Donnerstag, 24. September 2020
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Gesundheitspolitik

Juli 2020

Angst vor zweiter Corona-Welle: England verlängert Selbstisolation

Mit Blick auf eine zweite drohende Coronavirus-Welle hat England eine Pandemie-Maßnahme verschärft. Wer positiv auf den Erreger getestet wurde oder typische Symptome wie hohes Fieber oder Riech- und Geschmacksverlust hat, muss künftig mindestens zehn Tage in Selbstisolation. Bisher waren mindestens sieben Tage vorgesehen. Es sei nicht auszuschließen, dass Infizierte auch noch nach einer Woche den Erreger verbreiten könnten, begründete der britische Gesundheitsminister Matt Hancock den Schritt am Donnerstag in London.

Remdesivir für 30.000 Europäer: EU-Kommission sichert Bezug

Zur Versorgung von 30.000 schwerkranken Covid-19-Patienten mit dem Mittel Remdesivir hat die EU-Kommission einen Bezugsvertrag mit dem Hersteller Gilead geschlossen. Der Wirkstoff – die bisher einzige in Europa zugelassene Arznei gegen schwere Fälle der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit – werde ab Anfang August geliefert, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Die Menge reiche für den dringenden Bedarf in der EU und Großbritannien und werde gerecht verteilt.

Bund übernimmt Kosten von Corona-Tests für Reiserückkehrer

Die geplanten zusätzlichen Testmöglichkeiten auf das Coronavirus für Reiserückkehrer nach Deutschland will der Bund finanzieren. Die Kosten würden durch einen erhöhten Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in Berlin. Die entsprechende Verordnung soll in dieser Woche in Kraft treten. Die Ressortchefs von Bund und Ländern hatten freiwillige Tests für alle Rückkehrer aus dem Ausland beschlossen, die für die Reisenden kostenfrei sein sollen.

Umfrage: Kassenpatienten bekommen Arzttermine etwas öfter sofort

Kassenpatienten kommen laut einer neuen Umfrage etwas häufiger sofort an Termine beim Arzt. Gar keine Wartezeit bis zum Praxisbesuch hatten nun 31% der gesetzlich Versicherten, wie die Befragung im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ergab – das waren zwei Punkte mehr als in der vorigen Umfrage 2019. Bei Privatpatienten mussten nach eigenen Angaben unverändert 30% gar nicht warten. Einen Tag bis drei Tage Geduld brauchten nun 12% der gesetzlich und 16% der privat Versicherten.

Grüne: Bund und Länder sollten gemeinsam zweite Corona-Welle stoppen

Angesichts steigender Infektionszahlen fordern die Grünen im Bundestag, dass sich Bund und Länder besser abstimmen im Kampf gegen eine mögliche zweite Corona-Welle. "Das hektische Fahren auf Sicht bereitet mir große Sorgen. Stattdessen brauchen wir ein vorausschauendes und einheitliches Vorgehen von Bund und Ländern, um eine zweite Welle zu verhindern", sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt dem "Spiegel". "Konkret: zwischen Bund und Ländern vereinbarte Pandemieschutzpläne, ein verbindliches Konzept für bundesweite...

FDP fordert hohe Hürden für Polizei-Zugriff auf Corona-Gästelisten

Der FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle hat hohe Hürden für den Zugriff von Ermittlern auf die von Restaurants wegen der Corona-Pandemie angelegten Gästelisten gefordert. "Die Nutzung von Corona-Gästelisten durch die Polizei hat das Potenzial, das Vertrauen der Bevölkerung in die Corona-Maßnahmen zu erschüttern", sagte Kuhle den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). "Wer seine Daten in dem Glauben preisgibt, dies sei zur Offenlegung von Infektionsketten gedacht, darf sich nicht plötzlich in einer polizeilichen Ermittlung...

Ärztekammerpräsident für Schulregelbetrieb "im Sinne der Kinder"

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält eine Rückkehr der Schulen zum normalen Betrieb im neuen Schuljahr für sinnvoll. "Der Anspruch muss sein, einen weitestgehenden Regelbetrieb an den Schulen zu sichern – im Sinne der Kinder", sagte Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur. Das entspricht auch der Auffassung der Bundesländer. Die hatten noch vor dem Sommer beschlossen, im neuen Schuljahr wieder in den Regelbetrieb zu wechseln – ohne Abstandsgebot, allerdings auch versehen mit der Einschränkung: "soweit es das...

Nach einem Jahr 327 Ärzte auf Info-Liste zu Abtreibungen

Die offizielle Informationsliste mit Ärzten, die Abtreibungen vornehmen, wächst langsam weiter. Ein Jahr nach dem Start haben sich mittlerweile 327 Ärzte freiwillig eintragen lassen, wie die Bundesärztekammer auf Anfrage mitteilte. Nach einem halben Jahr waren es bundesweit 301 Ärzte und andere Einrichtungen gewesen. Die Bundesärztekammer hatte die Liste am 29. Juli 2019 online gestellt. Sie war Teil der Reform von Paragraf 219a des Strafgesetzbuches zum sogenannten Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche.

Fleischpreise könnten durch Gesetzesverschärfung steigen

Auf die Verbraucher in Deutschland kommen voraussichtlich höhere Preise für Fleisch aus Großschlachtereien zu. Grund sind geplante Gesetzesverschärfungen nach dem massenhaften Corona-Ausbruch beim Branchenriesen Tönnies in Nordrhein-Westfalen. Dadurch könnten Mehrkosten für die Unternehmen entstehen, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Referentenentwurf des Bundesarbeitsministeriums. Soweit diese Kosten auf die Verbraucher umgewälzt werden, "kann dies zu höheren Verbraucherpreisen in dem...

2.119 Corona-Fälle im Zusammenhang mit Ausbruch bei Tönnies

Im Zusammenhang mit dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies sind inzwischen mehr als 2.000 Infektionsfälle festgestellt worden. "Nach aktuellem Stand ordnen die zuständigen Behörden dem Ausbruch bei Tönnies bislang insgesamt 2.119 Fälle zu", sagte Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der "Neuen Osnabrücker Zeitung" am Donnerstag. Bei weiteren 67 Fällen sei ein Zusammenhang möglich.

Tierkrankheiten beim Menschen: Regierung will weniger Wildtier-Handel

Um der Übertragung von Tierkrankheiten auf Menschen vorzubeugen, will die Bundesregierung den Handel mit Wildtieren eindämmen. Man strebe "eine bessere Kontrolle und Nachfragereduktion des Handels mit exotischen Wildtieren für den Heimtiermarkt an", antwortete das Bundesumweltministerium auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach gab es im Jahr 2019 in Deutschland 107.392 gemeldete "potenziell zoonotische Erkrankungen". Von 2001 bis Mitte 2020 starben 8.491 Menschen an solchen Krankheiten.

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EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • München führt Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ein – Diese Regelung gilt ab kommendem Donnerstag, 24.09.2020 (dpa, 21.09.2020).
  • München führt Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ein – Diese Regelung gilt ab kommendem Donnerstag, 24.09.2020 (dpa, 21.09.2020).