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15. November 2016 Hepatitis-E-Virus-assoziiertes Guillain-Barré-Syndrom

Eine belgische Kohortenstudie konnte nun zeigen, dass eine akute Hepatitis-E-Virus(HEV)-Infektion häufig einem Guillain-Barré-Syndrom (GBS) vorausgeht. Um die Prävalenz des HEV-assoziierten GBS zu bestimmen, wurden das klinische Spektrum der HEV-assoziierten GBS in dieser Studie untersucht und Schwierigkeiten bei der Diagnose einer akuten HEV-Infektion diskutiert.
Hepatitis-E-Virus (© Dr_Kateryna / Fotolia.com)
Hepatitis-E-Virus © Dr_Kateryna / Fotolia.com


Derzeit ist das klinische Spektrum des HEV-assoziierten GBS ist noch nicht ausreichend dokumentiert und die Diagnose einer akuten HEV-Infektion kann eine große Herausforderung darstellen. In einer retrospektiven Kohortenstudie, die Teilnehmer mit GBS oder einer GBS-Variante einschloss, wurde die ie HEV-IgM- und -IgG-Reaktivität bestimmt. In einer Subgruppe wurde eine Polymerasekettenreaktion zum Nachweis des HEV durchgeführt.

Von 73 Patienten im mittleren Alter von 52 Jahren (29 Frauen und 44 Männer) waren 6 (8%) Anti-HEV-IgM-positiv, was auf eine akute HEV-Infektion hinweist. 4 dieser 6 Patienten (67%) zeigten erhöhte Alanin-Aminotransferase(ALT)-Werte von mehr als dem 1,5-fachen des Normalwerts, wohingegen 4 von 22 Patienten (18%) mit erhöhten ALT-Werten HEV-IgM-positiv waren. Serumproben von 2 der 6 HEV-IgM-positiven Patienten wurden zudem positiv auf den Cytomegalie- oder den Epstein-Barr-Virus getestet. Dies deutet auf eine mögliche Kreuzreaktion hin. 2 der 4 Patienten mit akuter HEV-Infektion zeigten eine seltene GBS-Variante.

Zusammenfassend wurden 8% oder 6% der Patienten, abhängig von der Strenge der Definition von HEV-Positivität, positiv getestet. Die Ausprägung von GBS reichte vom klassischen GBS hin zu einer pharyngeal-zervikal-brachialen und einer sensorisch ataktischen Variante. Abnorme ALT-Werte können auf eine HEV-Infektion hinweisen. Der parallel durchgeführte Test auf andere Infektionserreger ist wichtig, um eine Kreuzreaktivität mit dem Cytomegalie- oder dem Epstein-Barr-Virus festzustellen. Die Durchführung von RT-PCR zum Nachweis viraler Nukleinsäuren gestattet nicht immer, endgültige Schlüsse zu ziehen, da die Testergebnisse aufgrund der kurzen Virämie bei einer akuten HEV-Infektion negativ sein können.

(übers. v. ma)

Quelle: JAMA 2016

Literatur:

Olivier Stevens, Kristl G. Claeys et al.
Diagnostic Challenges and Clinical Characteristics of Hepatitis E Virus–Associated Guillain-Barré Syndrome
JAMA Neurol. Published online November 7, 2016. doi:10.1001/jamaneurol.2016.3541
http://jamanetwork.com/journals/jamaneurology/fullarticle/2575851


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