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David A. Smith, Oxford Project to Investigate Memory and Aging (OPTIMA) Oxford, Großbritannien. OPTIMA ist ein Projekt des Oxford Biomedical Research Centre, eine Kooperation zwischen der Universität Oxford und den Oxford Radcliffe Hospitals. Unterstützt wird OPTIMA vom National Institute for Health Research.Ab dem 70. Lebensjahr sind 16% der Bevölkerung von leichten kognitiven Defiziten (MCI) betroffen, das sind in Europa 14 Millionen Menschen. Die Hälfte der Patienten entwickelt innerhalb von 5 Jahren nach der MCI-Diagnose eine Demenz. „Deshalb ist es für die Zukunft unserer Gesellschaft dringend nötig, diese Entwicklung aufzuhalten oder eine Präventionsstrategie zu entwickeln“, betonte Smith.
In der ersten VITACOG-Publikation zu MCI berichteten britische Wissenschaftler um Prof. Dr. David A. Smith vom OPTIMA-Projekt der Universität Oxford sowie norwegische Forscher um Prof. Dr. Helga Refsum, Universität Oslo, dass eine homocysteinsenkende B-Vitaminbehandlung bei Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) den Abbau von Gehirnmasse, die altersbedingte Gehirnatrophie, verlangsamt [1]. Anlässlich des Homocystein-Kongresses im Juni in Lissabon wurden erste Daten zur Entwicklung der Kognition in dieser Studienpopulation präsentiert: Der kognitive Abbau wird durch die B-Vitaminbehandlung tatsächlich verlangsamt. Probanden mit erhöhtem Homocystein profitieren dabei am meisten. Diese Daten sind inzwischen auch publiziert [2-3].
An der doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten VITACOG-Studie [1-3] nahmen 266 Freiwillige mit kognitiven Defiziten teil. Über zwei Jahre bekamen sie täglich entweder die B-Vitamine oder Placebo. Die Probanden waren 70 Jahre alt oder älter und hatten nachweislich MCI.
Die verwendeten Tests
• HVLT-DR (HVLT: Episodisches Gedächtnis, Erinnern an Worte einer Liste, HVLT-DR: Delayed Recall, Test auf Erinnern der Worte nach 15-20 Minuten)
• MMSE (Kognition global)
• Category Fluency (Semantisches Gedächtnis der Zugehörigkeit von Elementen zu Kategorien: Nennen von möglichst vielen Elementen in einer Minute, die zu einer bestimmten Kategorie gehören z. B. zu den Kategorien Tiere, Früchte oder Gemüse)
• CLOX (Exekutive Funktion. CLOX1: Uhrentest; Zeichnen einer Uhr, exekutive Funktion mit Planung und Ausführung. CLOX2: Rekonstruktion; Abzeichnen einer Uhr, die der Untersucher vorzeichnet)
• CDR (Clinical Dementia Rating. 6 kognitive Domänen: Gedächtnis, Orientierung, Urteilsvermögen, Problemlösung, Haushalt/Hobbies und Umfeld)
• QCODE (Fragebogen zur klinischen Erfassung des kognitiven Abbaus. Befragt wird ein Dritter, der den Probanden gut kennt)
Von den 266 Teilnehmern nahmen 223 an der zweiten Untersuchung nach 2 Jahren teil. Der Homocysteinspiegel stieg in der Placebogruppe leicht an, und sank in der Vitamingruppe soweit, dass am Ende ein Unterschied von 30% bestand. Ohne Berücksichtigung der Höhe des Homocysteinspiegels zeigte sich kein Effekt auf die Leistungen in HVLT-DR, MMSE bzw. Category Fluency und auf die klinischen Parameter (CDR und IQCODE). Allerdings waren die Ergebnisse des CLOX-Tests (bereinigt in Bezug auf Alter, Bildung, APOe4-Status und Geschlecht) in der Vitamingruppe signifikant um 30% besser als in der Placebogruppe (P=0,015).
Subgruppenanalyse nach Homocystein-Plasma-Konzentration bei Einschluss in die Studie (Baseline)
Der Homocystein-Median lag bei 11,3 µmol/L. Die Subgruppen wurden nach diesem Grenzwert geteilt.
Tabelle 1: Aussagen zur Subgruppenanalyse der Probanden mit Baseline-Homocysteinspiegeln über dem Median von 11,3 µmol/L (HVLT-DR, MMSE, Category Fluency) bzw. im 4. Homocystein-Quartil (≥ 13,1 µmol/L; CDR, IQCODE). Zusätzliche Erläuterungen siehe [2].
Die Auswertung der Ergebnisse zur Entwicklung der Kognition in der VITACOG-Studie legt nahe, dass MCI-Patienten mit hohem Homocystein von einer Behandlung mit den B-Vitaminen Folsäure, Vitamin B12 und B6 profitieren. Es sind weitere Studien geplant, in denen untersucht werden soll, ob die Vitaminbehandlung Einfluss auf die Konversion von MCI zu einer Demenz hat.
In seinem Vortrag stellte Smith außerdem neue Analysen der VITACOG-MRT-Daten vor, die zeigten, dass der verstärkte Schwund an Gehirnmasse bei MCI-Patienten mit hohen Homocysteinspiegeln in den Hirnregionen stattfindet, die auch bei Alzheimer-Demenz bevorzugt atrophieren. Diese Daten werden in den nächsten Monaten publiziert.
Referenzen:
[1] Smith AD et al. (2010): Homocysteine-lowering by B vitamins slows the rate of accelerated brain atrophy in mild cognitive impairment: a randomized controlled trial. PloS ONE 5(9):1-10.
[2] de Jager et al. (2011): Cognitive and clinical outcomes of homocysteine-lowering B-vitamin treatment in mild cognitive impairment: a randomized controlled trial. Int J Geriatr Psychiatry [Epub ahead of print].
[3] http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/gps.2758/suppinfo.
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