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Medizin

11. Dezember 2019 Chronische Hepatitis C: Hohe Heilungsraten unter Elbasvir/Grazoprevir bei HCV-Patienten des Genotyps 1

Bis zu drei Viertel der Patienten mit einer chronischen Hepatitis C entwickeln mindestens eine extrahepatische Manifestation, darunter ist Diabetes mellitus Typ 2 eine der häufigsten. Eine aktuelle Auswertung der Real-World Daten des Deutschen Hepatitis C-Registers (DHC-R) ergab einen deutlichen Unterschied zwischen den Hepatitis-C-Patienten mit Genotyp (GT) 1 Infektion mit und ohne Diabetes. Die Patienten mit Diabetes mellitus waren älter, hatten einen höheren BMI, höhere Leberwerte (Gamma GT) und häufiger eine Leberzirrhose sowie kardiovaskuläre und renale Erkrankungen. Zudem nahmen sie 2,5mal so viele Begleitmedikamente ein. Trotz dieser Einschränkungen erreichten Patienten mit Diabetes mit Elbasvir/Grazoprevir (Zepatier®) hohe SVR12-Raten von 97 und 100% bei einer Infektion mit den Subtypen GT1b und GT1a. Bei den Diabetikern zeigte sich nach der Therapie mit Elbasvir/Grazoprevir im Vergleich zum Beginn der Therapie zudem tendenziell eine Abnahme des HbA1c-Wertes und der Anzahl von eingenommenen Antidiabetika.
Im DHC-R wurden von September 2016 bis Juli 2018 insgesamt 992 Patienten mit einer chronischen HCV-Infektion mit Genotyp 1 12-16 Wochen lang mit Elbasvir/Grazoprevir +/- Ribavirin behandelt. In die Analyse gingen 972 Patienten ein, die die Nachbeobachtung durchlaufen hatten. Primärer Zielparameter der Auswertung war das Erreichen des anhaltenden virologischen Ansprechens (SVR) 12 oder 24 Wochen nach Therapieende. Die Auswertung erfolgte Per Protocol einschließlich aller Patienten, die die Therapie zu Ende geführt hatten. Bei 93 der 972 Patienten (10%) lag ein Diabetes mellitus vor, während 879 Patienten (90%) keinen Diabetes hatten. Nahezu alle Patienten (95%) erhielten Elbasvir/Grazoprevir, lediglich 5% wurden zusätzlich mit Ribavirin behandelt. Die Therapiedauer betrug für die meisten Patienten 12 Wochen (mit Diabetes 93%, ohne Diabetes 86%).

Deutlich höhere Rate an Komorbiditäten bei Diabetikern

In der Per-Protocol-Analyse betrug die SVR12-Rate 97,6% bei den Diabetikern und 97,5% bei den Patienten ohne Diabetes. Es zeigte sich auch nahezu kein Unterschied zwischen den Heilungsraten unter den GT1-Subtypen 1a und 1b: SVR12 100% bzw. 96,9% mit Diabetes und 96,9% bzw. 97,6% ohne Diabetes. In den Baseline-Charakteristika zeigten sich deutliche Differenzierungen zwischen den Patienten mit und ohne Diabetes: In der Diabetes-Gruppe waren die Patienten älter (63 vs. 53 Jahre), und der Body Mass Index höher (29 vs. 26 kg/m2), mehr Patienten hatten einen erhöhten Wert für die Gamma GT (73 vs. 54%) und mehr Patienten hatten eine Zirrhose (38 vs. 18%). Ein deutlicher Unterschied zeigte sich auch bei den Komorbiditäten. Bei den Diabetikern lagen im Schnitt 2-mal so viele Begleiterkrankungen vor (8 vs. 4 pro Patient): vor allem kardiovaskuläre Erkrankungen (65 vs. 29%) und renale Insuffizienz (24 vs. 7%), darunter auch Dialysepflicht (13 vs. 4%). Als Folge nahmen die Diabetes-Patienten 2,5-mal so viele Begleitmedikamente ein (5,6 vs. 2,1 pro Patient): Renin/Angiotensin-Blocker (60 vs. 22%), Betablocker (39 vs. 19%), Säurereduzierende Mittel (41 vs. 15%), Kalziumkanal-Blocker (25 vs. 10%), Antithrombotika (29 vs. 11%) und Diuretika (36 vs. 10%).

Daten zu klinischen Diabetes-Parameter vor und nach Behandlung liegen bisher für einige Patienten vor. Bei ihnen sank der mittlere HbA1c-Wert von 7,1% vor der Therapie (n=20) auf 6,4% (n=5) 24 Wochen nach der Therapie. Auch der Anteil der Patienten, die Antidiabetika einnahmen, fiel in diesem Zeitraum von 77% (n=72/93) auf 56% (n=47/84).

Quelle: MSD


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