Sonntag, 19. Mai 2019
Navigation öffnen

Medizin

14. März 2019 FSME: Infektionsgefahr durch Zecken

Gegen die sich stetig ausbreitende FSME-Infektionsgefahr durch Zecken hilft vor allem die FSME-Impfung. Experten erörterten im Marburger Impfstoffwerk von GlaxoSmithKline den Lebenszyklus der Parasiten und den hohen Stellenwert der Immunisierung.
Anzeige:
Fachinformation
Die Zeckensaison ist eröffnet: Liegen die Temperaturen über 7°C, werden Ixodes Ricinus (Gemeiner Holzbock) und weitere Arten aktiv und suchen nach einem Wirt. „Neben Waldgebieten sind sie auch auf Wiesen und in Gärten verbreitet, meist in Bodennähe“, erklärte Prof. Dr. Heinz Mehlhorn, Düsseldorf, im Rahmen des Ortstermins im GSK-Impfstoffwerk Marburg (1). Der Parasitologe betonte: „In einer Studie der Universität Hohenheim fanden sich Zecken in praktisch allen Gärten, auch in waldfernen: Sie haben ein breites Wirtsspektrum und werden durch Mäuse, Vögel, Füchse, Igel und andere Tiere eingeschleppt“ (2).

Erstmals FSME-Risikogebiet in Niedersachsen

In vielen Gegenden Europas und Nordasiens sind laut Angaben von Dr. Michael Bröker, Mikrobiologe aus Marburg, bis zu 30% der Zecken von Flavi-Viren befallen, den Erregern der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Der Parasit kann die Viren beim Stich zum Blutsaugen auf den Menschen übertragen. „Die Risikogebiete wachsen stetig von Süd nach Nord, es werden immer mehr“, berichtete Bröker. „Gründe dafür sind die Reisetätigkeit des Menschen und Wanderungen von Zugvögeln und anderen Tieren“, waren sich beide Experten einig.

Auch in Deutschland ist in den letzten Jahren die Risikoregion, in der die FSME-Inzidenz beim Menschen eine definierte Mindestschwelle übersteigt, wieder um einige Kreise angewachsen. Diese liegen teils inselartig in bislang FSME-freien Gebieten, etwa in Hessen, Rheinland-Pfalz sowie 2019 erstmals auch in Niedersachsen (Landkreis Emsland) (3).

Steigende Infektionsraten

Dementsprechend stieg die Zahl der FSME-Infektionen beim Menschen. Sie hat im Jahr 2018 einen vorläufigen Höchststand erreicht: 583 FSME-Fälle wurden in Deutschland gemeldet, 20% mehr als im Jahr zuvor. „Bei 56% der 2018 übermittelten Erkrankungen wurde ein klinisches Bild mit neurologischen Manifestationen einer Meningitis, Enzephalitis oder Myelitis angegeben“, so das Robert Koch-Institut (3).

Impfschutz

Schutz vor FSME und deren teils lebensbedrohlichen Verläufen bietet neben körperbedeckender Kleidung und der Anwendung von Repellenzien vor allem die aktive Immunisierung. Im Impfstoffwerk Marburg wird unter anderem der FSME-Impfstoff Encepur® produziert. Er kann im konventionellen Schema oder im Schnellschema (Grundimmunisierung: Tag 0 – Tag 7 – Tag 21) geimpft werden, wie Dr. Andris Schulz, Senior Medical Advisor bei GSK, berichtete. „Auffrischimpfungen können mit Encepur® erfolgen, auch dann, wenn bei der Grundimmunisierung ein anderer Impfstoff verwendet wurde“, ergänzte er (4). Dies vereinfache die Impfung für den Allgemeinmediziner.
 

Simone Reisdorf

Quelle: Pressereise „Die Welt der Impfstoffe – FSME im Fokus“ mit Diskussionsrunde, Impfstoffwerk Marburg, MARS-Campus, 06. März 2019; Veranstalter: GlaxoSmithKline

Literatur:

1) Mehlhorn H, Mehlhorn B, Zecken auf dem Vormarsch – Vorbeugung und Maßnahmen gegen Krankheitserreger, Düsseldorf university press, 2009.
2) Pressemitteilung der Universität Hohenheim, https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?tx_ttnews%5Btt_news%5D=26836 cHash=bc261f0cc36d45bbcf4ae35d947403b1.
3) Robert Koch-Institut (RKI), Epidemiologisches Bulletin 07/2019, https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2019/Ausgaben/07_19.pdf?__blob=publicationFile.
4) Fachinformationen Encepur®.


Das könnte Sie auch interessieren

Tipps für ein gutes Gedächtnis und neue medikamentöse Ansätze gegen Alzheimer

Tipps für ein gutes Gedächtnis und neue medikamentöse Ansätze gegen Alzheimer
© Universitätsklinikum Ulm

Was tun für die Fitness im Kopf? Praktische Tipps geben Ärztinnen, Psychologen und Forscherinnen des Universitätsklinikums Ulm am Mittwoch, 3. April (14:00 – 18:00 Uhr), für alle Interessierten und insbesondere für Menschen über 50 mit und ohne Gedächtnisproblemen. In der Ulmer Villa Eberhardt demonstrieren die Wissenschaftler und Klinikerinnen passende Aktivitäten, wie zum Beispiel Spiele, Puzzles oder kognitive Trainings. Darüber hinaus informieren sie in Kurzvorträgen über einen gesunden Lebensstil für das Gehirn, neue...

Steigende Zahl älterer Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2

Steigende Zahl älterer Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2
© Robert Kneschke / Fotolia.com

Aktuell sind in Deutschland rund 17 Millionen Menschen älter als 65 Jahre. Die Zahl wird aufgrund der sich verändernden Altersstruktur auf voraussichtlich 22 Millionen im Jahr 2030 anwachsen. Die Anzahl der Hochbetagten (80 Jahre und älter) wird von derzeit vier Millionen auf sechs Millionen im Jahr 2030 ansteigen. Gleichzeitig erkranken immer mehr Menschen an Diabetes Typ 2, so dass Diabetologinnen und Diabetologen sowie Pflegende künftig viele geriatrische Patienten mit Diabetes versorgen werden: Es ist davon auszugehen, dass in Deutschland derzeit rund vier Millionen...

13 Prozent der Deutschen glauben, Rheuma sei eine Krankheit des Alters

13 Prozent der Deutschen glauben, Rheuma sei eine Krankheit des Alters
© wavebreak3 / fotolia.com

Rheuma ist keine Frage des Alters Rheumatoide Arthritis ist eine von mehr als 200 verschiedenen Rheuma-Erkrankungen Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober   Mehr als jeder Zehnte glaubt, Rheuma sei eine altersbedingte Krankheit, die einfach hingenommen werden müsste (1). Das ergab eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Deutschen anläßlich des Welt-Rheuma-Tages am 12. Oktober im Auftrag des Biotechnologie-Unternehmens Amgen. Dabei kann die Erkrankung in jedem Lebensalter auftreten. Auch viele junge Menschen erkranken an Rheuma: Rund 20.000 Kinder und...

Tipps vom Augenarzt für die kalte Jahreszeit

Tipps vom Augenarzt für die kalte Jahreszeit
© K.- P. Adler / Fotolia.com

Draußen wird es ungemütlich kalt, da bleibt man lieber in wohlig geheizten Räumen. Das ist verständlich, es kann aber dazu beitragen, dass man öfter das unangenehme Gefühl müder, trockener Augen hat. Prof. Dr. Gerd Geerling, Leiter des Ressorts „Trockenes Auge und Oberflächenerkrankungen“ im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands gibt einige Ratschläge, wie man gerade während der Heizperiode diese Beschwerden vermeiden kann.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"FSME: Infektionsgefahr durch Zecken "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.