Samstag, 18. August 2018
Navigation öffnen
Anzeige:

Aktuelle Infos für Ärzte

14. Februar 2018 Erste S-3-Leitlinie zur maschinellen Beatmung für alle Intensivpatienten

Zum Jahresbeginn wurde erstmals eine S-3-Leitlinie für die Behandlung von Patienten, die künstlich beatmet werden müssen, herausgegeben. Koordinationszentrum der nun für Deutschland, Österreich und die Schweiz gültigen Leitlinie war die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie am Universitätsklinikum Leipzig.
Anzeige:
"S-3-Leitlinie bedeutet, dass sie dem obersten Qualitätslevel für Leitlinien entspricht", so Oberarzt Dr. Falk Fichtner, Intensivmediziner am Universitätsklinikum Leipzig. "Über 4 Jahre dauerte die wissenschaftliche Arbeit, beteiligt waren Ärzte, Pfleger, Physiotherapeuten und Patientenvertreter, 23 Fachgesellschaften aus dem deutschsprachigen Raum haben mitgewirkt. Wir haben etwa 3.500 Publikationen über Erfahrungen bei der Behandlung von Patienten mit künstlicher Beatmung studiert und bewertet. Die interdisziplinäre Leitliniengruppe hat dann die Schlüsse gezogen, welche Therapieansätze unter Abwägung von Nutzen und Risiko für den Patienten sinnvoll sind."

Gründe für die künstliche Beatmung sind meist eine schwere Lungenentzündung (z.B. durch Grippe-Viren) oder ein schwerer Unfall mit Verletzungen des Brustkorbs und der Lunge. Dann kann eine künstliche Beatmung nötig werden, die auch maschinelle oder invasive Beatmung genannt wird. "Unsere Leitlinie stellt erstmals den vollständigen Ablauf der Behandlung dar, von der Einleitung einer Beatmungstherapie, über die spezifischen Einstellungen der Beatmungsmaschinen, lebensrettende Maßnahmen bei schwerster Lungenschädigung bis hin zur Entwöhnung von der Beatmung  und möglichen Folgeerkrankungen, die danach im Blick des Behandlungsteams sein müssen. Gleichzeitig  verweisen wir zu vielen Fragestellungen aber auch auf Wissenslücken, die durch klinische Forschungsarbeit dringend geschlossen werden müssen," erklärt Dr. Fichtner.

Die neue Leitlinie definiert den Behandlungsstandard, sie muss nun aber allen Mitgliedern der intensivmedizinischen Behandlungsteams auf den Intensivstationen vermittelt werden. "In der Intensivmedizin arbeiten unterschiedliche Fachdisziplinen vom Anästhesisten über den Chirurgen bis zum Neurologen. Dies führt bisher zu einer Heterogenität in der Versorgungsqualität schwer kranker, künstlich beatmeter Patienten, die unserer Meinung nach nicht hinnehmbar ist. Denn jeder Patient hat ein Recht auf beste Versorgung, egal auf welcher Intensivstation er betreut wird. Zur besseren Verbreitung der Inhalte der Leitlinie haben wir diese u.a. zu einer Mini-Taschenausgabe verkürzt, bei der auf einem A6-Blatt in 6 Schritten gesagt wird, was zu tun ist. Dieses Blatt soll jedem, der auf einer Intensivstation arbeitet, bei der Behandlung von Patienten mit akutem Lungenversagen helfen und so die Versorgungsqualität für unsere Patienten verbessern."

Quelle: Universitätsklinikum Leipzig


Das könnte Sie auch interessieren

Jetzt gegen Grippe impfen lassen

Die vergangene Grippesaison 2016/2017 sorgte in Deutschland für rund sechs Millionen Infektionen. Wer sich diesen Winter vor einer Grippe schützen möchte, sollte sich jetzt impfen lassen. „Der Körper benötigt nach der Grippeimpfung rund zwei Wochen, bis ein ausreichender Virenschutz aufgebaut ist. Wer sich rechtzeitig auf das größte Ansteckungsrisiko vorbereiten will, sollte also jetzt zum Arzt gehen“, sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER. Insbesondere ältere Menschen mit Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf sollten sich gegen die saisonale Influenza wappnen.

Grippewelle beginnt: DAK-Gesundheit schaltet Hotline

Die Grippesaison hat begonnen: Laut aktueller Daten des Robert Koch-Instituts gibt es bereits einen leichten bundesweiten Anstieg von Erkrankungen. Bisher wurden 1.122 Fälle labordiagnostisch bestätigt und gemeldet(1) – die Zahl der tatsächlich Betroffenen ist deutlich höher. Influenza ist eine ernste Krankheit: Bei alten und chronisch kranken Menschen kann sie zum Tod führen. Deshalb bietet die DAK-Gesundheit eine Telefon-Hotline rund um die Grippe. Wie kann man vorbeugen? Für wen ist die Impfung sinnvoll? Welche Risiken gibt es? Wie unterscheidet sich die echte Grippe von einer Erkältung? Medizinische Experten beraten am 12. Januar zwischen 8 und 20 Uhr. Das Serviceangebot unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1111 841 können Versicherte aller Krankenkassen nutzen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Erste S-3-Leitlinie zur maschinellen Beatmung für alle Intensivpatienten"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.