkrankung bei Personen unter 75 Jahren entwickelt wurde, wird er aufgrund des Mangels an Alternativen auch für ältere Patienten angewandt. Die klassischen Risikofaktoren, die in die Framingham’sche Risiko-Berechnung eingehen, sind Geschlecht, systolischer Blutdruck, Diabetes mellitus, Rauchen und Hypertrophie des linken Ventrikels. Seit einiger Zeit gibt es allerdings Hinweise darauf, dass das Prognose-Potential des Tests mit zunehmendem Alter abnimmt [1]. |
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HOPE-2, die Zweite: Schlaganfallrisiko doch verringert
Vor neun Jahren setzte sich eine Gruppe von Forschern zum Ziel herauszufinden, ob eine Supplementation mit Folsäure, VitaminB6 und B12 das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen senken kann. In der Hoffnung, eine große, prospektive, randomisierte Untersuchung würde Licht das Dickicht widersprüchlicher Studiendaten bringen, rekrutierte man 5522 Probanden aus Kanada, den USA, Brasilien, Westeuropa und der Slowakei und nannte das Projekt Heart Outcomes Prevention Evaluation 2 (HOPE-2). |
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„Sorry, aber das passt gerade nicht in unser Weltbild“ – Kilmer McCully und 40 Jahre Homocystein-Forschung
Vor 40 Jahren veröffentlichte der Harvard-Pathologe Kilmer McCully im American Journal of Medicine eine Hypothese zur Beteiligung von Homocystein an der Entstehung von Atherosklerose. McCully hatte 1968 entdeckt, dass Kinder mit Homocystinurie, einer erblichen Stoffwechselerkrankung, die mit beschleunigtem Wachstum, Osteoporose, häufigen Thrombosen und Augenerkrankungen einherging, häufig an atherosklerotischen Erkrankungen verstarben. Nach Tierexperimenten und Untersuchungen an menschlichem Gewebe kam er zu dem Schluss, dass erhöhtes Homocystein toxisch wirkt und auch wenn keine ererbte Homocystinurie vorliegt, die Bildung atherosklerotischer Plaques fördern kann. McCully reichte sein Manuskript ein – und es wurde ohne Änderungen veröffentlicht. Anfangs begegnete man dieser neuen Hypothese also mit großem Interesse, später jedoch mit Missachtung und Spott. |
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Homocysteinsenkung zur Primärprävention zerebrovaskulärer Erkrankungen
Wissenschaftliches Symposium, Kongress der „Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde“ (DGPPN 2008): Homocystein gilt als toxisch für Nervenzellen und Endothel. Aus neuropsychiatrischer Sicht sind vaskuläre Demenz und psychiatrische Erkrankungen in der Folge von Schlaganfall von Bedeutung.
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B-Vitaminmangel ist bei neurodegenerativen Erkrankungen wie M. Parkinson häufig
Wissenschaftliches Symposium, Kongress der „Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde“ (DGPPN 2008): Etwa ein Drittel der Patienten mit M. Parkinson haben bereits bei der Diagnose, also bevor die Therapie einsetzt, einen erhöhten Homocystein-Spiegel. Im Tierversuch konnte gezeigt werden, dass die systemische Gabe des Neurotoxins 1-Methyl-4-Phenyl-1,2,3,6-Tetrahydropyridin (MPTP) Nervenzellen der Substantia nigra schädigt und eine dem M. Parkinson ähnliche Erkrankung hervorruft. Infundiert man den Versuchstieren zusätzlich Homocystein, verstärkt sich der Zelluntergang [1].
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Alzheimer-Krankheit: Epidemiologische und pathogenetische Zusammenhänge mit dem Homocysteinstoffwechsel
Wissenschaftliches Symposium, Kongress der „Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde“ (DGPPN 2008): Wesentliche Merkmale der Alzheimer-Krankheit sind die zerebralen Ablagerungen von Beta-Amyloid (Abeta) in Form von Plaques und die Entstehung von Neurofibrillenbündeln, welche hauptsächlich aus hyperphosphoryliertem Tau-Protein bestehen. Veränderungen der Liquorkonzentration von Abeta42 und Phospho-Tau181 beginnen bereits in einem frühen Stadium der Erkrankung, also Jahrzehnte vor der klinischen Manifestation. Die Tau-Pathologie startet im Bereich des Hippocampus und breitet sich von dort über den gesamten Cortex aus. Erste klinische Zeichen treten auf, wenn dieser Prozess schon weit fortgeschritten ist.
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Bioinformatik hilft bei der Suche nach den Zusammenhängen von Alkoholismus und Depression
Es gibt eine statistisch signifikante Assoziation von Depression und Alkoholismus: Patienten mit Depression sind im Vergleich zu Kontrollgruppen mit einer bis zu siebenfach erhöhten Häufigkeit alkoholabhängig; ebenso weisen Alkoholiker eine ähnlich hohe Prävalenz für depressive Störungen auf [1]. Wie kann man nun zu neuen Modellen des gemeinsamen Mechanismus dieser beiden neuropsychiatrischen Erkrankungen kommen um sie dann experimentell und klinisch zu testen?
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Homocystein spielt eine wichtige Rolle bei Alkoholabhängigkeit
Die Vorgänge in den Nervenzellen bei Alkoholkonsum und Alkoholismus standen im Mittelpunkt eines Vortrags auf dem DGPPN-Symposium zum Homocysteinstoffwechsel bei neuropsychiatrischen und neurodegenerativen Erkrankungen Ende November 2008 in Berlin [1]. |
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Ob Rotwein oder Wodka – Homocystein steigt an bei Alkoholkonsum
Neue Studienergebnisse der Queens University in Belfast zeigen, dass der Plasma- Homocysteinspiegel bei Alkoholkonsum steigt, wenn die Remethylierung von Homocystein zu Methionin nicht optimal funktioniert. Besonders davon betroffen sind jene 10% bis 15% der Bevölkerung, die einen Polymorphismus des Gens der Reduktase tragen, welche die Synthese des Tetrahydrofolats katalysiert. Diese Folsäure-Modifikation ist an der Remethylierung des Homocysteins zu Methionin als Kosubstrat beteiligt. Die Probanden besaßen einen Genotyp der Methylentetrahydrofolat-Reduktase(MTHFR) mit einer gegenüber dem Wildtyp bis zu 30% verminderten Enzymaktivität. Allerdings interessierten sich die Wissenschaftler in dieser Studie hauptsächlich dafür, ob die „Darreichungsform“ des Alkohols – verdünnt oder konzentriert, in Wein oder Schnaps eine Rolle spielt. |
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Homocystein und M. Alzheimer: Metaanalyse von 12 Studien
Die Ernährung, insbesondere die Vitaminversorgung, spielt eine Rolle bei der Entstehung von kognitiven Defiziten. Nach den Ergebnissen zahlreicher epidemiologischer Studien ist Hyperhomocysteinämie mit Demenz assoziiert. Auch niedrige Blutspiegel von Folsäure, Vitamin B12 und B6 stehen mit Demenz in Zusammenhang.
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Framingham: Zusammenhang zwischen Homocystein und Hirnalterung
In einer neuen Untersuchung der Framingham-Studie, in der das bildgebende Verfahren der Magnetresonanz-Tomografie (MRT) zur Untersuchung des Gehirns zum Einsatz kam, wurde der Zusammenhang zwischen Homocysteinspiegel und subklinischen Gehirnschäden untersucht [1]. Dabei stellte sich heraus, dass hohes Homocystein mit kleinerem Gehirnvolumen und stillen Hirninfarkten assoziiert ist. Aus ihren Daten schließen die Autoren, dass der Assoziation von Homocystein und Gehirnalterung sowohl zelluläre als auch vaskuläre Mechanismen zugrunde liegen. |
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Niedriger Vitamin-B12-Spiegel mit Rückgang des Gehirnvolumens assoziiert
Eine aktuelle Studie der University of Oxford [1] zeigt, dass ein niedriger Vitamin-B12 –Spiegel in engem Zusammenhang mit dem Verlust von Hirnsubstanz bei älteren Menschen steht. Die fünfjährige Follow-up-Studie wertete in einjährigen Intervallen die Daten von 107 Freiwilligen zwischen 61 und 87 Jahren aus. Mit Hilfe von CAMOG-Test (Cambridge Mental Disorders of the Elderly Examination) und ‚Mini-Mental State Examination‘ wurde sichergestellt, dass die Probanden zu Studienbeginn keine kognitiven Defizite aufwiesen. |
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Vitamin-B12-Mangel oft nicht erkannt: Bestimmungsmethode vermittelt trügerische Sicherheit
Im Frühjahr wurde eine kanadische Kasuistik publiziert, anhand derer sich der komplexe Stoffwechsel von Folsäure und Vitamin B12 auf anschauliche Weise beschreiben lässt [1]. Ein 21jähriger kanadischer Student hatte zunächst eine Unterschenkel-Thrombose unklarer Ätiologie und drei Monate später Konzentrationsschwäche, zunehmende Ganginstabilität und Parästhesien in den Füßen. In der neurologischen Untersuchung zeigten sich Spasmen der Beinmuskulatur sowie Babinski-Zeichen und ein positiver Romberg-Test. Im Kernspin des Gehirns waren bereits erste atrophische Veränderungen erkennbar. Auf die Frage wie er sich ernähre, erklärte der junge Mann, dass er außer Brot, Zerealien ohne Milch und Kartoffeln in Form von Pommes frites nichts esse. Die Blutuntersuchung ergab eine Makrozytose (MCV 108 fl) und Hyperhomocysteinämie (88µmol/L). Der Gesamt-Vitamin B12-Spiegel war mit 55 pmol/L extrem erniedrigt.
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Wieder eine Antwort auf eine Frage, die heute niemand mehr stellen würde: Neue Studie zu Alzheimer-Demenz
Wieder gibt es eine neue Interventionsstudie mit B-Vitaminen. Diesmal geht es um Patienten mit milder bis moderater Alzheimer-Demenz, die allerdings normale Vitamin B12-, Folsäure- und Homocystein-Werte hatten. Es gelang in der Placebo kontrollierte Doppelblind-Studie nicht, den kognitiven Abbau durch durch zusätzliche B-Vitamine zu verringern [1]. |
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EDITH Studie: Hyperhomocysteinämie und niedrige Vitamin B-Spiegel sind mit VTE assoziiert
In der Fall-Kontroll-Studie mit hospitalisierten VTE-Patienten und ebenfalls hospitalisierten Kontrollpersonen sollten Zusammenhänge zwischen dem Homocystein-Spiegel und venösen Thromboembolien ermittelt werden. Dabei wurde der MTHFR-Genotyp berücksichtigt und Homocystein- sowie Vitamin-B-Bestimmungen ausgewertet [1]. |
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Niedrige Vitamin B12-Spiegel erhöhen das VTE-Risiko vor allem bei älteren Männern
Nach wie vor ist unklar, ob Homocystein per se ein Risikofaktor für venöse Thromboembolien (VTE) ist, oder ob die Methylierungs- oder Transsulfurierungseffizienz mit dem Risiko assoziiert sind. In einer Studie aus 2003 zeigte sich, dass niedrige Vitamin B12-Konzentrationen bei älteren Patienten ein eigenständiger Risikofaktor für venöse Thromboembolien sein könnten [1]. Um dieses Ergebnis zu überprüfen, wurde eine Fall-Kontroll-Studie mit 101 Patienten mit VTE und 101 Kontrollpersonen durchgeführt [2].
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HUNT-2-Studie: Zusammenhang zwischen Homocystein und VTE bei hohen Homocysteinspiegeln
In der Fall-Kohorten-Studie [1] sollte untersucht werden, ob es einen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Homocysteinspiegel und dem Risiko einer späteren ersten Venenthrombose gibt. Auch das VTE-Risiko von Personen mit dem Methylentetrahydrofolat-Reduktase-Genotyp C677T wurde untersucht. Der häufig vorkommende Polymorphismus bewirkt eine moderate Erhöhung des Homocysteinspiegels im Plasma, da die Aktivität dieser thermolabilen Enzymvariante Variante erniedrigt ist. |
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Übersicht: Venenthrombose und VTE-Risiko durch erhöhte Homocysteinspiegel
Venöse Thromboembolien (VTE) gehören zu den klassischen Volksleiden. VTE ist die dritthäufigste akute Herz-Kreislauferkrankung nach der koronaren Herzerkrankung und dem ischämischen Schlaganfall. Bei einem von 1000 Bundesbürgern wird pro Jahr eine VTE-Neuerkrankung festgestellt. Venenthrombosen treten am häufigsten in den Bein- bzw. Beckenvenen auf. |
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Kasuistik: Pommes ohne alles schädigen Venen und Nerven
Ein 21jähriger kanadischer Student wurde wegen einer Unterschenkelthrombose in die Universitätsklinik von Toronto eingeliefert. Gerinnungsfaktoren, Thrombozytenzahl und Nierenfunktion waren normal. Protein C, Protein S, Antithrombin III und Anticardiolipin-Antikörper waren ebenfalls unauffällig. Ein ererbtes Risiko für Thrombophilie, wie etwa die Faktor-V-Leiden-Mutation oder entsprechende Faktor-2-Varianten bestand nicht. Der junge Mann bekam eine antikoagulative Therapie und wurde entlassen. |
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Postmenopause: Folat-Mangel ist mit einer Verringerung der Wirbelsäulen-Knochendichte verknüpft
117 Frauen im Alter zwischen 47 und 48 Jahren wurden in die kleine italienische Studie eingeschlossen [1]. Zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Studien („Baseline“) wurden Folat, Vitamin B12, Homocystein und die Knochendichte der Wirbelsäule bestimmt. Nach 5 Jahren konnte eine zweite Knochendichtemessung bei 73 der 117 Frauen durchgeführt werden. |
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Geringe Vitamin B6-Aufnahme steht mit erhöhtem Frakturrisiko in Zusammenhang
Die Rotterdam-Studie ist eine prospektive Kohortenstudie deren Teilnehmer aus einer Vorstadt von Rotterdam (Ommoord) stammen. Eingeschlossen wurden Personen, die 55 Jahre und älter sind [1]. Ziel der Studie ist es, in dieser Altersgruppe die Determinanten von Krankheitsentstehung und Progression zu erforschen. Die Studie soll dazu beitragen, die Ursachen von Alterserkrankungen besser zu verstehen und Empfehlungen für die Intervention zu erarbeiten. Dabei sind Krankheitszustände von Interesse, die besonders stark mit der Lebensqualität älterer Menschen interferieren. Fokus sind Neurogeriatrie, Augen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krankheiten des Bewegungsapparats. |
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Frakturrisiko und Abbau der Knochensubstanz ist mit niedrigen B-Vitaminspiegeln assoziiert
Die Framingham-Studie dokumentiert die Gesundheitsentwicklung der Bewohner der Gemeinde Framingham in Massachusetts, USA. Sie startete bereits im Jahr 1948, ursprünglich um Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen zu ermitteln und zu bewerten. Die Gemeinde liefert seitdem wertvolle Daten zu den Risiken für Zivilisations- und Alterserkrankungen. 2/3 der Haushalte in Framingham, das waren anfangs 5200 Männer und Frauen zwischen 28 und 62 Jahren, werden seitdem halbjährlich untersucht. Mittlerweile beteiligt sich die dritte Generation an dem Projekt. |
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Erhöhtes Osteoporose-Risiko: Ist Homocystein an der Pathogenese beteiligt?
Das Modell für die Folgen einer erworbenen Hyperhomocysteinämie ist die Homocystinurie, ein erblicher Defekt der Cystathionin-β-Synthase. Bei dieser Erkrankung ist der Abbau von Homocystein zu Cystein blockiert. Außerdem sind Biosynthesen stark beeinträchtigt, die auf den Methylierungszyklus angewiesen sind, weil die Methyltransferasen durch hohe Konzentrationen von S-Adenosyl-Homocystein gehemmt werden (s. Grafik). Klinisch manifestiert sich die Erkrankung durch eine verzögerte körperliche und geistige Entwicklung, psychische Störungen, Osteoporose und Knochendeformationen sowie bereits im Jugendalter auftretende Herz-Kreislauferkrankungen. |
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Studie des Deutschen Instituts für Ernährung: Schlaganfallrisiko bei kombiniertem Folsäure- und Vitamin-B-12-Mangel erhöht
Es existieren nur wenige prospektive Studien zum Zusammenhang von B-Vitaminstatus und Schlaganfallrisiko. Nun hat eine deutsche Forschergruppe am Potsdamer Institut für Ernährungsforschung dazu neue Daten publiziert. Sie untersuchten den Effekt des Folsläure-, Vitamin B12- und Pyridoxalphosphat-Spiegels einzeln und in Kombination auf das Risiko für transitorische ischämische Attacken (TIA) und Schlaganfall. |
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Medikamente und B-Vitaminstoffwechsel: Psychopharmakotherapie
Kasuistik: Ein 42-jähriger Patient mit Depression, der seit 2 Jahren mit täglich 20 mg Fluoxetin behandelt worden ist, suchte wegen Schlafstörungen seinen Hausarzt auf. Er bat um die Verordnung eines Schlafmittels und begründete das mit der Sorge, andernfalls nicht mehr arbeiten zu können. |
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Medikamente und B-Vitaminstoffwechsel: Behandlung von Epilepsie
Bei Epileptikern findet man überdurchschnittlich häufig erhöhte Homocysteinspiegel [1]. Einige der Nebenwirkungen von Antiepileptika wie z. B. Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Konzentrationsstörungen sowie kognitive Störungen, Blutbildveränderungen und ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko für Kinder von Epileptikerinnen lassen den Schluss zu, dass die Epilepsie bzw. ihre Behandlung einige Stoffwechselaktivitäten der B-Vitamine Folsäure, Vitamin B12 und B6 stören kann. |
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Hyperhomocysteinämie bei neurologischen Erkrankungen:
Aktuelle Empfehlungen
Empfehlungen für die Primär- und Sekundärprävention bei neuropsychiatrischen Erkrankungen |
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Homocystein und Demenz – ein kausaler Zusammenhang
Hyperhomocysteinämie erhöht das Risiko sowohl für Herz-Kreislauf- als auch für neurodegenerative Erkrankungen. Die pathophysiologischen Mechanismen sind weder in Hinblick auf die Gefäße, noch das Nervensystem abschließend geklärt. Zwei Forschungsgruppen haben nun festgestellt dass die Regulation des Tau-Proteins bei Hyperhomocysteinämie gestört ist. Hyperphosphoryliertes Tau wird mit der Pathogenese von Alzheimer-Demenz in Verbindung gebracht. Ursache ist vermutlich die gestörte Aktivierung einer Phosphatase. |
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Verzögerung des altersbedingten Hörverlusts durch Folsäure
Eine große Studie aus den Niederlanden [1] untersucht die Wirkung von Homocystein und B-Vitaminen auf Gehirnleistung und das Herz-Kreislaufsystem im Prozess des Alterns. Offenbar kann eine Behandlung mit Folsäure die Entwicklung altersbedingter Schwerhörigkeit verzögern. |
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WHI-Studie: Mehr Hüftfrakturen bei Hyperhomocysteinämie
Schlechte Nierenfunktion ist gekennzeichnet durch eine erhöhte Inzidenz von Hüftfrakturen. Meryl S. LeBoff, Endokrinologin am Brigham and Women’s Hospital, Boston, berichtete in Saarbrücken über eine Untersuchung der Womans Health Initiative (WHI) [1]. Ziel der WHI-Untersuchung war, die Beziehung zwischen Homocysteinspiegel und der Inzidenz von Hüftfrakturen zu untersuchen. Als Marker für die Nierenfunktion wurde Cystatin-C verwendet.
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Kohortenstudien: Hohes Homocystein – um 90% erhöhtes Frakturrisiko
Große Kohortenstudien zu altersabhängiger Osteoporose im Zusammenhang mit Hyperhomocysteinämie sind die Rotterdam-, Amsterdam- und die Framingham-Studie (Tabelle). In den Erhebungen aus den Niederlanden kam es zu 191 Hüftfrakturen in 11.253 Personen-Jahren [1]. Das Frakturrisiko war in allen Kohorten ähnlich hoch. In der Quartile mit den höchsten Homocysteinwerten (Quartile 4) war das Frakturrisiko um 90% höher als in Quartile 1. Diese Beziehung war unabhängig von der Knochendichte und anderen Risikofaktoren für Osteoporose.
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Knochenstoffwechsel und Osteoporose
Ab dem 45. Lebensjahr verringert sich die Knochenmasse bei etwa der Hälfte der Frauen. Um die 30% entwickeln postmenopausal eine Osteoporose. Bei Männern tritt die Erkrankung meist erst jenseits der 60 auf. Östrogen- bzw. Testosteronmangel ist die Ursache, aber Vitamin D- und Calcium-Defizite sowie systemische Glukokortikoid-Therapien können die Krankheit zusätzlich begünstigen. Häufig ist Osteoporose vermeidbar, gehört also in die Präventionsberatung. Für die Beratung von Frauen ist wichtig, dass die Prävention bereits in der Perimenopause beginnen sollte, denn in den ersten Jahren nimmt die Knochendichte besonders schnell ab.
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Primärprävention von Alterserkrankungen
Wenn sich körperliche und geistige Leistungsfähigkeit der längeren Lebensarbeitszeit anpassen sollen, sind neue Vorsorge-Konzepte gefragt. Für den Beginn einer langfristigen Prävention von Alterserkrankungen sind wahrscheinlich die „mittleren Jahre“ die richtige Zeit. Wenn man voraussetzt, dass die meisten Alterserkrankungen pathophysiologisch zwischen dem 40sten und 50sten Lebensjahr beginnen und die Prävention spätestens dann auch einsetzen sollte, sind randomisierte placebokontrollierte Interventionsstudien mit harten Endpunkten praktisch kaum durchführbar. Die Zeitskalen sind viel zu lang. Deshalb tut sich die „evidence based medicine“ mit der Langzeitprävention schwer. Somit gibt es auch keine Leitlinie oder anerkannte Rationale für eine Präventionsstrategie. Durch Vernetzen der verfügbaren Informationen, wie epidemiologischen Daten aus Kohortenstudien, Mechanismen der Krankheitsentstehung und der Biochemie von Vitaminwirkungen lässt sich jedoch ein biologisch plausibles Konzept entwickeln. |
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Biomarker für Geburtsdefekte: Die „National Birth Defects Prevention Study“
Charlotte Ann Hobbs, University of Arkansas, Little Rock, USA, berichtete von den Fortschritten der „National Birth Defects Prevention Study“, einem Projekt zur Erforschung der Ursachen von Fehlbildungen. In den USA werden etwa 3% der lebend geborenen Kinder mit Geburtsdefekten geboren. Außerdem sind Fehlbildungen für einen großen Teil der Aborte und Totgeburten verantwortlich. Wahrscheinlich wirken spezielle Kombinationen von Ernährung, Metabolismus, genetischen Faktoren und Lebensgewohnheiten der Mutter bei der Entstehung von Fehlbildungen zusammen. Solche Muster sollen in der Studie identifiziert werden. |
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Aktuelle Forschung: Wie beeinflussen Methylierungen die Neurulation?
Henk J. Blom, Radboud University Medical Centre Nijmegen, Niederlande, stellte neue, noch nicht publizierte Daten zur Wirkung von Homocystein und spezifischen Hemmstoffen des Methylierungszyklus auf den Prozess der Neurulation vor. Dazu untersuchte er Hühnerembryonen, deren Entwicklung sich in der Petrischale direkt verfolgen und über das Kulturmedium beeinflussen lässt. Blom zeigte, dass hohe Homocysteinkonzentrationen zu einem Anstieg von S-Adenosyl-Homocystein (SAH) führen. Das verursacht dann einen „Rückstau“ im Methylierungszyklus, der die vom S-Adenosyl-Methionin (SAM) ausgehenden Methylierungs-Reaktionen blockiert (s. Abbildung 1). Diese Produkthemmung der SAH-Hydrolase und der Methyltransferasen führt auch zu einer Verringerung von SAM. Im Hühner-Embryo-Modell verzögert die Zugabe von Homocystein die Bildung des Neuralrohrs. |
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C1-Stoffwechsel in Zellteilung und Entwicklung
Im Methylierungszyklus werden die Substrate dafür geschaffen, dass Zellen sich teilen, Nerven sich entwickeln und ihre Signale weiterleiten können. Auch an Genregulation und -reparatur ist dieser Zyklus beteiligt. Die Substrate für die Methylierungen sind Tetrahydrofolat bzw. 5'10'-Methylen-THF und S-Adenosyl-Methionin (SAM). SAM bedient als universeller Methylgruppendonator z. B. die Methyltransferasen, die an der Synthese von Zellmembran-Phospholipiden, Myelinscheiden und 5-Methyl-Cytosin in der DNA beteiligt sind. |
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Reproduktionsmedizin: Fehlbildungen aufgrund von B-Vitaminmangel/ Die Rolle der B-Vitamine in der Embryonalentwicklung
Es ist seit langem bekannt, dass Folsäuremangel in der Frühschwangerschaft den Verschluss des embryonalen Neuralrohrs behindern kann. Neben den daraus entstehenden Entwicklungsstörungen wie Spina bifida und Anenzephalie werden auch Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten, Herzfehler und Fehlbildungen der Harnwege mit Folsäuremangel in Zusammenhang gebracht. In neuen Untersuchungen wurde deutlich, dass dabei auch Vitamin B12-Mangel eine wichtige Rolle spielt. Neuralrohrdefekte haben die USA und Kanada veranlasst, die Anreicherung von Getreideprodukten mit Folsäure gesetzlich vorzuschreiben. |
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Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen: Neue Daten erhellen alte Studienergebnisse
Folsäure, Vitamin B12 und B6 sind kostengünstig und haben großes Potential in der Prävention von Alterserkrankungen. Für unser angeschlagenes Gesundheitssystem wäre es heilsam, B-Vitamine zur Prävention teurer Alterserkrankungen besser zu nutzen. In den letzten Jahren ist die präventivmedizinische Wirksamkeit der Vitamine zumindest in Hinblick auf Herzinfarkt und Schlaganfall in Zweifel gezogen worden. „Diese Studiendaten wurden allerdings falsch und unkritisch interpretiert“, so das Ergebnis der Diskussion nach der Herz-Kreislauf-Session des Homocystein-Kongresses. Eine neue Metaanalyse stützt diese Schlussfolgerung [1]. |
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Folsäure bessert Endothelfunktion nach Myokard-Infarkt
Das Ziel der neuen Studie zu endothelialer Dysfunktion [1] war es, die Wirkung hoher Dosen (10 mg/ Tag) Folsäure in der subakuten Phase nach dem Herzinfarkt zu testen. Das Design war das einer randomisierten, doppelblinden und Placebo kontrollierten „cross over“-Studie. |
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Folsäure bessert endotheliale Dysfunktion bei Diabetikern
In gesunden Gefäßen geben die Endothelzellen kontinuierlich Stickstoffmonoxid (NO) ab, das in der glatten Gefäßmuskulatur für einen niedrigen arteriellen Ruhetonus sorgt. Bei endothelialer Dysfunktion ist die NO-vermittelte Dilatation der Arterien gestört. Endotheliale Dysfunktion gilt als Früh- oder Vorstadium von Atherosklerose. |
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Studie zu Morbus Crohn: Bei Hyperhomocysteinämie besteht hohes Osteoporose-Risiko
Bei Patienten mit Morbus Crohn tritt Osteoporose sehr häufig auf. In einer französischen Studie [1] wurde der Zusammenhang zwischen Homocysteinspiegel und Knochendichte bzw. Auftreten von Frakturen untersucht. 92 Patienten nahmen an der Studie teil. Bei Einschluss wurde eine Knochendichte-Messung durchgeführt. |
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Osteoporose: Rolle von Homocystein und Wirkung von B-Vitaminen
Die Idee, dass Defizite an Folsäure, Vitamin B12 und B6 an der Entstehung von Osteoporose beteiligt sein könnten, resultierte aus der Symptomatik der Homocystinurie, einem genetisch bedingten Enzymdefekt der Cystathionin-beta-Synthase. Bei dieser Erkrankung sind der Abbau von Homocystein oder die Funktion des Methylierungszyklus beeinträchtigt. Deshalb verlaufen körperliche und geistige Entwicklung bei Homocystinurie-Patienten langsam. Bereits im Jugendalter treten Venenthrombosen, Atherosklerose, Osteoporose und Knochendeformationen auf. Die Patienten werden unbehandelt im Mittel nur 30 Jahre alt. Herzinfarkt und Schlaganfall sind häufige Todesursachen.
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Erforschung des Alterns: Ist Homocystein ein "Zahn der Zeit"?
Alternsforscher suchen die Ursachen des Alterns im Stoffwechsel und in den Genen. Bei den Genen werden sie zuerst in jenen fündig, die aufgrund einer Mutation nicht funktionieren. Genetische Erkrankungen, die sich auf den Alterungsprozess auswirken, sind der Schlüssel zu einer Beeinflussung des normalen Alterns und zur Prävention der damit verbundenen Gebrechen. Wissenschaftler interessieren sich deshalb für die Progerie-Syndrome, die Unsterblichkeit von Krebszellen und für die Homocystinurie. |
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Neue Studie: Folsäure bessert kognitive Fähigkeiten [1]
Die kognitiven Fähigkeiten verringern sich mit dem Alter, jedoch gibt es sehr große individuelle Unterschiede. Defizite in Gedächtnisleistung und Informationsverarbeitung werden mit einem erhöhten Risiko für Demenz im Alter in Verbindung gebracht. In einer 3jährigen Studie mit 818 Männern und Frauen zwischen 50 und 70 Jahren, bei denen erhöhte Plasma-Homocysteinwerte nachgewiesen worden sind, wurde die Wirkung von Folsäure auf die Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten untersucht. Die Studie entspricht den Anforderungen der "evidence based medicine", war also randomisiert, doppelblind und Placebo kontrolliert. |
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Vitaminstatus: Einige Tests sind veraltet
Lange hat man das Ausmaß des Vitamin B12-Mangels unterschätzt, weil die noch übliche Bestimmung des Gesamt-Vitamin B12 nicht immer ein klares Bild der Versorgung mit dem Vitamin gibt. Auf Messungen mit der veralteten Bestimmungsmethode beruht zum Beispiel die Annahme, dass nur 10 bis 20% der über 65jährigen Vitamin B12-Mangel haben. Heute ist jedoch klar, dass Menschen zwischen 65 und 75 Jahren zu 25% und über 85jährige zu 60% davon betroffen sind. |
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Mangel an Folsäure und Vitamin B12: Wer ist betroffen?
Vitaminmangel entsteht in Deutschland meist durch falsche Auswahl von Lebensmitteln. Die meisten Deutschen sind Obst- und Gemüse-„Muffel“. Einzelhändler müssen ihr Sortiment anpassen – ob sie wollen oder nicht. Die Folge: In kaum einem anderen Land in Europa ist das Angebot an frischer pflanzlicher Nahrung so schlecht wie hier. Unter den europäischen Großhändlern sind die Deutschen dafür bekannt, dass man ihnen geschmackloses Zeug verkaufen kann – Hauptsache, es sieht gut aus. Einwohner, die aus anderen Ländern stammen oder Deutsche, die nicht im Ernährungs-"Mainstream" mitschwimmen, sind auf Geschäfte angewiesen, die sich auf diese Zielgruppen spezialisiert haben. Diese Läden muss man erst einmal finden und dann auch die Zeit haben, extra dorthin zu fahren. |
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Depression und Folsäurestoffwechsel: Genetisches Risiko im Methylierungszyklus
Im Methylierungszyklus werden Methylgruppen für die Synthese von Neurotransmittern und Membranphospholipiden bereitgestellt. Einige genetische Varianten der beteiligten Enzyme haben aufgrund von Veränderungen der Aminosäuresequenz verringerte biochemische Aktivitäten. Die Methylen-Tetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR) mit der Basenvariante C677T ist der häufigste Polymorphismus mit verringerter Enzymaktivität. Etwa 10-15% der Bevölkerung tragen das Allel homozygot (TT auf beiden Chromosomen). Diese Personen brauchen mehr Folsäure, B12 und B6 und reagieren empfindlicher auf Vitaminmangel als Träger des häufigeren Genotyps (CC). |
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Ernährung und Gerontopsychiatrie
Depressiv verstimmt sind ältere Menschen immer mal wieder. Auch manifeste Depression – dafür sprechen die Suizid-Statistiken – ist eine häufige Alterserkrankung. In epidemiologischen Studien mit älteren Menschen ist eine Beziehung zwischen Mangel an verschiedenen Mikronährstoffen und dem Risiko für Depression gefunden worden. Die Autoren eines Reviews zu diesem Thema bedauern, dass es zur Ernährungssituation alter Patienten mit Depression nur wenige, meist sehr kleine Studien gibt, obwohl die Zusammensetzung der Nahrung wahrscheinlich erhebliche Auswirkungen auf die psychische und kognitive Leistungsfähigkeit hat [1]. Offenbar ist die Rolle der Ernährung bei der Entstehung gerontopsychiatrischer Erkrankungen ein vernachlässigtes Forschungsgebiet. |
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Ernährungsdefizite im Alter – ein vernachlässigtes Forschungsgebiet
Im Alter ist es nicht einfach, sich ausgewogen zu ernähren, weil vieles, das als gesund gilt, ein optimal funktionierendes Gebiss erfordert, für den in die Jahre gekommenen Magen-Darm-Trakt schwer verdaulich ist und Blähungen verursacht. Ernährungswissenschaftler mussten zur Kenntnis nehmen, dass alte Menschen sich überwiegend von leicht verdaulichen Weißmehlprodukten ernähren, die kaum Vitamine enthalten. |
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B-Vitaminstatus beeinflusst Effizienz der Psychopharmakotherapie
Anämien sind die Favoriten, wenn man nach Erkrankungen durch Folsäure-, Vitamin-B12- und B6-Mangel fragt. Bereits seit 1967 ist bekannt, dass die Blutspiegel von einigen B-Vitaminen auch bei Patienten mit Depression häufig sehr niedrig sind. Später hat man entdeckt, dass ein Mangel des B-Vitamins Folsäure die Entwicklung einer Depression begünstigt und ihre Behandlung erschwert. Vor vier Jahren belegte eine europäische Studie den Zusammenhang zwischen Folsäure- bzw. Vitamin B12-Blutwerten und Depression [1]. |
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Migräne mit Aura: Schlaganfallrisiko erhöht
Migränepatienten mit Aura haben ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall [1]. Deshalb steht Migräne als Kontraindikation für östrogenhaltige Medikamente in den Fachinformationen. Neuen Untersuchungen zufolge tragen Migräne-Patienten mit Aura überdurchschnittlich häufig eine genetische Variante der Methylen-Tetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR), deren Enzym-Aktivität reduziert ist [2]. |
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HOPE-2: B-Vitamingruppe zeigt verringertes Schlaganfall-Risiko
An der HOPE-2-Studie (Heart Outcomes Prevention Evaluation) beteiligten sich Patienten mit erhöhtem kardiovaskulären Risiko durch Diabetes oder Gefäßerkrankungen. Die Teilnehmer kamen zu über 70% aus Ländern mit gesetzlicher Folsäureanreicherung. |
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Prognoseverbesserung nach Schlaganfall: Die VISP-Subgruppenanalyse
In Staaten mit Folsäure-Anreicherung wird sichtbar: Die Prognose von Schlaganfallpatienten ist bei guter B12-Versorgung besser: |
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Nordamerika: Folsäureanreicherung reduziert Schlaganfallmortalität
In den USA und Kanada trat 1998 ein Gesetz zur gesetzlichen Anreicherung von Nahrungsmitteln mit Folsäure in Kraft. Ziel war, die Prävalenz von Neuralrohrdefekten zu senken. Getreideprodukte wurden daraufhin mit Folsäure versetzt: USA: 1,4 mg und Kanada: 1,5 mg pro kg Mehl. Zahlreiche Hersteller von Getreideprodukten begannen bereits 1996 mit der Anreicherung. |
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Proteinmodifikationen durch Homocystein
Homocystein entsteht als toxisches Stoffwechselzwischenprodukt aus Methionin bei der Übertragung von Methylgruppen im Verlauf von zirka 140 verschiedenen Synthesen im Körper. Drei B-Vitamine sind am Homocystein-Stoffwechsel beteiligt. Folsäure und Vitamin B12 sind für die Remethylierung von Homocystein zu Methionin erforderlich, Vitamin B6 zum Abbau des Risikofaktors zu Cystein. |
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Endotheliale Dysfunktion und Homocystein
Solange genügend Stickstoffmonoxid (NO) gebildet wird, hat Atherosklerose kaum Chancen. NO wird kontinuierlich vom Endothel gebildet und an die glatte Gefäßmuskulatur abgegeben. Dort erzeugt NO einen arteriellen Ruhetonus, und fördert weitere Prozesse, die der Atherosklerose entgegen wirken. Solange die NO-Synthese intakt ist, kommt es in der Regel nicht zu einer Eskalation von entzündlichen Prozessen an den Gefäßwänden. |
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VISP: Vitamin Intervention for Stroke Prevention Trial [1]
In der nordamerikanischen multizentrischen VISP (Vitamin Intervention for Stroke Prevention)-Studie wurden von September 1996 bis Mai 2003 3680 Überlebende eines zerebralen Insultes 3 bis 120 Tage nach dem Ereignis zusätzlich zur maximalen medizinischen und chirurgischen Therapie mit einem niedrig bzw. hoch dosierten B-Vitaminpräparat versorgt.
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Intima-Media-Dicke der A. carotis: Ein guter Risikomarker für Atherosklerose
Seit einigen Jahren ist bekannt, dass die Intima-Media-Dicke (IMD) der Halsschlagadern, bei Patienten mit Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen mit Alter, Blutdruck und Lipidwerten korreliert. Neue Daten aus der CAPS-Studie (Carotid Atherosklerosis Progression Study) belegen, dass die IMD zur Bewertung des Risikos für kardiovaskuläre Ereignisse geeignet ist. In der Studie der Neurologischen Universitätsklinik Frankfurt am Main wurde bei mehr als 5000 Patienten etwa vier Jahre lang regelmäßig die IMD der Halsschlagadern gemessen. Die Zunahme der Wanddicke korrelierte mit der Häufigkeit des Auftretens von Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod. Bei den Patienten unter 50 Jahren war die Korrelation ebenso gut wie bei den älteren Patienten. |
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Primärprävention von Herz-Kreislauferkrankungen: B-Vitamin-Behandlung verringerte Wanddicke der A. carotis
In einer deutschen Studie wurde der Nachweis erbracht, dass eine Therapie mit den drei am Homocysteinstoffwechsel beteiligten B-Vitaminen die Atherosklerose positiv beeinflussen kann. Prof. Dr. Uwe Till vom Klinikum der Universität Jena leitete die multizentrische, placebokontrollierte Doppelblind-Studie mit Herz-Kreislauf-Risikopatienten, bei denen Atherosklerose in den großen Halsarterien nachgewiesen worden war. Der Messparameter für die Wirksamkeit war die Intima-Media-Dicke (IMD) der Arterien, die mittels Ultraschall ermittelt wurde. |
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