Sonntag, 16. Februar 2020
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Gesundheitspolitik

Januar 2020

NIPT als Kassenleistung: Pränataldiagnostiker sehen gravierende Mängel in G-BA Beschluss

Kommt mein Kind ohne Fehlbildungen oder angeborene Krankheiten zur Welt? Diese Frage beschäftigt werdende Eltern sehr. Um das Risiko einzuschätzen, kann neben Ultraschalluntersuchungen und einer Fruchtwasseruntersuchung auch ein Bluttest auf kindliche Chromosomenanomalien, etwa eine Trisomie 21 durchgeführt werden. Prinzip dieses Verfahrens ist die Messung von kindlichen DNA-Schnipseln aus der Plazenta im mütterlichen Blut. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat entschieden, dass dieser so genannte „nicht-invasive pränatale Test (NIPT)“ für...

DKG zur Arbeitsbelastung von Krankenhausärzten: Bürokratie gefährdet die Versorgung

Die jüngste Studie des Marburger Bundes zur Arbeitsbelastung von Krankenhausärzten macht deutlich, dass die den Krankenhäusern von außen aufgebürdete Bürokratie ein maßgeblicher Belastungsfaktor für die Arbeit der Ärzte ist. Die Tatsache, dass noch nie so viele Ärzte in Krankenhäusern beschäftigt waren wie heute und trotzdem Stellen nicht besetzt werden können, verdeutlicht, dass die Politik durch mehr Studienplätze und konsequenten Bürokratieabbau der erste Adressat dieser Studie sein muss. 60% der Ärzte...

Arbeitsbedingungen in den Kliniken müssen sich grundlegend verbessern

Überstunden, fehlendes Personal und zunehmender Zeitdruck zehren an der Gesundheit der Ärztinnen und Ärzte in den Kliniken. Durch immer mehr Verwaltungstätigkeiten wird ihnen die Arbeit zusätzlich verleidet. Jeder 5. Klinikarzt (21%) denkt inzwischen über einen Berufswechsel nach. Das geht aus der Mitgliederbefragung MB-Monitor 2019 des Marburger Bundes hervor. An der vom Institut für Qualitätsmessung und Evaluation (IQME) durchgeführten Online-Befragung beteiligten sich im September/Oktober 2019 bundesweit rund 6.500 angestellte Ärztinnen...

Konzept für Impfdaten in E-Patientenakten wird konkret

Erste medizinische Inhalte für die geplante elektronische Patientenakte nehmen Konturen an. Zunächst sind jetzt für den Impfpass einheitliche digitale Standards entwickelt worden, wie die damit beauftragte Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Konkret werden dafür "Medizinische Informationsobjekte" (Mio) definiert, um Daten zum Beispiel zwischen Ärzten, Kliniken und Apotheken austauschen und interaktiv nutzen zu können. Zu den Impfpass-Standards können Experten nun Hinweise abgeben, feststehen sollen sie...

Ärzte fordern internationale Lösung für Arzneimittel-Engpässe

Lieferengpässe für gängige Arzneimittel müssen nach Auffassung europäischer Ärzte und Medizinexperten auf internationaler Ebene gelöst werden. Die stockende Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten sei kein nationales oder europäisches, sondern ein weltweites Problem, sagte Professor Frank Ulrich Montgomery von der Europäischen Ärztevereinigung am Donnerstag in Brüssel. Europa müsse die Führung bei der Suche nach Lösungen übernehmen.

Coronavirus: Einzelne Fälle in Deutschland wahrscheinlich – Risiko für Bevölkerung zurzeit gering

Die Erkrankungsfälle mit einem neuartigen Coronavirus nehmen weiter zu, aktuell haben sich in China mehr als 500 Menschen infiziert, 17 sind verstorben. Zu einzelnen importierten Fällen kam es in Thailand, den USA, Japan und in Südkorea. Die Experten der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) rechnen damit, dass es auch in Deutschland zu eingeschleppten Einzelfällen kommen wird. Für die Bevölkerung bestehe dennoch kein Anlass zur Sorge: Kliniken – und dort speziell die infektiologischen Abteilungen – bereiteten sich aktuell darauf vor,...

Rekordverdächtig: Beschäftigte immer länger krank

Husten, Schnupfen, Rücken: Arbeitnehmer in Deutschland sind immer länger krankgeschrieben. Die durchschnittliche Fehlzeit pro Krankheitsfall stieg 2019 laut einer Auswertung der KKH Kaufmännische Krankenkasse auf ein Rekordniveau. Demnach fielen Beschäftigte durchschnittlich 15 Tage pro Jahr im Job aus. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 0,6 Tage mehr, im Vergleich zu 2015 ist das sogar ein Plus 1,2 Tagen. Die Analyse zeigt außerdem, dass Frauen in Deutschland offenbar häufiger krank sind: Sie fehlten im vergangenen Jahr durchschnittlich 5,6% ihrer...

Digitale Gesundheitsanwendungen: VDGH begrüßt Entwurf der Rechtsverordnung

Der VDGH – Verband der Diagnostica-Industrie begrüßt, dass das Bundesministerium für Gesundheit zeitnah den Entwurf einer Rechtsverordnung zum Digitale-Versorgung-Gesetz vorgelegt hat. Mit der Digitale-Gesundheitsanwendungen-Verordnung (DiGAV) werden die Vorgaben, Prüfanforderungen und Verfahrensvorgaben für digitale Gesundheitsanwendungen weiter konkretisiert. Das zugrundeliegende Gesetz von Dezember 2019 hatte die Versorgung mit digitalen Gesundheitsanwendungen als neuen Anspruch der Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung definiert.

DGCH: Entscheidung zur Widerspruchslösung ist eine vertane Chance

Am vergangenen Donnerstag hat die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten den Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn zur Einführung der doppelten Widerspruchslösung in der Organspende nach intensiver Debatte abgelehnt – dies, obwohl in der deutschen Bevölkerung in aktuellen Umfragen eine Zustimmungsquote von fast 70% für die Widerspruchslösung erreicht wurde. Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) akzeptiert diese Entscheidung, bewertet sie aber gleichwohl als vertane Chance.

Nationale Diabetesstrategie: Diabetes-Verbände kritisieren unverantwortliches Handeln der Regierung

Die Anzahl der Diabeteserkrankungen in Deutschland steigt seit Jahren beständig an. Für 2040 liegen die Prognosen bei 12 Millionen Betroffenen. Um gesundheitspolitisch gegenzusteuern, wurde im Koalitionsvertrag 2018 eine Nationale Diabetesstrategie beschlossen, die laut aktuellen Informationen zu scheitern droht. Grund ist demnach der Widerstand von Politikern des Ernährungsausschusses gegenüber einem Passus im Entwurf zu Ernährungsfragen, der vor allem dem Schutz der Kinder dient. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe...

BVMed zur DiGA-Verordnung: „Wir brauchen neue, schnell umsetzbare Evaluationskonzepte“

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, sieht in der durch das Bundesgesundheitsministerium im Entwurf vorgelegten Digitale-Gesundheitsanwendungen-Verordnung (DiGAV) viel Positives, aber auch kritische Seiten. „Positiv ist, dass die Anforderungen an Sicherheit und Funktionstauglichkeit mit der CE-Konformitätskennzeichnung als erbracht gelten sollen“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

Spahn: Patientendaten für Gesundheitsforschung nutzen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich nachdrücklich für den anonymisierten Einsatz von Patientendaten in der medizinischen Forschung ausgesprochen. "Wenn tausende Patienten mit Diabetes, Krebs oder Demenz ihre Daten verfügbar machten, könnten wir daraus lernen. Daten können Menschen heilen", sagte Spahn am Samstag auf der Innovationskonferenz DLD in München. Man könne zwar über die Ethik der Datennutzung diskutieren – aber dann auch über die entgangenen Chancen, Menschen zu helfen.

Medikamente aus dem 3D-Drucker

Medikamente, die individuell auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zugeschnitten sind, haben eine erhöhte Wirksamkeit und geringere Nebenwirkungen. Daher bedarf es neuer Methoden, um Tabletten in kleinen Mengen effektiv herzustellen. Die TH Köln und die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) erforschen in einem im Sommer 2019 gestarteten gemeinsamen Projekt die Möglichkeiten des 3D-Drucks in der pharmazeutischen Produktion. Im Fokus stehen Arzneimittel unterschiedlicher Dosis für individualisierte Kleinst- und Kleinchargen.

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