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Medizin

06. August 2019 Hyperkaliämie bei kardio-renalen Patienten: Patiromer senkt Kaliumspiegel

Eine Hyperkaliämie ist bei kardio-renalen Patienten häufig. Der Kaliumbinder Patiromer (Veltassa®) kann die Fortführung einer für diese Patienten essenziellen Therapie mit RAAS-Inhibitoren (RAASi) ermöglichen.
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Fachinformation
Komorbidität chronische Niereninsuffizienz + Hyperkaliämie

Da sich die Funktionseinschränkungen des Herzens und der Niere gegenseitig negativ beeinflussen können, sind Entgleisungen der Kalium-Werte bei kardio-renalen Patienten besonders häufig. Fast drei Viertel der Patienten mit einer chronischer Niereninsuffizienz haben eine Hyperkaliämie (Serumkaliumwerte > 5,0 mmol/l). Erhalten sie aufgrund ihrer kardialen Erkrankung RAASi, kann sich das Problem aufgrund deren kaliumretinierender Wirkung verschärfen. Eine Hyperkaliämie erhöht das Hospitalisierungs- und Sterberisiko.
Da eine RAASi-Therapie die Prognose von Patienten mit Herz- und Niereninsuffizienz sowie Diabetes verbessern kann, empfehlen mehrere einschlägige Leitlinien eine ausreichend dosierte Therapie mit den Hemmern des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems. Bei Patienten mit einem kardio-renalen Syndrom kann es so zu einem therapeutischen Dilemma kommen: Patienten profitieren in relevantem Ausmaß von den Vorteilen der RAAS-Inhibition, gleichzeitig steigt die Gefahr einer Hyperkaliämie deutlich an.

Unterdosierung von RAASi erhöht Mortalität

Als Konsequenz wird bei bis zu 47% der Patienten mit moderater bis schwerer Hyperkaliämie der RAASi unterdosiert oder abgesetzt. Dies stelle ein großes Problem für die Patienten dar, da durch eine zu niedrige Dosierung bzw. das Absetzen der RAASi das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Mortalität steige, so Prof. Dr. Danilo Filser, Homburg/Saar.
Einen Weg aus diesem therapeutischen Dilemma ermöglicht der Kaliumbinder Patiromer: Der nicht resorbierbare und natriumfreie Kationenaustauscher bindet Kalium effektiv während der Darmpassage und scheidet es über die Fäzes aus. Patiromer ist zur Therapie von Hyperkaliämien bei erwachsenen Patienten zugelassen.

Senkung des Kaliumspiegels unter Patiromer

Wirksamkeit und Verträglichkeit von Patiromer wurden Dr. Kai-Michael Hahn, Hochfelden/Schweiz, zufolge durch diverse Studien belegt. So konnte in der OPAL-HK-Studie bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, die unter einem RAASi eine milde bis schwere Hyperkaliämie aufwiesen, der Kaliumspiegel unter Patiromer signifikant gesenkt werden (p < 0,001). 76% der Patienten erreichten den Zielbereich von 3,8 bis < 5,1 mmol/l. Fast alle Patiromer-Patienten konnten die RAASi-Therapie fortführen (94% vs. 44% unter Placebo).

Monika Walter

Quelle: Pressekonferenz: „Effektives und interdisziplinäres Management der Hyperkaliämie: Innovativer Lösungsansatz beim Einsatz von RAAS-Inhibitoren im Praxisalltag“, München, 19.07. 2019; Veranstalter: Vifor


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