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Eine aktuelle Studie der University of Oxford [1] zeigt, dass ein niedriger Vitamin-B12 –Spiegel in engem Zusammenhang mit dem Verlust von Hirnsubstanz bei älteren Menschen steht. Die fünfjährige Follow-up-Studie wertete in einjährigen Intervallen die Daten von 107 Freiwilligen zwischen 61 und 87 Jahren aus. Mit Hilfe von CAMOG-Test (Cambridge Mental Disorders of the Elderly Examination) und ‚Mini-Mental State Examination‘ wurde sichergestellt, dass die Probanden zu Studienbeginn keine kognitiven Defizite aufwiesen.
Neben der Gesamt-Vitamin-B12-Plasmakonzentration wurden zu Beginn auch Transcobalamin (TC), Holotranscobalamin (HoloTC), Total-Homocystein (tHcy), Methylmalonsäure (MMA) und Serum-Folsat gemessen. Mit der HoloTC und der TC-Sättigung führte man zwei neue Marker für das bioverfügbare Vitamin B12 ein, die verglichen mit dem Gesamt-Vitamin-B12-Wert im Plasma verlässlicher sind. Erhöhte Konzentrationen an MMA und tHcy sind ebenfalls empfindliche Messgrößen für den VitaminB12-Spiegel. Die Veränderung des Hirnvolumens bestimmte man mittels MRI-Scans: Anhand der SIENA-Methode (Structural Image Evaluation using Normalization of Atrophy) wurde der jährliche prozentuale Verlust an Hirnvolumen (PBVL) aus den MRI-Aufnahmen abgeleitet.
Tab.: Verlust an Hirnvolumen über 5 Jahre: Vergleich der Tertile mit den höchsten Spiegeln der Vitamin-B12-Paramter mit den anderen beiden Tertilen. Die Ergebnisse weisen auf einen linearen Zusammenhang zwischen dem Rückgang des Hirnvolumens und den beim Einschluss in die Studie gemessenen Werten an VitaminB12 und HoloTC hin.
Plasma VitaminB12-Werte von 308 pmol/l sind weit vom offiziellen unteren Referenzwert von 150 pmol/l entfernt. Allerdings zeigten jene Männer und Frauen, deren Wert unter 308 pmol/l gelegen hatte, statistisch ein mehr als dreifach erhöhtes Risiko für einen Verlust an Hirnvolumen als Probanden mit Werten über 386 pmol/l. Adjustierte man auf Parameter wie CAMCOG-Scores, systolischen Blutdruck etc., war das Risiko sogar sechsmal höher.
In der Vergangenheit zeigten bereits eine Reihe anderer Studien, dass ein niedriger VitaminB12-Spiegel mit verschlechterten kognitiven Fähigkeiten assoziiert ist. Die Bedeutung von subklinischem Vitamin B12-Mangel für die Kognition im Alter wurde bisher offensichtlich unterschätzt. Die neue Studie lässt zudem vermuten, dass auch Gesamt-B12-Konzentrationen, die über der ‚Defizit-Grenze‘ von 150pmol/l liegen, ein Risiko für Rückgang des Hirnvolumens darstellen. Deshalb sollten die Referenzwerte überprüft werden.
Referenz:
[1] A Vogiatzoglou et al.: Vitamin B12 status and rate of brain volume loss in community-dwelling elderly. Neurology 2008; 71:826-832.
Quelle: Medice
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