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Medizin

02. Juli 2020 Asthma: Gute Krankheitskontrolle ermöglicht körperliches Training

Die Voraussetzung dafür, dass Asthmamedikamente ihre Wirkung entfalten können, ist, dass die Wirkstoffe dorthin gelangen, wo das entzündliche Geschehen stattfindet (1). Aktuell publizierte Daten zeigen nun erneut, dass eine gute Lungendeposition mit dem FOSTER® NEXThaler® möglich ist (2). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die extrafeine Formulierung größeren Partikelformulierungen überlegen ist, wenn es darum geht, sowohl inhalative Kortikosteroide (ICS) als auch langwirksame ß2-Agonisten (LABA) konsistent in die großen und kleinen Atemwege zu bringen (2). Ist die Asthmaerkrankung gut eingestellt, können Patienten ein leichtes körperliches Training beginnen. Auch die aktualisierten GINA-Empfehlungen raten Asthmapatienten zu körperlicher Aktivität (3).
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Asthma bronchiale ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, die mit Dyspnoe, Wheezing und einer eingeschränkten Lungenfunktion einhergehen kann (3). Ziel der inhalativen Therapie ist es, die Symptome unter Kontrolle zu bringen und gleichzeitig das Risiko für Exazerbationen und anhaltende Einschränkungen der Lungenfunktion zu minimieren (3). Während es für die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) seit Jahren gängige Lehrmeinung ist, dass es sich dabei um eine Erkrankung der kleinen Atemwege handelt, wurde dies für Asthma lange Zeit in Frage gestellt.

„Aber auch Asthma ist eine Erkrankung des gesamten Bronchialbaums“, so Dr. Thomas Voshaar, Chefarzt der Lungenklinik am Krankenhaus Bethanien in Moers. Die inflammatorischen Prozesse und das Remodeling in den kleinen Atemwegen tragen sogar wesentlich zur Pathogenese bei (4). „Umso wichtiger ist es, dass wir mit geeigneten Wirkstoffen und Inhalationsdevices erreichen, dass die Medikamente dorthin gelangen, wo sie die beste Wirkung entfalten“, so Voshaar. „Voraussetzung dafür ist eine hohe Deposition in den großen und insbesondere den kleinen Atemwegen. Eine hohe Deposition sorgt zudem für eine Dosiskonsistenz. Das bedeutet: Je höher die Deposition in den Bronchien und in den kleinen Atemwegen, desto geringer ist die Variabilität von Atemzug zu Atemzug und von Mensch zu Mensch.“

Voshaar präsentierte einen aktuellen Vergleich der Lungendeposition der fixen ICS/LABA-Kom-binationen Beclometason/Formoterol (BDP/FF) und der von Fluticason/Vilanterol (Flu/Vil) jeweils abgegeben über einen Trockenpulver-Inhalator (2). Für die Studie wurden Daten von 20 Patienten mit Asthma verwendet. Die Lungendeposition wurde mittels Functional Respiratory Imaging (FRI) simuliert. Basis für die Simulation sind patientenspezifische 3-D-Modelle der Atemwegsgeometrie aus Computertomographie-Aufnahmen, individuelle Inhalationsprofile, strömungsmechanische Berechnungen mittels Computational-Fluid-Dynamics (CFD) sowie Charakteristika der Inhalatoren. Verschiedene Studien haben die Zuverlässigkeit dieser Methode bestätigt (5-7).

Höhere Lungendeposition der extrafeinen Wirkstoffkombination

Im Ergebnis zeigte sich eine höhere Lungendeposition der extrafeinen BDP/FF-Kombination sowohl in den zentralen als auch in den kleinen Atemwegen im Vergleich zur Flu/Vil-Kombination. (zentrale Atemwege 11,15% vs 5,27%; kleine Atemwege 25,66% vs 6,55%) Das gilt sowohl für das inhalative Kortikosteroid (ICS) als auch für den langwirksamen ß2-Agonisten (LABA). Der Unterschied in der peripheren Deposition war sowohl für ICS als auch für LABA größer als in der zentralen Deposition. Die Autoren der Studie führen dies auf den geringeren MMAD (Mass Median Aerodynamic Diameter) der BDP/FF-Kombination zurück. Daher war auch das Verhältnis der Wirkstoffkonzentrationen in den zentralen bzw. kleinen Atemwegen mit dem NEXThaler® sowohl für ICS (0,63±0,15 vs. 1,63±0,54) als auch für LABA (0,67±0,17 vs. 0,99±0,25) niedriger als mit dem Ellipta®. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die extrafeine Formulierung größeren Partikelformulierungen überlegen ist, wenn es darum geht, sowohl ICS als auch LABA konsistent in die großen und kleinen Atemwege zu bringen (2). Damit bestätigen die Daten die Ergebnisse szintigrafischer Studien, die zeigen, dass Inhalativa mit extrafeiner Wirkstoffformulierung mit einer durchschnittlichen Partikelgröße von <1,5 μm (bezogen auf den MMAD) auch die kleinen Atemwege erreichen und somit eine hohe und homogene Deposition in der Lunge erzielen (8, 9).

GINA empfiehlt regelmäßige körperliche Aktivität

Sind Patienten medikamentös gut eingestellt, ist auch ein leichtes körperliches Training empfehlenswert. Die aktuellen GINA-Empfehlungen raten Ärzten dazu, ihre Asthma-Patienten zu regelmäßiger körperlicher Aktivität zu ermutigen (3). Körperliches Training hat zudem positive Effekte auf den Krankheitsverlauf und die Symptome bei Asthma (10). Patienten, die in standardisierte Trainingsprogramme eingeschlossen sind, geben weniger Symptome an, gehen seltener zum Arzt, leiden seltener unter Wheezing, müssen seltener ins Krankenhaus und benötigen weniger Notfallmedikamente (11-13).

„Körperliches Training ist ein wichtiger Bestandteil in der Therapie obstruktiver Atemwegserkrankungen und verbessert bei Asthmatikern die kardiopulmonale Fitness. Die Patienten sollten aber 3 Regeln beachten“, so Dr. Klose weiter. Die Grundvoraussetzung für Asthma-Patienten, die Sport treiben möchten, sei eine medikamentös gut eingestellte und gut kontrollierte Erkrankung. Bei der sportlichen Aktivität selbst sollten Patienten für den Fall plötzlicher Atemnot immer ihr Notfallspray griffbereit haben, um im Falle einer drohenden Exazerbation sofort handeln zu können. Um vorab die aktuelle Leistungsfähigkeit der Atemwege zu bestimmen, rät Klose Sportlern vor Beginn des Trainings außerdem eine Peak-Flow-Messung durchzuführen und das Training entsprechend anzupassen. Bei unzureichend eingestelltem Asthma ist Vorsicht geboten. „Triggerfaktoren wie z.B. Pollen, Luftschadstoffe, kalte oder trockene Luft und Chlor können die Asthmasymptomatik verstärken und zu Exazerbationen führen. Bei guter Asthmakontrolle werden die Triggerfaktoren in der Regel problemlos toleriert“, so PD Dr. Hans Klose, Chefarzt der Abteilung für Pneumologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

„Grundsätzlich also auch abseits von obstruktiven Atemwegserkrankungen“, so Dr. Klose, „ist ein leichtes an den körperlichen Zustand angepasstes Training natürlich für jeden Menschen empfehlenswert, denn es stärkt das Immunsystem. Das gilt auch während der COVID-19-Pandemie. Überanstrengungen sollte man unbedingt vermeiden und am besten im Freien trainieren. In Innenräumen können Sportler schnell zu „Virenschleudern“ werden.“

Quelle: Chiesi

Literatur:

(1) Horvath G, Wanner A., Eur Respir J 2006;27:172-187
(2) Mignot B et al., Eur Respir J 2019;54:PA4822
(3) Global Initiative for Asthma. Global Strategy for Asthma Management and Prevention, 2020. https://ginasthma.org/wp-content/up-loads/2020/04/GINA-2020-full-report_-final-_wms.pdf
(4) Van der Wiel E et al., J Allergy Clin Immunol 2013;131:646-657
(5) De Backer JW et al., Radiology 2010;257:854-862
(6) Mignot B. et al., RDD Asia 2018;1:63-72
(7) Van Holsbeke C et al., Ther Adv Respir Dis 2018;12:1-15
(8) De Backer W et al., J Aerosol Med Pulm Drug Deliv 2010;23:137-148
(9) Virchow JC et al., J Aerosol Med Palm Drug Deliv. 2018;31:269-280
(10) Meyer A et al., BMC Pulm Med 2015;15:56
(11) Eichenberger PA et al., Sports Med 2013;43:1157-1170
(12) Carson KV et al., Cochrane Database Syst Rev 2013;(9):CD001116 13 Kemper P, Pneumologie 2008;62:367-371
(13) Kemper P, Pneumologie 2008;62:367-371


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