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Medizin

29. Mai 2020 COVID-19: Erhöhtes Risiko für schweren Verlauf durch Alzheimer-Genotyp E4?

Als besonders gefährdet für schwere Verläufe der neuartigen Lungenerkrankung COVID-19 gelten alte Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen. Eine Analyse der UK Biobank hat ergeben, dass auch Menschen mit dem Genotyp E4 für das Apolipoprotein E ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben – selbst, wenn sie (noch) nicht an einer Demenz erkrankt sind.
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Eine bevorstehende Demenz ist ein Hauptrisikofaktor für einen schweren COVID-19-Verlauf (OR=3,07; 95%-KI: 1,71-5,50) (1). In einer anderen britischen Studie mit 16.749 Patienten, die wegen COVID-19 ins Krankenhaus eingewiesen wurden (2), gehörte Demenz zu den häufigen Komorbiditäten und war mit einer höheren Mortalität verbunden. Darüber hinaus treten häufig Bewusstseinsstörungen, einschließlich Delirium, auf. (3).

David Melzer und sein Team werteten die Daten der UK Biobank-Studie aus, die seit 2006 Gene von mehr als einer halben Million Briten untersucht hat. 28% (398.073 von 90.469) wiesen den Genotyp E4 im Apolipoprotein E auf. Das Risiko an Morbus Alzheimer zu erkranken ist bei den Trägern des Genotyps E4 um das 11-fache erhöht; E4 ist der bedeutendste genetische Risikofaktor für eine Demenzerkrankung.

An COVID-19 sind bislang 37 Teilnehmer der UK Biobank-Studie erkrankt. Damit zeigt sich in der Genotyp-4-Gruppe eine deutlich erhöhte Prävalenz von 410 auf 100.000 Personen – in der Genotyp-3-Gruppe sind es nur 179 von 100.000 Personen. Jedoch ist bislang keiner der 37 an COVID-19-Erkrankten auch an Demenz erkrankt, was durch das vergleichsweise junge Alter der UK-Biobank-Kohorte zu erklären ist.

Dies lässt den Schluss zu, dass Alzheimer-Patienten nicht nur aufgrund ihres Alters und ihrer Gebrechlichkeit oder durch die hohe Infektionsgefahr in Alters- und Pflegeheimen besonders für einen schweren COVID-19-Verlauf gefährdet sind, sondern dass das ApoEe4e4-Allel unabhängig von anderen Risikofaktoren eine Gefährdung bedeutet.

Übers. SM

Quelle: Journal of Gerontology. https://academic.oup.com/biomedgerontology/advance-article/doi/10.1093/gerona/glaa131/5843454

Literatur:

(1)   Atkins JL, Masoli JAH, Delgado J, Pilling LC, Kuo C-LC, Kuchel G, Melzer D. PREEXISTING COMORBIDITIES PREDICTING SEVERE COVID-19 IN OLDER ADULTS IN THE UK BIOBANK COMMUNITY COHORT. medRxiv . 2020: 2020.05.06.20092700. http://medrxiv.org/content/early/2020/05/08/2020.05.06.20092700.abstract
(2)   Docherty AB, Harrison EM, Green CA, Hardwick HE, Pius R, Norman L, Holden KA, Read JM, Dondelinger F, Carson G, Merson L, Lee J, Plotkin D,et al. Features of 16,749 hospitalised UK patients with COVID-19 using the ISARIC WHO Clinical Characterisation Protocol. medRxiv. 2020: 2020.04.23.20076042. http://medrxiv.org/content/early/2020/04/28/2020.04.23.20076042.abstract
(3)   Mao L, Wang M, Chen S, He Q, Chang J, Hong C, Zhou Y, Wang D, Miao X, Hu Y, Li Y, Jin H, Hu B. Neurological Manifestations of Hospitalized Patients with COVID-19 in Wuhan, China: A Retrospective Case Series Study. JAMA Neurol. 2020.


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  • Bundesweite Kontaktbeschränkungen ab 02. November 2020 – Früher als angekündigt soll die Pandemie mit massiven Kontaktbeschränkungen gestoppt werden (dpa, 28.10.2020).
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