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Gesundheitspolitik

Mai 2012

Union will geheime Pharmapreise - Opposition empört

Kurz vor Abschluss der ersten Verhandlungen über Medikamentenpreise empört ein Unions-Vorstoß für Geheimhaltung der Verhandlungsergebnisse die Opposition. Gemäß der schwarz-gelben Pharmareform AMNOG verhandeln Pharmakonzerne und der Verband der Krankenkassen in mittlerweile acht Fällen darüber, wieviel die Kassen für neue Medikamente bezahlen. Die CDU/CSU-Gesundheitspolitiker im Bundestag wollen erreichen, dass die ausgehandelten Erstattungspreise geheim bleiben. Dies hatte auch die Pharmabranche verlangt. SPD und Grüne warfen der Union am Mittwoch in Berlin deshalb Pharmalobbyismus vor.

Kosten- und Nutzenrechnung in der Personalisierten Medizin

Der Begriff der Personalisierten Medizin (PM) suggeriert Patienten eine persönliche und individuelle Behandlung, bei der sich der Arzt viel Zeit nimmt. Tatsächlich aber meint die PM in der wissenschaftlichen Forschung die Einteilung verschiedener Untergruppen von Patienten auf Grund gemeinsamer genetischer Merkmale zur besseren Diagnostik und Behandlung. Mit der begrifflichen, aber auch mit der ethischen, klinischen, rechtlichen und ökonomischen Problematik befasst sich das interdisziplinäre Verbundforschungsprojekt „Personalisierte Medizin in der Onkologie“ unter der Leitung von...

Was soziale Netzwerke im Internet auch über Nicht-Mitglieder wissen: automatische Generierung von Schattenprofilen

Was können soziale Netzwerke im Internet über Menschen wissen, die selbst kein Nutzerprofil besitzen, aber Freunde von Mitgliedern sind? Das haben Forscher des Interdisziplinären Zentrums für Wissenschaftliches Rechnen der Universität Heidelberg untersucht. Ihre Arbeiten zeigen, dass sich Informationen aus der Netzwerkstruktur von Mitgliedern auf Nicht-Mitglieder übertragen und mit Hilfe von netzwerkanalytischen Strukturmerkmalen auswerten lassen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, etwa 40 Prozent der existierenden Freundschaftsbeziehungen...

Hartmannbund: „Politischer Zwang wird scheitern – wer mehr Hausärzte will, muss Strukturprobleme lösen“

Im Vorfeld der Bundesratssitzung am 11. Mai hat der Vorsitzende des Ausschusses der Medizinstudierenden im Hartmannbund, Kristian Otte, die Länder vor einer Fortsetzung ihrer Blockade der vom Bundesgesundheitsministerium geplanten Reform der Approbationsordnung für Ärzte gewarnt. „Damit verhindert die Länderkammer das von uns seit langem eindringlich geforderte Ende des Hammerexamens und die Einführung einer bundesweiten PJ-Mobilität“.

DGU: Approbationsordnung – Urologen für Quartalslösung im Praktischen Jahr

Pflichtquartal statt Pflichttertial? Im Streit um die Reform der Approbationsordnung zeichnet sich ein Kompromiss ab. Nach jüngsten Informationen der Ärzte Zeitung will der Bundesrat am 11. Mai nicht mehr über das Pflichttertial in Allgemeinmedizin abstimmen, sondern sich auf ein Pflichtquartal einigen. Die Studierenden würden danach künftig vier statt drei Fächer im Praktischen Jahr haben: Innere, Chirurgie und Allgemeinmedizin als Pflichtfächer sowie ein weiteres Fach als Wahlfach. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V....

Bahr will Zahl von Operationen in Krankenhäusern begrenzen

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat die steigende Zahl von Operationen in Krankenhäusern kritisiert und will diese begrenzen. «Deutschland gilt als Weltmeister bei den Endoprothesen für Knie und Hüften. Krankenkassen und Experten bezweifeln, ob die Fallzahlsteigerungen notwendig sind», sagte Bahr der «Rheinischen Post» (Dienstag). Solche Steigerungen belasteten Mitarbeiter und Patienten. Die Regierung prüfe, «wie wir durch weitere ökonomische Anreize die immer weiter steigenden Fallzahlen in den Kliniken reduzieren können».

Die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems nachhaltig sichern

Die demographische Entwicklung bringt es mit sich, dass die in Deutschland lebenden Menschen immer älter werden. Zu verdanken ist dieser aus ontologischer Sicht durchaus erfreuliche Umstand nicht zuletzt dem medizinischen Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte. Die andere Seite der Medaille: Wer älter wird, erkrankt auch häufiger an Leiden, von denen junge Menschen meist verschont bleiben. Bis zum Jahr 2050 wird daher auch hierzulande mit einem weiteren Anstieg der altersbedingten Morbidität zu rechnen sein. Doch dadurch könnte das Gesundheitssystem substanziell überfordert werden.

April 2012

Lafontaine fordert Zugang zum Internet für alle

Der Linken-Politiker Oskar Lafontaine hat mit Blick auf die Piratenpartei einen Zugang zum Internet für alle Hartz-IV-Empfänger gefordert. Ärmere Menschen müssten sich am Internet beteiligen können – «notfalls auch mit staatlicher Alimentation», sagte Lafontaine beim Landesparteitag der Linken Baden-Württemberg am Samstag in Stuttgart. Der Piratenpartei warf der Linken-Fraktionschef im saarländischen Landtag vor, sich bislang nicht zur sozialen Frage positioniert zu haben.

Minister drängen auf kürzere Meldefristen für Infektionskrankheiten

Rund ein Jahr nach Ausbruch der EHEC-Epidemie haben Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) an die Länder appelliert, den Weg für kürzere Meldefristen für Infektionskrankheiten frei zu machen. Leider halte der Bundesrat eine entsprechende Gesetzesänderung im Vermittlungsausschuss auf, sagte Bahr dem «Hamburger Abendblatt» (Samstag). «Die Länder müssen wissen, dass sie damit eine schnelle Einführung dieser notwendigen Regelungen aufschieben.» Aigner bekräftigte Bahrs Forderung. Die Geschwindigkeit bei der Meldung von Infektionserkrankungen sei...

Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen stark gestiegen

Die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen ist einem Langzeit-Vergleich zufolge drastisch gestiegen. Laut dem Bundesarbeitsministerium waren es 2001 deutschlandweit noch 33,6 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage. Im Jahr 2010 waren es bereits 53,5 Millionen, wie die «Frankfurter Rundschau» (Montag) unter Berufung auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linkspartei berichtet. Der Anteil solcher Fälle an allen Arbeitsunfähigkeitstagen kletterte demnach von 6,6 auf 13,1 Prozent.

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