Sonntag, 15. Dezember 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

28. Oktober 2019 Adalimumab: Weitere Preissenkung für Biosimilar

Ein Jahr nach Einführung wurde bei ImraldiTM, dem Adalimumab von Biogen, erneut der Preis gesenkt: Zum 01. November ist eine Kostenersparnis von bis zu 50% gegenüber dem Referenzpräparat möglich (1). Adalimumab-Biosimilars erlauben dem Gesundheitssystem Einsparungen von mehreren 100 Millionen Euro, und bereits heute ist knapp die Hälfte aller Adalimumab-Verordnungen ein Biosimilar (2). ImraldiTM steht dabei mit einem Anteil von etwa einem Drittel an der Spitze der verordneten Adalimumab-Biosimilars (3).
Wegbereiter der wirtschaftlichen TNF-Inhibition

Im Oktober 2018 lief der Patentschutz des TNF-Inhibitors Adalimumab, dem weltweit umsatzstärksten Medikament, aus. Zum ersten Mal standen zu diesem Zeitpunkt gleich mehrere Biosimilars zur Verfügung, darunter auch ImraldiTM von Biogen (4). Bereits von Beginn an ermöglichte ImraldiTM einen Preisvorteil von bis zu 40% und war somit wegweisend in der Preisentwicklung der Adalimumab-Biosimilars (5). So konnten bereits im 1. Jahr nach der Einführung durch das Adalimumab von Biogen ca. 70 Mio. Euro im GKV-Bereich eingespart werden.*
Zum 01. November 2019 wird bei ImraldiTM erneut der Preis gesenkt. Es ist damit das einzige Adalimumab-Biosimilar, das bis zu 50% unter dem Referenzpreis liegt (1). Alle ImraldiTM-Verordnungen in der GKV sind durch Rabattverträge abgedeckt (6). Die konkrete Kostenersparnis kann aufgrund von Rabattverträgen variieren.

Rascher Anstieg der Biosimilar-Verordnungen

Adalimumab war 2017 weltweit der umsatzstärkste Wirkstoff (4) mit Zulassungen in den Indikationen Rheumatologie, Gastroenterologie, Dermatologie und Ophthalmologie (7). Das jährliche Umsatzvolumen des Erstanbieters betrug in Deutschland rund eine Milliarde Euro und weltweit über 16 Milliarden Euro (4, 8).
Anti-TNF-Biosimilars bieten über die großen ökonomischen Vorteile hinaus eine vergleichbare Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit wie die jeweiligen Referenzpräparate (9). Im ersten Jahr nach der Einführung ergaben sich durch den Preisvorteil der Adalimumab-Biosimilars in Deutschland Wirtschaftlichkeitsreserven von 364 Mio. Euro (10).
Generell stieg der Anteil der Biosimilar-Verordnungen in den letzten Jahren deutlich an. Besonders deutlich wird dies am Beispiel Adalimumab: Hier betrug der Anteil der definierten Tagestherapiedosen (defined daily doses, DDD) im Juni 2019, also 9 Monate nach Markteintritt der Biosimilars, bereits über 43% (11).

 
*Hochrechnung für 12 Monate aus den verordneten Packungen mit 6 Pens/Fertigspritzen von November 2018 bis Oktober 2019, für August bis Oktober Prognose nach Trend von März bis Mai 2019; Berechnung auf Basis AVP im jeweiligen Monat laut Lauer-Taxe-Stand; ohne Berücksichtigung von Rabattverträgen und gesetzlichen Rabatten; nur 40 mg Verordnungen berücksichtigt.

Quelle: Biogen

Literatur:

(1) Lauer-Taxe, Stand 01.11.2019
(2) AG ProBiosimilars, Pressemitteilung vom 17.10.2019, www.probiosimilars.de,
(3) www.iqvia.com/de-de/blogs/2019/03/one-hundred-days-of-humira-biosimilars
(4) AG Pro Biosimilars. Biosimilars in Zahlen. Marktdaten 2018. https://probiosimilars.de/publikationen/biosimilars-in-zahlen-2018/. Letzter Zugriff: 18.10.2019
(5) AG AMV Schreiben vom Nov. 2018. Link: www.kvwl.de/arzt/verordnung/arzneimittel/info/agavm/adalimumab_agamv.pdf Letzter Zugriff: 18.10.2019
(6) Data on file Biogen.
(7) aktuelle Fachinformation ImraldiTM unter www.ema.europa.eu
(8) www.nzz.ch/wirtschaft/viele-haben-es-auf-das-umsatzstaerkste-medikament-der-welt-abgesehen-ld.1407777, Letzter Zugriff: 28.05.2019
(9) Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Leitfaden Biosimilars, https://www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/LF/Biosimilars, Zugriff: 27.9.2019.
(10) Insight Health NVI-KT November 2018-Juli 2019 data on file, Basis verordnete Packungen.
(11) AG ProBiosimilars, Handbuch Biosimilars 2019, www.probiosimilars.de


Das könnte Sie auch interessieren

Forsa-Umfrage: Jede dritte Frau hat Sorgen vor Klinikaufenthalt

Forsa-Umfrage: Jede dritte Frau hat Sorgen vor Klinikaufenthalt
© VILevi / Fotolia.com

Vergessenes OP-Besteck im Körper, Komplikationen durch fehlerhafte Medizinprodukte oder Infektionen mit Keimen – immer wieder kommt es in deutschen Krankenhäusern zu solchen Zwischenfällen. Laut Medizinischem Dienst der Krankenkassen (MDK) lag die offizielle Zahl der bestätigten Behandlungsfehler im vergangenen Jahr bundesweit bei knapp 3.500. Das verunsichert Patienten verständlicherweise vor wichtigen medizinischen Eingriffen. Frauen sorgen sich häufiger als Männer vor einem Klinikaufenthalt, so das aktuelle Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag...

Wenn Verwandte von Krankheitserregern Gutes tun

Wenn Verwandte von Krankheitserregern Gutes tun
© science photo / fotolia.com

Es gibt Bakterien, die Wasserstoff und Naturstoffe produzieren, was sowohl für die Umwelt als auch für die Medizin wichtig ist. In Jena hat ein Forschungsteam nun die Fähigkeit zur Wasserstoff- und Naturstoffproduktion in einer Gruppe von Bakterien nachgewiesen, die bis dahin eher als Krankheitserreger bekannt waren. In Gemeinschaft mit einem methanproduzierenden Bakterium konnten diese Bakterien Milchsäure zu Methan umwandeln.

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt
© Darren Baker / Fotolia.com

Naturheilmittel oder neuer Trend der Bio-Welle? 94 Prozent der Deutschen können mit dem Begriff Biopharmazeutika nichts anfangen (1). Oftmals werden hinter dem Begriff Naturheilmittel vermutet. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die biotechnisch hergestellt oder aus gentechnisch veränderten Organismen gewonnen werden und mit dem Ziel der Bekämpfung einer Krankheit in die Vorgänge des Körpers eingreifen. Insulin ist ein bekanntes Beispiel. Wem das erklärt wird, der ist gerne zur Einnahme eines solchen Arzneimittels bereit. Das sind Ergebnisse einer...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Adalimumab: Weitere Preissenkung für Biosimilar "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.