Sonntag, 25. August 2019
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Gesundheitspolitik

Juli 2019

Frankreich streicht Homöopathie als Kassenleistung

Homöopathische Arzneimittel müssen in Frankreich künftig aus eigener Tasche bezahlt werden. Von 2021 an sollen die Medikamente nicht mehr von der Krankenkasse erstattet werden. Die homöopathischen Arzneien seien wissenschaftlich gesehen nicht ausreichend wirksam, erklärte das französische Gesundheitsministerium in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung. Daher sei eine Erstattung nicht gerechtfertigt. Von Januar 2020 an soll der Anteil, den Krankenkassen erstatten, bereits von 30 auf 15% sinken. So solle den Patienten, verschreibenden Ärzten...

Patienten sollen bestimmte Apps auf Kassenkosten bekommen

Patienten sollen bestimmte Gesundheits-Apps fürs Handy künftig von der Krankenkasse bezahlt bekommen – wenn sie der Arzt verschreibt. Das sieht ein Entwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, den das Kabinett am Mittwoch auf den Weg gebracht hat. Dabei geht es etwa um Anwendungen, die beim regelmäßigen Einnehmen von Medikamenten helfen. Die Gesetzespläne zielen außerdem darauf, weitere digitale Angebote voranzubringen. So sollen Patienten leichter Arztpraxen finden können, die Videosprechstunden anbieten.

Branche setzt auf Fortschritte bei digitalen Gesundheitsangeboten

Die Digitalwirtschaft setzt auf Fortschritte bei der Einführung neuer Online-Angebote im deutschen Gesundheitswesen. Digitale Technologien böten enorme Chancen, um Patienten eine leistungsfähigere Versorgung und letztlich mehr Lebensqualität zu bieten, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands Bitkom, Bernhard Rohleder, der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich könnten sie Ärzte und andere Leistungserbringer entlasten.

Kölner Gericht weist Contergan-Klagen ab

Das Verwaltungsgericht Köln hat vier Klagen von Contergan-Opfern auf die Anerkennung von Gefäßschäden abgewiesen. Die Kläger hatten unter anderem von fehlenden und verdrehten Arterien gesprochen, was zu Beschwerden wie Schmerzen oder Durchblutungsstörungen führe. Wissenschaftler einer Heidelberger Conterganstudie hatten 2013 den Verdacht geäußert, Contergan könne auch atypische Veränderungen an den Gefäß- und Nervenbahnen der Conterganopfer verursacht haben.

Spahn will mindestens 14 Euro Stundenlohn für Pflegekräfte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will für Pflegekräfte eine Bezahlung deutlich über dem aktuellen gesetzlichen Mindestlohn erreichen. Dem ARD-Hauptstadtstudio sagte der CDU-Politiker zur Höhe eines Mindestlohns in der Pflege: "Gute 14 Euro – und das ist immer noch wirklich ein Mindestlohn." Spahn wies darauf hin, dass dies für viele Beschäftigte in der Pflege eine erhebliche finanzielle Verbesserung wäre: "Gerade in der Altenpflege verdienen Zigtausende zum Teil deutlich weniger als diese 2.500 Euro."

Organspende: Widerspruchslösung wird gefordert

„Die medizinischen Möglichkeiten der Organtransplantation sind so weit ausgereift, dass wir vielen Menschen helfen könnten, wenn genügend Spenderorgane zur Verfügung ständen“, sagt Prof. Dr. Axel Haverich, Hannover. „Zum Wohle der Patientinnen und Patienten wäre eine Widerspruchslösung deshalb die beste Regelung!“ Die persönliche Auseinandersetzung und die Entscheidung für oder gegen eine Organspende nach dem Tod sei ein Akt der Solidarität. Erfahrungen aus europäischen Ländern, in denen die...

AWMF fordert: Forschungsaktivitäten junger Mediziner als Weiterbildungszeit anerkennen

Für eine wissenschaftlich fundierte Patientenversorgung braucht es wissenschaftlich tätige Mediziner: Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) e.V. setzt sich daher seit vielen Jahren dafür ein, wissenschaftliches Arbeiten von ärztlichem Fachpersonal stärker zu fördern. Initiativen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) „Clinician Scientists“ mit Forschungs- und Weiterbildungsprogrammen zu unterstützen, sei daher der richtige Weg....

Fakultätenpreis des Hartmannbundes geht an Universität Witten/Herdecke

Der Fakultätenpreis 2018/2019 des Hartmannbundes für die beste ärztliche Ausbildung geht an die Universität Witten/Herdecke. Die Fakultät belegt mit der Note 1,64 den ersten Platz vor den Medizinischen Fakultäten der Universitäten Heidelberg (Note 1,78) und Aachen (Note 1,82). 17 von den bundesweit 38 Fakultäten haben es in das Fakultäten-Ranking des zum vierten Mal ausgeschriebenen Preises des Hartmannbundes geschafft.

Hartmannbund: Verpflichtung zur PJ-Aufwandsentschädigung in die Approbationsordnung

Die Medizinstudierenden im Hartmannbund haben an Gesundheitsminister Jens Spahn appelliert, bei seinen Plänen zu Veränderungen im Praktischen Jahr (PJ) mit vergleichbarer Entschlossenheit vorzugehen, wie auf anderen Feldern der Gesundheitspolitik. So hatte Spahn vor Medizinstudierenden in Düsseldorf nicht nur Modifizierungen in der Struktur des PJ angekündigt, sondern offenbar auch Unverständnis über den Umgang vieler Lehrkrankenhäuser mit ihren Studierenden erkennen lassen – vor allem auch hinsichtlich vielerorts herrschender Arbeitsbedingungen.

Kassenpatienten übernehmen oft Mehrkosten für medizinische Hilfsmittel

Den Großteil medizinischer Hilfsmittel wie Sehhilfen, Hörgeräte und Prothesen bekommen gesetzlich Versicherte nach Daten der Kassen ohne Mehrkosten. Für eine Zuzahlung aus eigener Tasche entschieden sich Kassenpatienten aber in 18% der Fälle – im Schnitt betrug sie 118 Euro, wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) am Dienstag mitteilte. Am häufigsten mit Mehrkosten verbunden sind demnach Einlagen und Hörgeräte.

Gesundheits-Datenautobahn: Honorarkürzung für erste Praxen

Angesichts des seit längerem stockenden Aufbaus einer Datenautobahn für das Gesundheitswesen greifen erste finanzielle Sanktionen für Ärzte. Angeschlossen seien inzwischen rund 100.000 Praxen, erklärte das Bundesgesundheitsministerium am Montag auf Anfrage. Weitere 20.000 Praxen hätten die Bestellung für die nötigen Spezialgeräte ausgelöst. Daher werde damit gerechnet, dass in Kürze zwei Drittel der knapp 180.000 Praxen von Ärzten und Zahnärzten angeschlossen seien. Auf den Rest kämen nun Honorarkürzungen zu.

Im Haus- und Facharztprogramm der AOK startet die elektronische Vernetzung der Arztpraxen

Ab 1. Juli 2019 beginnt für rund 7.500 versorgende Ärzte in Baden-Württemberg im Rahmen des Haus- und Facharztprogramms der AOK ein neues Zeitalter: Nach umfassenden Vorarbeiten wird das innovative Projekt endlich den überholten Faxstandard ablösen, um die Praxen auch technisch auf den Stand der Zeit zu bringen. Die Alternative Regelversorgung bietet dafür beste Voraussetzungen, weil sie auf einer seit über zehn Jahren erfolgreich etablierten regionalen Versorgungsstruktur aufsetzt.

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Die Osteoporose ist in Deutschland weit verbreitet: Etwa 6,3 Millionen sind davon betroffen. Die Techniker Krankenkasse fand im Jahr 2009 bei nahezu einem Viertel der über 50-jährigen Frauen in Deutschland einen Osteoporose-bedingten Knochenbruch oder knochenstabilisierende Medikamente. Auch Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 haben ein erhöhtes Osteoporoserisiko und dadurch auch für Knochenbrüche. Diese können Folgeerkrankungen wie Immobilität, Lungenentzündungen oder Langzeitbehinderung nach sich ziehen. Folgeerkrankungen sind mit erheblichen...