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CME-Artikel

15. Dezember 2020
Seite 1/6
Bei COPD präventiv denken – Dyspnoe verbessern – Exazerbationen und Mortalität reduzieren

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(Der Test zu diesem Artikel steht Ihnen zur Verfügung bis 30.11.2021)

Diese CME-zertifizierte Fortbildung beschreibt den Therapieansatz, die COPD per se und ihre Komplikationen primär-präventiv zu senken.

1. Einleitung

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD; chronic obstructive pulmonary disease) ist laut Definition der WHO (1) eine progressive lebensbedrohliche Lungenerkrankung, die mit Dyspnoe, hohem Exazerbationsrisiko und schwerem Krankheitsverlauf einhergehen kann – und ist mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden. Aktuell belegt die COPD den dritten Platz auf der Liste der häufigsten Todesursachen (2). Entsprechend hoch ist die Zahl der Betroffenen. Weltweit waren 2016 laut dem Bericht der Global Burden of Disease Study 251 Millionen Menschen an COPD erkrankt. Für Deutschland war die Prävalenz nach der BOLD-Studie auf 5 bis über 10 % bei den über 40-Jährigen geschätzt worden (3). Raucher erkranken deutlich häufiger als Nicht-Raucher. Frauen haben aufgeholt: Die Prävalenz einer COPD ist bei ihnen in entwickelten Ländern inzwischen ebenso hoch wie bei Männern (4).

Die Behandlungsstrategie bei COPD hatte lange Zeit vor allem die Bekämpfung der Symptome und die Verbesserung der Lebensqualität im Blick. Inzwischen mehren sich die Stimmen, die, ähnlich den Kardiologen, auf einen präventiven Therapieansatz setzen mit dem Ziel, die COPD per se und ihre Komplikationen zu reduzieren. Als primärpräventive Maßnahme zur Verhinderung der COPD schon im Vorfeld steht die Einschränkung des Tabakkonsums beziehungsweise dessen Verzicht an erster Stelle. Hat sich die COPD bereits manifestiert, gilt es durch eine effektive Sekundärprävention das Exazerbationsrisiko konsequent zu senken, und damit auch die Mortalität. Dies gelingt durch den gezielten Einsatz moderner Medikamente im Zusammenspiel mit nicht-pharmakologischen Maßnahmen.

2. COPD und Mortalität

Die COPD sollte in ihrer Bedrohlichkeit nicht unterschätzt werden. Sie kann in verschiedenen Schweregraden auftreten und ist mit Blick auf Morbidität und Mortalität eine der führenden Erkrankungen. Schweregrad und Prognose der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung werden vor allem durch Exazerbationen und Komorbiditäten bestimmt (5). Eine Senkung der Sterblichkeit gelingt daher, wenn Exazerbationen bestmöglich reduziert und Komorbiditäten optimal behandelt werden. Definiert sind Exazerbationen laut S2k-Leitlinie „Diagnostik, Prävention und Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD)“ als akute, über mindestens zwei Tage anhaltende Verschlechterungen der respiratorischen Symptome mit der Notwendigkeit einer Intensivierung der Therapie (5). Typisch in der akuten Situation ist die entzündlich bedingte vermehrte Bronchokonstriktion und/oder Schleimproduktion mit Überblähung. Der Patient leidet unter einer Zunahme von Atemnot, Husten, Sputumvolumen und Sputumpurulenz. Wichtig ist es, den Patienten gezielt danach zu fragen. Andernfalls werden Exazerbationen übersehen und entsprechend falsch therapiert.

2.1. Zusammenhang zwischen Exazerbationen und Mortalität

Schwere Exazerbationen gehen mit einer erhöhten Mortalität einher, wie verschiedene Studien zeigen. In einer prospektiven Kohortenstudie, in der man 304 Männer mit COPD (mittleres Alter: 71 Jahre) über fünf Jahre beobachtete, konnten akute COPD-Exazerbationen als unabhängiger Indikator für eine schlechte Prognose identifiziert werden. Das höchste Mortalitätsrisiko, nach einem höheren Alter, hatten Patienten mit drei und mehr Exazerbationen in der Anamnese (HR 4,13) (6). Eine aktuellere Studie bestätigt die Abhängigkeit des Mortalitätsrisikos von der Exazerbationsrate. Schon eine moderate akute Exazerbation der COPD (AECOPD) erhöht die Mortalität gegenüber keiner AECOPD (Abb. 1) (7).
 

 

Abb. 1: Je häufiger akute COPD-Exazerbationen auftreten, desto höher ist die Mortalität.


Je mehr Exazerbationen auftreten, desto höher ist die Gefahr. Das Risiko eines Myokardinfarkts nach einer COPD-Exazerbation, die mit Antibiotika und Steroiden behandelt wurde, ist etwa verdoppelt (8). Am höchsten ist die Gefahr innerhalb der ersten zehn Tage nach Exazerbation. Daten des europäischen COPD-Audits unterstreichen die Gefahr, die von einer COPD-Exazerbation ausgeht (9). Bei nicht-beatmeten Patienten, die wegen einer COPD- Exazerbation hospitalisiert wurden, lag die 90-Tage-Mortalität zwischen 6 % und 7 %. Und damit höher als nach einem akuten Myokardinfarkt.
 

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