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Medizin

26. März 2020 Coronakrise: Aktuelles vom Tage

Der 26. März ist ein neuer Tag unter dem Eindruck der geltenden Ausgangsbeschränkungen in Deutschland. Ortsteile in Jessen, Sachsen, sind unter Quaratäne gestellt worden. Die Ausweitung von Covid-19 bedeutet weiterhin für uns alle drastische Einschnittte in das öffentliche Leben. Möglichst im home office arbeiten, ausschließlich zur Arbeit, zum Arzt oder Einkaufen fahren, ansonsten zuhause bleiben. Irgendwie gewöhnt man sich doch an die Situation. Der Mensch ist so angelegt, sich an vieles anzupassen. Erstaunlich ist, wie digitales Arbeiten plötzlich möglich wird. Für Ältere wird von Nachbarn oder Vereinen, die sich jetzt nicht treffen dürfen, eingekauft. Ein Ende der Krise ist noch nicht in Sicht – doch zumindest diskutieren die Politiker über den „Exit aus dem Lockdown bis Mitte April“. Die wirtschaftliche Situation ist ernst und wird uns noch auf Jahre beschäftigen. Erstmal ist dies, was wir aktuell erleben, noch die „Ruhe vor dem Sturm“, sagt Gesundheitsminister Jens Spahn. Während jedes Land zunächst für und an sich gedacht hat, müht man sich nun doch um Solidarität unter den 27 EU-Staaten, ein Videogipfel der Regierungschefs heute soll dies voranbringen. Wenigstens behandelt Deutschland inzwischen einige italienische und französische Coronavirus-Patienten, die beatmet werden müssen.
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Fachinformation
Zahl bestätigter Infektionen in Deutschland (Stand 26.3.20, 15:00 Uhr):

Johns Hopkins University: 40.421 Fälle mit 229 Todesopfern
https://www.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6

Bislang sind weltweit 22.030 Menschen an COVID-19 gestorben, die meisten davon in Italien, China, Spanien, Iran, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden.

Die Letalität liegt mit momentan 0,6% in Deutschland deutlich niedriger gegenüber Ländern wie Italien (10,1%) und Spanien (7,2%), Frankreich (5,3%) und China (nach den übermittelten Zahlen wären es hier 4,0%).

Patienten über 80 werden im Elsass nicht mehr beatmet

Katastrophenmediziner berichten angesichts der Corona-Pandemie über dramatische Zustände im Elsass. Demnach arbeiten Mediziner an der Universitätsklinik Straßburg auch dann weiter mit Corona-Patienten, wenn sie selbst infiziert sind. Zudem würden über 80-jährige Patienten nicht mehr beatmet. Stattdessen erfolge „Sterbebegleitung mit Opiaten und Schlafmitteln“, schreiben Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin in Tübingen in einem Bericht an die baden-württembergische Landesregierung, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Mehrere Medien haben darüber berichtet. (dpa)

COVID-19 – Intensiv- und Notfallmediziner legen klinisch-ethische Entscheidungsempfehlungen vor: „Wir entscheiden nicht nach Alter!“

Deutschlands Notfall- und Intensivmediziner bereiten sich auf die schwerste aller Entscheidungen vor: Welchen Patienten im Fall der Fälle intensivmedizinisch behandeln und welchen palliativmedizinisch versorgen, wenn die Intensivbetten und Ressourcen knapp werden? Noch ist es nicht so weit. „Aber sollten wir in die schwierige Situation kommen, zwischen Patienten entscheiden zu müssen, dann wollen wir gewappnet sein“, sagt Prof. Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). „Wir wollen am Ende dieses schwierigen, schmerzlichen Prozesses sagen können: Es war eine fundierte, gerechte Entscheidung. „Dabei spielen der Schweregrad der aktuellen Erkrankung sowie relevante Begleiterkrankungen (z.B. schwere vorbestehende Organdysfunktion mit prognostisch eingeschränkter Lebenserwartung) eine wesentliche Rolle, ebenso der Patientenwille. Aus Gründen der Gleichberechtigung sieht das Paper zudem vor, dass eine Auswahl unter allen Patienten erfolgen sollte, die eine Intensivbehandlung benötigen, unabhängig davon, wo sie gerade versorgt werden (Notaufnahme, Allgemeinstation, Intensivstation) und ganz gleich, ob COVID-19-Infizierter, Schlaganfall-Patient oder Unfallopfer. (DIVI)

Anfangsevidenz für Wirkungsamkeit von Favipiravir

Das Grippe-Medikament Favipiravir (T-705), das in einigen asiatischen Ländern wie China mittlerweile zum Einsatz bei COVID-19-Infektion zugelassen ist, sei vielversprechend, sagte Prof. Dr. Christian Drosten, Charité Berlin. Man sehe bei dieser Substanz eine „Anfangsevidenz für eine Wirkung“, aber diese sei klein und man brauche mehr Studien um dazu etwas zu sagen. (dpa)

Leichte Entspannung hinsichtlich Schutzmasken

Bei der Versorgung von Kliniken und Pflegeheimen mit dringend benötigten Schutzmasken deutet sich langsam Entspannung an. Am Dienstag und Mittwoch wurden je eine Million sogenannte FFB-2-Masken ausgeliefert, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Ressortchef Jens Spahn (CDU) sagte der „Zeit“, die Preise für solche Masken hätten sich nach einem astronomischen Anstieg wieder fast halbiert. China habe Exportverbote aufgehoben. Die Produktion laufe auf Hochtouren. (dpa)

Nationales Netzwerk der Universitätsmedizin im Kampf gegen COVID-19

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert mit 150 Millionen Euro den Aufbau eines Forschungsnetzwerks, um die Forschungsaktivitäten der deutschen Universitätsmedizin zur Bewältigung der aktuellen Pandemie-Krise zu bündeln und zu stärken. Die Initiative ist von dem Charité-Vorstandsvorsitzenden Professor Heyo K. Kroemer und dem Direktor der Charité-Virologie, Prof. Christian Drosten, ausgegangen. An perspektivisch allen Universitätskliniken werden die Daten der behandelten COVID-19-Patienten systematisch erfasst und in einer Datenbank gebündelt. So können die Krankengeschichten oder auch Daten zur Konstitution der Erkrankten zusammengeführt werden. (BMBF)

Pharma-Standortstärkung im Blick haben

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hat sich mit einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gewandt. Darin fordert der BPI, die Stärkung des Produktionsstandortes gerade vor dem Hintergrund einschneidender Krisenmaßnahmen und Eingriffe in das Wirtschaftsleben im Blick zu behalten: „Es gilt gerade jetzt, den Pharmastandort zu sichern und die Produktion aufrechtzuerhalten“, sagt Dr. Martin Zentgraf, der BPI-Vorstandsvorsitzende. Gefordert werden, die Systemrelevanz der pharmazeutischen Industrie festzustellen, Transport- und Containerkapazitäten sicherzustellen, Freien Warenverkehr wiederherzustellen, Schutzkleidung auch für die Produktion bereitzustellen, Bessere Testkapazitäten für Schlüsselpersonal sowie der Erhalt/die Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.
(BPI)

Ruhe vor dem Sturm

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit weiter steigenden Belastungen für Krankenhäuser und Praxen in der Corona-Krise: „Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm.“ Die Kapazität liege mit 300.000-500.000 Tests pro Woche auch im internationalen Vergleich sehr hoch. Es sei weiterhin wichtig, dass sie zielgerichtet eingesetzt würden.Dies solle auch bei Beratungen nach Ostern zwischen der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten Thema sein. Dabei solle auch darüber diskutiert werden, wie Handydaten im Krisenfall für die Klärung von Infektionsketten zu nutzen seien, machte Spahn deutlich.

Politik setzt auf Expertise der Leopoldina

Bei der Frage, in welcher Form Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland wieder gelockert werden können, setzt die Politik auf die Expertise der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. An der Akademie in Halle an der Saale seien entsprechende Arbeitsgruppen gebildet worden. Diese würden aus verschiedenen Perspektiven beleuchten, welche Möglichkeiten und Handlungsalternativen es gebe, um wieder in einen "normalen Modus" in Deutschland zurückzukommen, sagte Bundesforschungsministerin AnjaKarliczek (CDU) heute in Berlin. (dpa)

Nur symptomatische Menschen werden gestestet

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat um Verständnis dafür geworben, dass Coronavirus-Tests nur bei Menschen mit Krankheitssymptomen vorgenommen werden. „Es macht keinen Sinn, gesunde, unauffällige Bürger zu testen“, sagte der KBV-Bundesvorsitzende Andreas Gassen heute in Berlin. Entscheidend sei die ärztliche Entscheidung. (dpa)

Vorsorge-Untersuchungen für Babys und Kleinkinder

Ab der U6, die eigentlich zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat stattfinden soll, gelten die fixen Intervalle vorübergehend nicht mehr – Eltern und Ärzte können die Untersuchungen zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Ein Muss ist das aber nicht. Sollte die Untersuchung aus irgendwelchen Gründen stattfinden müssen, können Kinderärzte sie weiter machen und abrechnen. Keine Änderungen gibt es bei den früheren Untersuchungen U2 bis U5. (dpa)

Telefonische Krankschreibung jetzt länger möglich

Bisher konnten sich Menschen mit Grippe- und Erkältungssymptomen sich für 7 Tage krankschreiben lassen, ohne in die Praxis zu gehen. Das ist jetzt für 14 Tage möglich – und ab sofort auch bei einem Verdacht auf Coronavirusinfektion. Der Arzt entscheidet dann, welche Tests und Untersuchungen durchgeführt werden (dpa)

Quelle: Red., dpa, BMBF, BPI, DIVI


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