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Medizin

23. Mai 2019 Idiopathische Lungenfibrose: Pirfenidon zeigt höhere Adhärenz und Persistenz als Vergleichsmedikation

Laut einer aktuellen Analyse zeigen Patienten unter einer IPF-Therapie mit Pirfenidon eine statistisch signifikant höhere Adhärenz und Persistenz als unter der antifibrotischen Vergleichsmedikation Nintedanib (1). In einer weiteren Studie wird den Behandlern eine Möglichkeit aufgezeigt, wie sie die Entwicklung der IPF anhand der forcierten Vitalkapazität (FVC) zusammen mit der 6-Minute-Walk-Distance (6MWD) abschätzen können (2).
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Fachinformation
Vergleichsstudie Esbriet vs. Nintedanib

Zurzeit sind 2 antifibrotische Substanzen zur Behandlung der IPF zugelassen: Pirfenidon (Esbriet®) und Nintedanib. In einer retrospektiven Beobachtungsstudie wurden in den USA Patienten unter einer Therapie mit Esbriet (n=2.082) bzw. Nintedanib (n=1.464) in Hinblick auf ihre Adhärenz und Persistenz verglichen (1). Adhärenz wurde als Proportion of Days Covered (PDC) gemessen und ein Wert von ≥0,8 wurde als adhärent gewertet (1). Die Persistenz gab die Kontinuität an, also eine Therapie ohne Unterbrechung von ≥60 Tagen (1). Der Follow-up-Zeitraum ohne Therapieabbruch oder Wechsel betrug 204 Tage für Esbriet vs. 189 Tage für Nintedanib (1). 

Signifikant höhere Persistenz-Daten unter Esbriet

75,4% der Esbriet-Patienten gegenüber 70,9% der Vergleichsgruppe mit Nintedanib nahmen kontinuierlich das entsprechende Präparat ein. Unterbrochen wurde die Therapie im Esbriet-Arm bei 19,5% der Patienten, in der Vergleichsgruppe mit Nintedanib waren es dagegen 26,0% (1). Adhärent (PDC ≥0,8) waren 65,8% der Esbriet-Patienten und 60,5% der Vergleichsgruppe (1). Im Ergebnis waren die Adhärenz- und Persistenz-Daten unter einer Esbriet-Therapie statistisch signifikant höher als die unter Nintedanib (p=0,001 bzw. p<0,001) (1).

Neues Beurteilungsinstrument zur Abschätzung des IPF-Verlaufs

Neben einer guten Adhärenz bzw. Persistenz in der Therapie trägt eine valide Einschätzung über die Entwicklung der IPF zu einer optimalen Behandlung bei. Ein Parameter dafür ist u. a. die forcierte Vitalkapazität (FVC) zur Beurteilung der Lungenfunktion. Doch Schwankungen bei den FVC-Messungen der einzelnen Patienten bei den Arztbesuchen machen IPF-Therapieentscheidungen unsicher und schwierig (2). Die gepoolte Analyse der 3 Studien ASCEND, CAPACITY und GIPF-001 gab Hinweise darauf, dass die in einem 3-Monats-Beobachtungszeitraum vorhandenen Schwankungen bei der FVC mit gleichzeitigen Veränderungen bei der 6MWD zusammenhängen (2). Die Analyse von 1.321 Beobachtungen (n=624 Patienten) zur FVC und 6MWD ergab bei einer Abnahme des FVC-Wertes (ml) von mehr als 4%, dass die Wahrscheinlichkeit für eine weitere FVC-Abnahme beim nächsten Besuch höher war, wenn gleichzeitig die 6MWD abnahm (2). Aufgrund dessen kann eine Aussage über die Entwicklung der idiopathischen Lungenfibrose getroffen werden (2).

Verringerung der Gehstreckenabnahme

Einer Gehstreckenabnahme kann durch Esbriet entgegengewirkt werden, was zu einer Verbesserung der Lebensqualität beiträgt. Durch Esbriet konnte in der gepoolten Analyse (n=1.247) der beiden CAPACITY-Studien und der ASCEND-Studien für den 6-Minuten-Gehtest die Gehstreckenabnahme nach 52 Wochen im Vergleich zu Placebo signifikant um 26,7 m (p<0,001) verringert werden (3). Dieser Parameter ist ein Zeichen für die Verlangsamung des Fortschreitens der Krankheit aufgrund der antifibrotischen Therapie.

Höhere Adhärenz

Die Daten des ATS-Kongresses bestätigen, dass IPF-Patienten insbesondere im Therapiemanagement von den Vorteilen der Esbriet-Therapie profitieren. So zeigen Patienten unter Esbriet eine signifikant höhere Adhärenz und Persistenz als unter einer antifibrotischen Vergleichsmedikation (1).  Von therapeutischem Nutzen sind auch neue Erkenntnisse zur Abschätzung der weiteren Entwicklung der IPF in Bezug auf die Abnahme der FVC in Zusammenhang mit der 6MWD. Dadurch haben Ärzte ein besseres Beurteilungsinstrument für das Therapiemanagement (2). Durch eine Esbriet-Therapie kann letztendlich auch die Gehstreckenabnahme positiv beeinflusst und so die Lebensqualität verbessert werden (3).  

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Corral M et al., ATS 2019; A4094 / 116.
(2) Nathan SD et al., ATS 2019; A7134 / 108.
(3) King TE et al., N Engl J Med 2014; 370 (22): 2083-92 (Analyse gepoolter Daten der ASCEND/CAPACITY-Studien).


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