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Medizin

11. Oktober 2019 Bronchiektasen: Erhöhtes Risiko für Lungenerkrankungen durch nichttuberkulöse Mykobakterien

Patienten mit Bronchiektasen haben ein erhöhtes Risiko für Lungenerkrankungen durch nichttuberkulöse Mykobakterien (NTM-LD) (1). Aktuelle Fallzahlen aus dem europäischen Bronchiektasen-Register EMBARC zeigen: 18% aller registrierten Bronchiektasen-Patienten weisen eine zusätzliche NTM-LD auf. Diese beträchtlichen Zahlen präsentierte Dr. Pieter Goeminne, Belgien, auf dem ersten European NTM & Bronchiectasis Workshop in Wien (2).
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Fachinformation
Bei 69% dieser Patienten wurde ein Erreger des Myobacterium avium complexes (MAC) isoliert, zu dem unter anderem M. avium, M. intracellulare und M. chimaera gehören (2). Prof. Claire Andréjak, Frankreich, hob hervor, dass für MAC-Lungenerkrankungen in Europa derzeit keine evidenzbasierten Therapien zur Verfügung stehen (3). 

Entsprechend verbesserungswürdig sind die Sputumkonversionsraten: Einer aktuellen Metaanalyse zufolge liegt der Behandlungserfolg der empfohlenen makrolidbasierten Kombinations­therapie bei knapp 61% (4). Etwas besser sind die Zahlen bei makrolidsensitiven Patienten, die mindestens 12 Monate lang behandelt wurden: hier liegt der Therapieerfolg bei rund 66% (4).

Quelle: Insmed

Literatur:

(1) Schönfeld, N. et al. Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie nichttuberkulöser Mykobakteriosen des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Pneumologie (Stuttgart, Germany) 67, 605-633 (2013).
(2)  Dr. Pieter Goeminne „Bronchiectasis: The deteriorating patient“ (European NTM & BE Workshop, Wien, 6.-8.Juli 2019).
(3)  Prof. Claire Andréjak „MAC-PD: Antibiotics treatment regimens“ (European NTM & BE Workshop, Wien, 6.-8.Juli 2019).
(4)  Diel, R. et al. Microbiologic Outcome of Interventions Against Mycobacterium avium Complex Pulmonary Disease: A Systematic Review. Chest (2018).


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