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Medizin

04. Dezember 2019 Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Vedolizumab sicher und effektiv

Sowohl bei Morbus Crohn als auch bei Colitis ulcerosa besteht heute die Auswahl zwischen verschiedenen Biologika. Wie CED-Experten auf einer Presseveranstaltung des Unternehmens Takeda ausführten, spricht derzeit sowohl mit Blick auf die Sicherheit als auch auf die Effektivität Vieles für den anti-Integrin-Antikörper Vedolizumab (Entyvio®).
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Wie Prof. Dr. Andreas Sturm, Berlin, erinnerte, sind für 54% der Patienten laut einer Umfrage Aspekte der Sicherheit bei einer Biologika-Therapie wichtig, die Effektivität landete darin mit 28% auf Platz zwei. Das größte Therapierisiko besteht laut Sturm darin, dass ein Patient auf eine bestimmte Therapie nicht anspricht, denn bislang ist es nicht möglich, ein Ansprechen vorherzusagen. Auch aus diesem Grund sollte man seiner Meinung nach immer eine möglichst nebenwirkungsarme Therapie wählen. Hierunter sind bei Biologika vor allem Infektionen sowie ein (sehr geringes) Risiko für bösartige Erkrankungen zu bedenken. Laut Sturm zeigte eine Langzeitbeobachtung von mehr als 2.800 Morbus Crohn- und Colitis ulcerosa-Patienten, die bis zu 5 Jahre mit Vedolizumab behandelt wurden, kein Signal für eine erhöhte Infektionsgefahr; dasselbe gilt für maligne Erkrankungen. Der CED-Experte hob hervor, dass unter Monotherapie mit Vedolizumab weniger schwerwiegende Infektionen und schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auftraten als unter anti-TNF-alpha-Mono-Therapien. Sturms Resümee: „Im Augenblick gehen wir davon aus, dass Vedolizumab der sicherste Player auf dem Markt der Biologika-Therapie für die Behandlung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist.“

Neue, überzeugende Daten zur Effektivität gibt es für die Colitis ulcerosa: So hat die in diesem Jahr publizierte VARSITY-Studie – die erste direkte Vergleichsstudie zwischen zwei Biologika in dieser Indikation – gezeigt, dass Vedolizumab Adalizumab in Hinblick auf die klinische Remission und die endoskopische Besserung signifikant überlegen ist (1). Nach einem Jahr erreichten 31% der Patienten unter Vedolizumab im Vergleich zu 23% unter Adalimumab eine klinische Remission; bei der endoskopischen Besserung betrugen die Raten 40% vs. 28%. Keine Überlegenheit zeigte sich dagegen bei der steroidfreien Remission. Wie Prof. Dr. Stefan Schreiber, Kiel, betonte, wirkte Vedolizumab genauso schnell wie Adalimumab. Auch mit Blick auf die Patienten-berichteten Outcomes der rektalen  Blutungen und der Stuhlfrequenz sowie bei der globalen Einschätzung der Arztes (Physician Global Assessment) schnitt Vedolizumab besser ab als Adalimumab. Dasselbe gilt für die Lebensqualität der Patienten. Mithilfe von zwei unterschiedlichen Scores wurde zudem erstmals in einer solchen Studie die histologische Krankheitsaktivität untersucht – auch hier fiel das Ergebnis zugunsten von Vedolizumab aus (1).
 

Dr. rer. nat. Anne Benckendorff

Quelle: Pressekonferenz anlässlich des Takeda GastroDialogs CED 2019 „Zielgerichtete Behandlungsstrategien für den bestmöglichen Behandlungserfolg bei CED“, 19.11.2019 in Frankfurt am Main; Veranstalter: Takeda

Literatur:

(1) Sands BE et al. N Engl J Med 2019; 381: 1215-1226


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