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Medizin

08. Januar 2019 KHK: Geringeres Sterblichkeitsrisiko durch mehr Bewegung

In Deutschland leiden nach aktuellen Schätzungen etwa 9,3% der 40- bis 79-Jährigen an der koronaren Herzkrankheit (KHK) (9). Wiederkehrende AP-Beschwerden sind bei 8% der Bevölkerung (9) das Leitsymptom dieser Erkrankung, das auf die Patienten sehr beängstigend wirken kann. Körperlich anstrengende Tätigkeiten können Attacken auslösen und werden daher häufig gemieden. Eine aktuelle Studie (3), die sich mit dem Einfluss von Bewegung auf den Krankheitsverlauf beschäftigt, hat die Daten von 15.486 Patienten mit stabiler KHK ausgewertet und ist zu dem Schluss gekommen: Bewegung senkt das Sterblichkeitsrisiko.
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Fachinformation
Trotz maximal tolerierter Basismedikation mit Betablockern und Kalzium-Kanalblockern bleiben viele Patienten mit einer stabilen Angina pectoris (AP) weiterhin symptomatisch (1). Auch revaskularisierende Maßnahmen führen nicht immer zum erwünschten Erfolg (2). Angst vor möglichen AP-Attacken könnte eine Ursache dafür sein, dass diese Patienten ihre Aktivitäten einschränken. Neue Daten zeigen aber, wie wichtig es für KHK-Patienten ist, im Alltag aktiv zu bleiben, denn mit zunehmender Bewegung sinkt das Gesamtsterblichkeitsrisiko (3). Die gute Nachricht: Für eine 30%-ige Reduktion des Mortalitätsrisikos sind für wenig aktive Menschen keine sportlichen Höchstleistungen erforderlich, bereits 2 Stunden lockeren Spazierengehens und 30 Minuten leichter Hausarbeit in der Woche reichen dafür aus (3). Das Antianginosum Ranolazin (Ranexa®)kann die Häufigkeit von AP-Attacken signifikant reduzieren (4,5,6). Es steigert die Belastbarkeit bei stabiler AP (4,7,8) und ermöglicht dadurch den Patienten mehr Alltagsbewegung. Auf diese Weise könnte durch Ranolazin indirekt auch das Sterblichkeitsrisiko gesenkt werden.

Alltagsbewegung oft ausreichend

Nach einer Studiendauer von im Median mehr als 3 Jahren wurde festgestellt, dass bei Patienten mit stabiler KHK das Gesamtsterblichkeitsrisiko mit zunehmender Aktivität sank (3). Das Ausmaß der körperlichen Betätigung wurde anhand von metabolischen Äquivalenten (MET) erfasst. Bereits bis zu 5 MET-Stunden in der Woche waren für eine Senkung des Gesamtsterblichkeitsrisikos um 30% ausreichend. Das entspricht 2 Stunden lockeren Spazierengehens und 30 Minuten leichter Hausarbeit in der Woche (3). Dies zeigt, dass oft bereits Alltagsbewegung genügt und nicht immer eine ärztlich betreute Sportgruppe vonnöten ist, um die Gesamtsterblichkeit positiv zu beeinflussen. Den größten Nutzen von vermehrter Alltagsbewegung hatten u. a. AP-Patienten mit Diabetes mellitus, inaktivem Lebensstil und Einschränkungen durch Dyspnoe (3).

Um den Patienten die aktive Gestaltung ihres Alltags zu erleichtern, ist es essentiell, die Anzahl der ischämischen Attacken zu reduzieren. Dafür steht mit Ranolazin eine effektive, symptomatisch wirksame Therapie zur Verfügung. Dies verdeutlichen u.a. die Ergebnisse der Beobachtungsstudie ARETHA (Application of Ranolazine in Stable Angina Pectoris Therapy), in der die Wirksamkeit und Sicherheit von Ranolazin bei Patienten mit stabiler Angina pectoris unter Alltagsbedingungen untersucht wurden (8).

Unter der Therapie mit Ranolazin reduzierte sich die wöchentliche Zahl der Angina-pectoris-Attacken signifikant um 74,5 % (p < 0,0001) von 4,4 auf 1,1. Die anhand der Klassifikation der Canadian Cardiology Society (CCS) bewertete Belastbarkeit von AP-Betroffenen verbesserte sich bei 69% der Patienten (8). Auch die von den Patienten selbst beurteilte Lebensqualität erhöhte sich im Studienzeitraum um 44,9% (p < 0,0001) (8). Um von den positiven Effekten einer gesteigerten Alltagsbewegung profitieren zu können, stellt die antiischämische Therapie mit Ranolazin somit eine effektive Behandlungsoption für Patienten mit stabiler Angina pectoris dar.

Quelle: Berlin-Chemie Menarini

Literatur:

(1) Lopez Sendon et al. European Journal of Preventive Cardiology 2012:19(5) 952-959.
(2) Boden et al. N Engl J Med 2007; 356:1503-16.
(3) Stewart RAH et al., J Am Coll Cardiol 2017, 70: 1689-1700
(4) Chaitman BR; JAMA 2004; 291 (3):309-316.
(5) Stone PH et al. J Am Coll Cardiol 2006; 48: 566-575.
(6) Kosiborod M et al. J Am Coll Cardiol 2013; 61: 2038-2045.
(7) Chaitman BR et al. J Am Coll Cardiol 2004; 43:1375-1382.
(8) Diedrichs H et al., J Clin Exp Cardiolog 2015; 6: 12.
(9) http://www.gbe-bund.de/pdf/DEGS1_Praev_koronarer_Herzkrankheit_40_79.pdf, letzter Zugriff 25.09.18.


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