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Homocystein   
Kohortenstudien: Hohes Homocystein – um 90% erhöhtes Frakturrisiko

Große Kohortenstudien zu altersabhängiger Osteoporose im Zusammenhang mit Hyperhomocysteinämie sind die Rotterdam-, Amsterdam- und die Framingham-Studie (Tabelle). In den Erhebungen aus den Niederlanden kam es zu 191 Hüftfrakturen in 11.253 Personen-Jahren [1]. Das Frakturrisiko war in allen Kohorten ähnlich hoch. In der Quartile mit den höchsten Homocysteinwerten (Quartile 4) war das Frakturrisiko um 90% höher als in Quartile 1. Diese Beziehung war unabhängig von der Knochendichte und anderen Risikofaktoren für Osteoporose.

Die Framingham-Studie dokumentiert die Gesundheitsentwicklung der Bewohner von Framingham in Massachusetts, USA. Diese Studie liefert seit 1948 – mittlerweile in dritter Generation – Daten zu Zivilisations- und Alterserkrankungen.

Bei Männern und Frauen zwischen 59 und 91 Jahren wurde zwischen 1979 und 1982 das Plasma-Homocystein bestimmt. Im Verlauf der Follow-up-Periode hatten 41 Männer und 146 Frauen eine Hüftfraktur [2]. Frauen in der Quartile mit den höchsten Homocysteinspiegeln hatten ein 1,9fach erhöhtes Risiko gegenüber der Quartile mit den niedrigsten Werten. Bei Männern war das Risiko fast 4fach erhöht. Darin unterscheidet sich die Framingham-Studie von anderen Studien.

Kohortenstudien: Homocysteinspiegel und Hüftfrakturen




In der Hordaland-Studie, einer großen norwegischen epidemiologischen Studie [3], hat sich gezeigt, dass hohe Homocysteinwerte und niedrige Folat-Spiegel auch mit geringer Knochendichte korreliert waren, allerdings nur bei Frauen. Hinsichtlich des Frakturrisikos scheint Homocystein bei älteren Männern und Frauen ein Prädiktor für Hüftfrakturen zu sein. Folatmangel erhöht das Frakturrisko nur bei Frauen [4]. Die Daten erhärten die Hypothese, dass Homocystein in der Pathogenese osteoporotischer Frakturen eine Rolle spielt.


Randomisierte Interventionsstudie bei Schlaganfallpatienten

Schlaganfallpatienten haben ein stark erhöhtes Risiko für Hüftfrakturen. In einer japanischen Studie wurde untersucht, ob sich das Frakturrisiko bei Schlaganfallpatienten mit Hemiplegie durch eine 2jährige Therapie mit Folsäure und Vitamin B12 reduziert [5]. Die Behandlung verringerte die Inzidenz von Frakturen auf ein Fünftel (adjustiertes relatives Risiko 0,2; Vitamingruppe 6, Placebogruppe 27 Frakturen bei gleicher Patientenzahl pro Gruppe).

Literatur:

[1] Van Meurs JB, Dhonukshe-Rutten RA, Pluijm SM, van der Klift M, de Jonge R, Lindemans J, de Groot LC, Hofman A, Witteman JC, van Leeuwen JP, Breteler MM, Lips P, Pols HA, Uitterlinden AG (2004): Homocysteine levels and the risk of osteoporotic fracture. N Engl J Med 350(20):2033-41.

[2] McLean RR, Jacques PF, Selhub J, Tucker KL, Samelson EJ, Broe KE, Hannan MT, Cupples LA, Kiel DP (2004): Homocysteine as a predictive factor for hip fracture in older persons. N Engl J Med. 350(20):2042-9.

[3] Gjesdal CG, Vollset SE, Ueland PM, Refsum H, Drevon CA, Gjessing HK, Tell GS (2006): Plasma total homocysteine level and bone mineral density: the Hordaland Homocysteine Study. Arch Intern Med 166(1):88-94.

[4] Gjesdal CG, Vollset SE, Ueland PM, Refsum H, Meyer HE, Grethe ST (2007): Plasma homocysteine, folate, and vitamin B 12 and the risk of hip fracture: the hordaland homocysteine study. J Bone Miner Res 22(5):747-56.

[5] Sato Y, Honda Y, Iwamoto J, Kanoko T, Satoh K (2005): Effect of folate and mecobalamin on hip fractures in patients with stroke: a randomized controlled trial. JAMA 293