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09. Mai 2018 Multiple Sklerose: Mit MRT lebensbedrohliche Folgen der Behandlung verhindern

Sie helfen effektiv, ihre möglichen Nebenwirkungen können aber auch gefährlich sein: Medikamente, mit denen seit einigen Jahren die Multiple Sklerose (MS) behandelt wird. Die neuere Generation der MS-Arzneimittel wie beispielsweise Natalizumab können die für die Erkrankung typischen schubweise auftretenden Entzündungen in Gehirn und Rückenmark sehr wirkungsvoll verhindern. Doch sie unterdrücken das Immunsystem des Patienten. So können Viren reaktiviert werden, ins Gehirn einwandern und dieses substanziell schädigen, was Behinderungen oder sogar den Tod des Patienten zur Folge haben kann. Eines dieser Viren ist das JC-Virus, das die „Progressive Multifokale Leukenzephalopathie“ (PML) auslöst. Regelmäßige Untersuchungen der Patienten im Magnetresonanztomografen (MRT) können diese lebensbedrohlichen Folgen der Therapie durch eine frühzeitige Diagnose verhindern.
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Diagnose bevor Symptome auftreten

Forscher um PD Dr. Mike P. Wattjes vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun herausgefunden, dass regelmäßige Untersuchungen der Patienten im Magnetresonanztomografen (MRT) diese lebensbedrohlichen Folgen der Therapie durch eine frühzeitige Diagnose verhindern können. Die Diagnose einer PML mit Hilfe der MRT-Untersuchung gelingt sogar noch bevor Symptome einer Virusinfektion des Gehirns auftreten oder das Virus selbst im Hirnnervenwasser (Liquor) nachweisbar ist. PD Dr. Wattjes hat diese Erkenntnisse mit Kollegen von der Freien Universität Amsterdam gewonnen.

Dieses Konzept der stringenten Therapieüberwachung bei MS-Patienten wird jetzt an der MHH in Zusammenarbeit mit dem kommissarischen Direktor der MHH-Klinik für Neurologie, Prof. Dr. Martin Stangel, weiterentwickelt. Die Neuroimmunologie und insbesondere die Multiple Sklerose hat an der MHH einen Schwerpunkt. Wenn der JC-Virus Schäden im Gehirn angerichtet hat, wird das MS-Medikament abgesetzt, bis sich das Immunsystem erholt und die Infektion bekämpft hat. Anschließend wird die MS-Therapie mit einem anderen Medikament fortgesetzt.

PD Dr. Wattjes wertet nicht nur für die MHH, sondern auch für Patienten aus ganz Deutschland und aus dem Ausland MRT-Aufnahmen aus. Dafür ist eine spezielle neuroradiologische Expertise Voraussetzung, welche nur an wenigen Standorten auf der Welt verfügbar ist. Er wirkt für die MHH an einem Pilotprojekt mit, in dem es darum geht, die MHH als Referenzzentrum für eine neue internationale digitale Plattform zu etablieren. Auf dieser können von überall auf der Welt MRT-Aufnahmen anonymisiert hochgeladen werden, um für eine Zweitbegutachtung zur Verfügung zu stehen.

Medizinische Hochschule Hannover

Literatur:


Wijburg MT, Kleerekooper I, Lissenberg-Witte BI et al.
Association of Progressive Multifocal Leukoencephalopathy Lesion Volume With JC Virus Polymerase Chain Reaction Results in Cerebrospinal Fluid of Natalizumab-Treated Patients With Multiple Sclerosis.
JAMA Neurol. 2018 Mar 12. doi: 10.1001/jamaneurol.2018.0094.
https://jamanetwork.com/journals/jamaneurology/article-abstract/2674280


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