Donnerstag, 17. Oktober 2019
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Gesundheitspolitik

September 2019

Osteoporose-Screening ohne Nutzenbeleg

Erstmals haben nun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) federführend einen EUnetHTA-Bericht erstellt. Danach ist der Nutzen eines Screenings auf Osteoporose in der Allgemeinbevölkerung bislang nicht belegt. Der Nachweis, dass ein Screening Frakturen verhindert, wird durch die vorliegenden acht Studien nicht erbracht. Co-Autoren des EUnetHTA-Berichts waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Schweizer Netzwerks für HTA (SNHTA). Expertinnen und Experten aus Barcelona (Spanien),...

Spahn will Homöopathie auf Kassenkosten nicht antasten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will umstrittene Kostenübernahmen für homöopathische Arzneimittel durch die Krankenkassen nicht antasten. Er verwies am Dienstagabend in Berlin beim "Berliner Salon" des Redaktionsnetzwerks Deutschland darauf, dass die gesetzlichen Kassen bei Arznei-Ausgaben von rund 40 Milliarden Euro im Jahr etwa 20 Millionen für Homöopathie zahlten. Darüber könne man emotional diskutieren und dabei viele vor den Kopf stoßen. Oder man könne sich fragen, ob es das angesichts der gesamten...

Kostenübernahme technologischer Hilfsmittel beim Diabetes mellitus

In den letzten Jahrzehnten haben fortschrittliche Entwicklungen in der Diabetestechnologie entscheidend zur Verbesserung der Stoffwechseleinstellung und Lebensqualität von Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 beigetragen: Zur modernen Diabetestherapie zählt auch das kontinuierliche Glukosemonitoring, kurz CGM genannt. Seit 2016 sind „rtCGM“-Systeme Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Im Juli 2019 wurde das „iscCGM“-System Freestyle libre 2 zusätzlich ins Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen. In den Hilfsmittelkatalogen privater Krankenkassen...

Patientensicherheit: Aktuelle Meldesysteme sollen Behandlungsqualität verbessern

Im Jahr 2018 wurden über 14.000 Behandlungsfehler-Vorwürfe gemeldet. Sowohl niedergelassene Ärzte als auch Kliniken sind nach dem Sozialrecht dazu verpflichtet, Fehlermanagementsysteme einzusetzen, um diese zu verzeichnen. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) weist anlässlich des Welttags der Patientensicherheit darauf hin, dass solche Systeme derzeit nicht umfassend zum Einsatz kommen und deren Ergebnisse häufig nicht abschließend ausgewertet werden. Experten des APS stellten im Rahmen der Pressekonferenz im Vorfeld des Welttags für...

Gesetzliche Kassen begrüßen neue Krankenhausplanung in NRW

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) begrüßen die vorgesehene neue Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen mit einer stärkeren Spezialisierung. Der Vorstoß sei ein Signal, dass die Bundesländer sich ihren Herausforderungen stellten, sagte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband, am Freitag der dpa. Der Vorsitzende des Sachverständigenrats Gesundheit, Ferdinand Gerlach, sagte, im Patienteninteresse sollten Kliniken sich auf ein Leistungsspektrum konzentrieren. "Weniger ist hier manchmal mehr, und das Krankenhaus um die Ecke ist...

Freie Ärzteschaft: Neue Schlappe für Spahns Digitalpolitik

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erlebt für sein Digitale-Versorgung-Gesetz (DGV) eine Niederlage nach der anderen. Der Zugang zur Elektronischen Patientenakte, geplant ab 2021 zunächst ohne elementare Datenschutzregelungen, erfuhr im Sommer eine Vollbremsung. „Nach massiver Kritik auch durch Entscheidungen des Deutschen Ärztetages stoppte das Justizministerium Spahns Pläne und die e-Akten wurden erst einmal aus dem Gesetzentwurf ausgegliedert“, erläuterte Dr. Silke Lüder, Vizevorsitzende der Freien Ärzteschaft (FÄ) am Montag in Hamburg.

Spahn wirbt um Geduld bei Verbesserungen in der Pflege

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat für einen langen Atem bei Verbesserungen in der Pflege geworben. "Das Geld für zusätzliche Pflegestellen ist da", sagte der CDU-Politiker am Freitag in der Etatdebatte im Bundestag. Er räumte aber ein, dass es etwa bei 13.000 angestrebten Extra-Stellen in Pflegeheimen in der Umsetzung hapere. Fachkräfte ließen sich nicht herbeizaubern. Entscheidend sei aber, schrittweise Verbesserungen im Alltag anzugehen, um Vertrauen in das Funktionieren des Staates zurückzugewinnen.

Krankenhäuser in NRW müssen sich spezialisieren

Herz, Knie, Hüfte, Bauch: Die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen sollen sich künftig auf bestimmte Leistungen spezialisieren. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kündigte am Donnerstag eine Kehrtwende in der Krankenhausplanung an. Künftig soll nicht mehr die Bettenzahl als Richtgröße dienen, sondern die Krankenhäuser sollen in Leistungsbereiche eingeteilt werden. Damit ist Nordrhein-Westfalen laut Laumann das erste Bundesland mit einem solchen Modell.

DGVS begrüßt Initiative zur verbesserten Krebsprävention

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) begrüßt die jüngste Initiative des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Deutschen Krebshilfe, gemeinsam das Potenzial der Krebsprävention besser auszuschöpfen. Aus Sicht der DGVS ist es wichtig, insbesondere die individualisierte Prävention voranzutreiben, um die Gesundheitsvorsorge zu erleichtern, in dem sie sich mehr am wissenschaftlich begründeten, individuellen Risiko des Patienten orientiert. Viele Krebserkrankungen entwickeln sich als...

Erinnerungs-App für die Hämophiliebehandlung

Menschen mit Hämophilie A können ab sofort auf die Unterstützung der neuen App HaemMemo bauen. Die Erinnerungs-App richtet sich an Patienten, die mit Esperoct® behandelt werden. HaemMemo sorgt mit einer individuell einstellbaren Erinnerungsfunktion dafür, dass keine Faktorgabe vergessen wird. Darüber hinaus weist sie die Anwender darauf hin, wann neue Medikamente bestellt werden müssen. Die kostenlose App gibt es für iOS- und Android-Smartphones.

Studie: Viele Bluttransfusionen in Kliniken vermeidbar

Viele Bluttransfusionen in deutschen Kliniken wären laut einer Studie der Barmer-Krankenkasse zu vermeiden. Dafür sollten vor allem Millionen Patienten mit Anämie besser auf planbare Operationen vorbereitet werden, sagte Kassenchef Christoph Straub am Donnerstag. Bisher nutzten aber nur wenige Krankenhäuser in Deutschland ein spezielles Behandlungskonzept zur Stärkung der körpereigenen Blutreserven, das sogenannte Patient Blood Management (PBM). "Das sollte sich schnell ändern." Zum PBM-Konzept gehören zum Beispiel eine vorherige Gabe von...

Intensiv- und Notfallmediziner kritisieren neue Werbung für den ärztliche Bereitschaftsdienst

Gut gemeint, schlecht umgesetzt: Immer mehr Intensiv- und Notfallmediziner kritisieren die neue TV-Werbekampagne für die Telefonnummer 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. „Die Werbung bagatellisiert in den Augen von Mitarbeitern in den Notfallaufnahmen die tatsächliche Brisanz und Schwierigkeiten in diesem Bereich“, sagt Professor Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). „Diese vermutlich auch sehr kostenintensive Aktion wird dem zu vermittelnden Inhalt in keiner...

Bundesärztekammer mahnt Selbstbestimmung bei Intensivpflege an

Die Bundesärztekammer mahnt bei den Reformplänen für die Pflege schwerkranker Menschen mit künstlicher Beatmung weitere Ausnahmen an, um die Selbstbestimmung aller Patienten zu erhalten. Es sei grundsätzlich zu befürworten, dass außerklinische Intensivpflege in der Regel in Pflegeeinrichtungen oder speziellen "Pflege-WGs" erbracht werden solle, erklärte die Kammer am Dienstag in Berlin. Es sollten aber Ausnahmen für Erwachsene in heimischem Umfeld möglich sein. Die jetzigen Pläne würden bestimmte Patientengruppen durch...

Krankenstandsanalyse: Arbeitnehmer melden sich seltener krank

Im ersten Halbjahr 2019 meldeten sich Arbeitnehmer in Deutschland seltener krank als im Vorjahr: Der Krankenstand betrug 4,2%, so das Ergebnis einer aktuellen Analyse der DAK-Gesundheit. Das bedeutet einen leichten Rückgang um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018. 65,5% der Berufstätigen wurden bislang nicht krankgeschrieben. Den größten Anteil am Krankenstand haben Muskel-Skelett-Erkrankungen, Erkältungen und psychische Erkrankungen. Unterschiede gibt es bei den Geschlechtern.

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