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30. Mai 2018
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Allogene Stammzelltherapie zur Behandlung von komplexen Perianalfisteln bei Morbus Crohn

Eine häufige und schwerwiegende Komplikation bei Morbus Crohn sind komplexe perianale Fisteln, die eine starke Belastung für den Patienten darstellen und die Lebensqualität massiv beeinträchtigen (1). Die aktuell verfügbaren medikamentösen und chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten sind nicht immer kurativ. Hier könnte die allogene mesenchymale Stammzelltherapie Cx601 (Darvadstrocel/Alofisel®*#) den erwachsenen Patienten mit nicht-aktivem/gering aktivem luminalem Morbus Crohn, wenn die Fisteln unzureichend auf mindestens eine konventionelle oder biologische Therapie angesprochen haben, neue Hoffnung geben. In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie ADMIRE-CD erreichten die mit Alofisel® behandelten Patienten signifikant häufiger eine kombinierte Remission in Woche 24 und Woche 52 als die Patienten der Kontrollgruppe (1,2). Über die Herausforderungen einer interdisziplinären Versorgung komplexer Perianalfisteln bei Morbus Crohn sowie den Stellenwert der neuen Stammzelltherapie Alofisel® im Therapiealgorithmus diskutierten Experten auf einem von Takeda unterstützten Satellitensymposium im Rahmen des 44. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie (DGK) unter dem Vorsitz von Dr. Andreas Ommer, Essen.
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Komplexe Perianalfisteln bei Morbus Crohn – große Herausforderung für Arzt und Patient

Perianalfisteln, sprich pathologische Verbindungen zwischen Darm und perianaler Haut bzw. anderen Organen, sind eine häufig auftretende und sehr belastende Komplikation bei Morbus Crohn. Sie können sogar die Erstmanifestation einer Crohn-Erkrankung darstellen. 70-80% der perianalen Fisteln sind komplex und schwierig zu therapieren (1,3). Komplexe Perianalfisteln weisen eine hohe Rezidivrate von 60-70% nach Beendigung der konventionellen Behandlung auf und nur wenige Patienten erreichen eine Langzeitremission (1). Dies bedeutet für die Betroffenen einen oft langen Leidensweg mit einer stark beeinträchtigten Lebensqualität. Der genaue Pathomechanismus der Fistelentstehung ist noch nicht vollständig geklärt – diskutiert wird die epithelialmesenchymale Transition (EMT), die durch ein proinflammatorisches Milieu induziert wird und zu einer Umstrukturierung der extrazellulären Matrix führt. Dadurch erlangen die Epithelien die Fähigkeit der Migration (4,5), erläuterte Dr. Michael Schumann, Charité Berlin. Diese Zellplastizität ermögliche dann die Ausbildung von Fisteln.

Interdisziplinäres Behandlungskonzept mit Gastroenterologen, Viszeralchirurgen und Koloproktologen erforderlich

Wichtig für das therapeutische Vorgehen ist die exakte Charakterisierung der Fisteln (4). Während einfache Fisteln ohne Klinik keiner Therapie bedürfen, werden symptomatische, einfache Fisteln konservativ mit Antibiotika, ggf. in Kombination mit Thiopurinen oder TNF-Inhibitoren behandelt. Komplexe Fisteln weisen mehrere äußere Öffnungen sowie Abszess- und Strikturbildungen oder eine Beteiligung der anliegenden Organe auf (4,6), erklärte Prof. Anton Kroesen, Köln. Bei einer solchen Fistulierung ist immer ein chirurgisches Vorgehen notwendig, eine alleinige medikamentöse Therapie genüge nicht. Die chirurgische Intervention umfasst Abszessspaltung und -drainage mittels Setonfaden, Kürettage/Fistelexzision sowie ggf. plastische Rekonstruktionen oder die Anlage eines (temporären) Stomas bei schwerer refraktärer Fistulierung. Als medikamentöse Therapie kommen u.a. Thiopurine und Biologika (TNF-Inhibitoren) zum Einsatz.

Die Kombination aus chirurgischer und medikamentöser Behandlung erziele höhere Heilungsraten bei komplexen Perianalfisteln als eine alleinige chirurgische oder medikamentöse Therapie (7), bestätigte der Gastroenterologe Prof. Max Reinshagen, Braunschweig. Daher sei eine gemeinsame interdisziplinäre Herangehensweise von Gastroenterologen zur konservativen sowie von Viszeralchirurgen und Koloproktologen zur chirurgischen und lokalen Behandlung erforderlich. Reinshagen fasste den bisherigen Therapiealgorithmus bei komplexen Perianalfisteln zusammen: zunächst exakte Diagnostik, dann Drainage aller signifikanten Abszesse, Fadendrainage der erreichbaren Fisteln, Gabe von Antibiotika gegen Superinfektion und Biologika zur Abheilung der Rektumentzündung, danach Kürettage der Fistelgänge und schließlich interner Fistelverschluss und externe Fistulotomie.

Aufgrund der Problematik dieses Krankheitsbildes sei der Bedarf an neuen, erfolgreichen Therapieansätzen hoch, so Reinshagen. Eine mögliche neue Therapieoption ist die mesenchymale Stammzelltherapie mit Alofisel® (Darvadstrocel). Alofisel® sind expandierte allogene adipöse (aus Fettzellen hergestellte) Stammzellen (eASC), die nach entsprechender Vorbereitung lokal um die innere Fistelöffnung und im Verlauf des Fistelganges in das umgebende Gewebe injiziert werden. Mesenchymale Stammzellen verfügen über immunmodulatorische und antiinflammatorische Eigenschaften (1). Im Therapiealgorithmus käme diese Stammzelltherapie nach der Kürettage zur Anwendung, erklärte Reinshagen.
 
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