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Medizin

10. Mai 2019 Herpes Zoster: STIKO empfiehlt Impfung für alle Personen ab 60 Jahren

Die STIKO empfiehlt seit Dezember 2018 die Impfung gegen Gürtelrose für alle Personen ab 60 Jahren. Für Menschen mit Immunsuppression oder schwerer Grunderkrankung wie COPD, Asthma, Diabetes, chronischer Niereninsuffizienz, CED, rheumatoider Arthritis oder systemischem Lupus erythematodes wird die Impfung bereits ab 50 Jahren empfohlen.
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Fachinformation
Mit zunehmendem Alter kommt es vermehrt zu Gürtelrose mit den entsprechenden Komplikationen. Nach einer Windpockeninfektion im Kindesalter persistiert das Varizella-Zoster-Virus (VZV) in den Spinalganglien und kann bei nachlassender Immunabwehr im Alter reaktiviert werden. 99,5% der Erwachsenen sind VZV-Träger und etwa jeder Dritte über 50 erkrankt an einer Gürtelrose, einer schwerwiegenden Erkrankung mit Hautausschlägen, starken Schmerzen und oft nachhaltigen Schädigungen des Nervensystems wie postzosterische Neuralgie (PZN) oder visuelle Beeinträchtigungen nach Befall des Nervus ophthalmicus.

Wirksamkeit und Verträglichkeit

Während die Wirksamkeit von Impfungen im Alter aufgrund der Immunoseneszenz oft nicht zufriedenstellend ist, hat der neue adjuvantierte subunit-Totimpfstoff Shingrix® unabhängig vom Alter eine konstante Wirksamkeit von über 90% gezeigt, erklärte Professor Dr. Tino Schwarz, Würzburg. Der Totimpfstoff, der 2 Mal im Abstand von 2-6 Monaten verabreicht wird, ist gut verträglich. Die häufigsten Nebenwirkungen sind lokale Reaktionen an der Injektionsstelle. Die Herpes-Zoster-Impfung kann zusammen mit nicht-adjuvantierten Impfstoffen gegen Influenza verabreicht und als Totimpfstoff auch bei Immunsupprimierten gegeben werden.   

Verstärkung der Immunantwort

Der Totimpfstoff besteht aus einer Kombination des Antigens Glykoprotein E und dem Adjuvanssystem AS01a. Das Antigen-/Adjuvanssystem führt zu einer Verstärkung der humoralen und der zellulären Immunantwort, so Schwarz. Die zweite Impfstoff-Dosis erzeugt einen mehr als 3-fachen Anstieg der zellulären Immunantwort gegen VZV.

Kostenübernahme 

Die STIKO-Empfehlung hat den Prozess für die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen in Gang gesetzt. Nach dem Entscheid des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) über die Aufnahme der Zoster-Impfung in den Pflichtleistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen ist die Zoster-Impfung auf dem Weg zur Kassenleistung. Viele Krankenkassen erstatten die Impfung bislang schon als Satzungsleistung. 

Dagmar Jäger-Becker

Quelle: Symposium „Herpes Zoster – Impfen? – Impfen!“ im Rahmen des 125. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, 04.05.2019, Wiesbaden; Veranstalter: GSK


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