Montag, 21. Januar 2019
Navigation öffnen

Aktuelle Infos für Ärzte

03. Januar 2019 Forschung: Auswirkungen des Lichts auf die Aufmerksamkeit

Eine Reihe von Studien befasste sich bereits mit den negativen Auswirkungen des abendlichen Konsums auf den Schlaf junger Menschen. Einer der Gründe für die schlechte Schlafqualität scheint das blaue Licht zu sein, das von den Bildschirmen von Mobiltelefonen abgegeben wird, da es dem anregenden Licht bei Tagesanbruch ähnlich ist. Während die Auswirkungen von rotem und blauem Licht auf Erwachsene relativ gut erforscht sind, gibt es bisher kaum Studien zu jungen Menschen. Ein Team der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat nun die Auswirkungen von rotem und blauem Licht auf den Schlaf und die Aufmerksamkeit von Schülern aus Erlangen verglichen.
Können sich Schüler und Schülerinnen besser konzentrieren, wenn sie vom Licht einer bestimmten Farbe umgeben sind? Dies ist die Frage, die ein Team unter der Leitung von Dr. Petra Studer, Neurowissenschaftlerin, und PD Dr. Oliver Kratz, leitender Berater der Abteilung für psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen des Universitätsklinikums Erlangen, untersucht hat. An dem von der Abteilung für psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Universitätsklinikum Erlangen durchgeführten Projekt nahmen rund 30 Schülerinnen und Schüler der Erlanger Gymnasien im Alter von 11 bis 17 Jahren teil. An 2 verschiedenen Tagen kamen sie in das „Lichtlabor“, einen Raum mit heller Beleuchtung, in dem sie einmal blauem Licht und einmal rotem Licht ausgesetzt waren. Nach 20 bis 60 Minuten absolvierten die Jugendlichen Tests, um festzustellen, wie gut sie sich konzentrieren können. Sie mussten Arithmetik- und Leseverständnisaufgaben erledigen und einen computergestützten Test durchführen, um ihre Aufmerksamkeit zu ermitteln.

Blaues Licht ist mit Aufmerksamkeit assoziiert

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass, ähnlich wie bei Erwachsenen, die Aufmerksamkeit der Schüler im blauen Licht zunahm, gemessen an ihren Fehlern und der Konsistenz ihrer Reaktionen — in 2 von 3 Aufmerksamkeitstests zeigten sie bessere Leistungen als bei Rotlicht. Die Farbe des Lichts hatte jedoch keinen Einfluss auf das Leseverständnis. Warum beeinflussen die verschiedenen Lichtfarben die Konzentrationsfähigkeit? „Unsere Körperuhr reagiert auf die verschiedenen Farbtöne, die den natürlichen Rhythmus von Tag und Nacht widerspiegeln“, erklärt Dr. Studer. „Blaues Licht erinnert morgens an das Licht, und unser Gehirn rastet ein, bereit, den ganzen Tag über leistungsfähig zu sein. Rotes Licht hingegen erinnert uns an die Atmosphäre des Abends und signalisiert, dass es an der Zeit ist, sich zu entspannen und zu schlafen. Die ersten Ergebnisse der Studie zeigen, dass Jugendliche etwas besser schlafen, nachdem sie rotem Abendlicht und nicht blauem Licht ausgesetzt waren.“

Dies erklärt auch, warum manche Menschen eine schlechtere Schlafqualität haben, wenn sie ihr Mobiltelefon vor dem Schlafengehen benutzen, was zum Teil auf das blaue Licht des Bildschirms zurückzuführen ist. Abends diesem Licht ausgesetzt zu sein, führt zur Stimulierung unseres Gehirns zur falschen Tageszeit. Einige Hersteller bieten für ihre Geräte einen Nachtmodus an, der mehr rote Farben ausgibt, um die Augen und das Gehirn zu entspannen. Dr. Studer und ihre Kollegen hoffen, dass ihre Studie weitere Forschungen über die Auswirkungen von Licht auf Aufmerksamkeit und Schlaf bei Jugendlichen anregen wird. Nicht nur das, es kann auch zu neuen Entwicklungen führen, wie z. B. Beleuchtung, die perfekte Bedingungen für fokussiertes Lernen und gesunden Schlaf bietet.

Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg


Das könnte Sie auch interessieren

Neue Version der Patientenleitlinie "Unipolare Depression" veröffentlicht

Depressionen sind weltweit häufige Erkrankungen. Allein in Deutschland sind innerhalb eines Jahres rund 6,2 Millionen Menschen betroffen. Gleichzeitig ist die Dunkelziffer hoch: Oft werden depressive Erkrankungen nicht festgestellt, weil Betroffene keine fachliche Hilfe suchen oder die Krankheit nicht erkannt wird. Dabei stehen heute evidenzbasierte Therapieverfahren zur Verfügung, mit denen sich Depressionen in den meisten Fällen gut behandeln lassen.

Patientenportal für klinische Studien macht medizinische Forschung für alle transparent und zugänglich

In Deutschland werden jedes Jahr über 500 klinische Forschungsstudien zu neuen Therapien und Medikamenten durchgeführt. Ein Großteil betrifft Volkskrankheiten wie Diabetes, Asthma, COPD, Arthrose oder Schuppenflechte und richtet sich an chronisch kranke Patienten. Leider weiß die Mehrheit dieser Patienten nichts über aktuelle Studien und die Möglichkeiten, die sich daraus für sie ergeben können. Hier setzt das Aufklärungsprinzip von Mondosano an und bietet einfach aufbereitete Informationen zu neuen Therapieformen und Forschungsprojekten. Bei Interesse vermittelt Mondosano den Patienten zusätzlich in eine für ihn geeignete Studie.

Weltnierentag 2017: Übergewicht geht an die Nieren!

Am 09. März ist Weltnierentag: Ziel des weltweiten Aktionstags ist es, die Prävention von Nierenerkrankungen in den Vordergrund zu stellen. Derzeit sind über 100.000 Menschen in Deutschland auf ein Nierenersatzverfahren - Dialyse oder Transplantation – angewiesen. Ein Nierenversagen kann grundsätzlich jeden treffen, besonders gefährdet sind allerdings Menschen mit Übergewicht. Die Zahl der durch Übergewicht verursachten Nierengewebsschäden hat sich in den vergangenen 30 Jahren bereits verzehnfacht!

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt

Naturheilmittel oder neuer Trend der Bio-Welle? 94 Prozent der Deutschen können mit dem Begriff Biopharmazeutika nichts anfangen (1). Oftmals werden hinter dem Begriff Naturheilmittel vermutet. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die biotechnisch hergestellt oder aus gentechnisch veränderten Organismen gewonnen werden und mit dem Ziel der Bekämpfung einer Krankheit in die Vorgänge des Körpers eingreifen. Insulin ist ein bekanntes Beispiel. Wem das erklärt wird, der ist gerne zur Einnahme eines solchen Arzneimittels bereit. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Deutschen zum medizinischen Fortschritt im Auftrag des Biotechnologie-Unternehmens Amgen.

Was Eltern über Zöliakie wissen sollten

„Zöliakie?? Keine Angst!“, heißt es auf einem Informations-Portal, das seit Kurzem online kostenlos zur Verfügung steht. Der von der Stiftung Kindergesundheit gemeinsam mit dem Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München erarbeitete Online-Kurs www.zoeliakie-verstehen.de bildet den maßgeblichen Teil des EU-Projekts Focus IN CD (Fokus auf Zöliakie). Das Lernprogramm soll Betroffenen aktuelles und umfassendes Wissen zu Zöliakie bieten und medizinisches „Fachchinesich“ anschaulich erklären. Ein weiterer Kurs für Ärzte und Gesundheitspersonal ist derzeit in Vorbereitung, um so die Versorgung von Kindern und Erwachsenen mit Zöliakie in Zentraleuropa verbessern. An dem Gesamtprojekt sind zwölf Partnerorganisationen aus Deutschland, Slowenien, Ungarn, Kroatien und Italien beteiligt.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Forschung: Auswirkungen des Lichts auf die Aufmerksamkeit "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.