Montag, 23. September 2019
Navigation öffnen

Medizin

15. Mai 2019 Kletter-Sport: Virtuelle Realität soll Akrophobie lindern

Am Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen wurde ein System entwickelt, das Kletterübungen in größerer Höhe mit virtueller Realität simuliert. Messungen haben ergeben, dass die Anwender ähnlichen Stress empfinden wie bei Übungen in der realen Umgebung. Weitere Forschung soll nun zeigen, wie das System im Klettertraining genutzt werden kann, um die Angst vor Stürzen dauerhaft zu senken.
Anzeige:
Akrophobie

Herzklopfen, Atemnot, Schweißausbrüche und zittrige Knie – die Symptome der Akrophobie sind alles andere als hilfreich, wenn es darum geht, kletternd eine Felswand zu bezwingen. Diese Angst lässt sich jedoch meist überwinden, indem Betroffene sich wiederholt der Situation aussetzen, die ihnen Unwohlsein bereitet. Um den Prozess zu erleichtern, hat der Informatikstudent Peter Schulz im Rahmen seiner Masterarbeit am Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen jetzt ein Virtual-Reality-System (VR) entwickelt. Es simuliert das Klettern in 10 Metern Höhe und erzeugt dabei den gleichen Stress wie die gleiche Situation in der Realität – aber die Anwender können jederzeit aussteigen.

Höhensimulation mit VR-Brille

In dem Projekt, das von den Professoren Rainer Malaka und Johannes Schöning am TZI betreut wurde, ging es um die Erzeugung möglichst realistischer Eindrücke bei Aktivitäten in der Höhe. Unterstützt wurde Schulz von der lokalen Kletterhalle des Deutschen Alpenvereins. Dort wurde mit Hilfe von Sensoren das Angst- und Stressempfinden in 3 verschiedenen Szenarien beobachtet. Probanden kletterten im ersten Fall „normal“ in 10 Metern Höhe. Im zweiten Fall waren sie in niedriger Höhe unterwegs, allerdings trugen sie eine VR-Brille, die 10 Meter Höhe simulierte. Schließlich wurde auch das Klettern ganz unabhängig von der Kletterwand simuliert – nur mit VR-Brille und Controllern, wie sie von Spielkonsolen bekannt sind. „Wir konnten beobachten, dass einige Effekte auf Bodenhöhe mit Virtual Reality auftreten, die ohne VR nur in der Höhe stattfinden“, berichtet Schulz. „Dabei wurde ein Stresslevel beim Kletterer erzeugt, das dem des realen Kletterns entspricht.“

Haptik entscheidend

Das ausgelöste Höhengefühl wird durch 2 Faktoren bedingt: Der physischen Betätigung beim Klettern und der Virtual Reality, die den Menschen virtuell in die Höhe befördert. „Wir konnten auch zeigen, dass etwas zum Anfassen sehr wichtig ist – also richtige Griffe“, so Schulz. Das Klettern allein mit den Controllern wirkte auf die Anwender weniger realistisch. Die TZI-Wissenschaftler planen nun, die Integration der Erkenntnisse in effektive Trainingspläne für Kletterer zu untersuchen. Dafür sollen Tests mit Sportlern durchgeführt werden

Quelle: Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik


Das könnte Sie auch interessieren

Tagebuch hilft Pflegenden beim Erkennen eigener Bedürfnisse

Tagebuch hilft Pflegenden beim Erkennen eigener Bedürfnisse
© Sandor Kacso / Fotolia.com

Viele pflegende Angehörige nehmen ihre eigenen Bedürfnisse kaum mehr wahr. Die Sorge um den Angehörigen oder die Angst, der Aufgabe nicht gerecht zu werden, können den Blick auf sich und eigene Wünsche verstellen, erklärt Daniela Sulmann vom Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). "Als erstes gilt es dann zu versuchen, sich selbst wieder stärker in den Fokus zu nehmen und zu formulieren, was man braucht." Das jedoch sei leichter gesagt als getan. Sulmann empfiehlt Pflegenden daher, ein Tagebuch zu führen.

Betroffene teilen Erfahrungen und geben Depression eine Stimme – nutzergenerierte Website gestartet

Betroffene teilen Erfahrungen und geben Depression eine Stimme – nutzergenerierte Website gestartet
© Artem Furman / fotolia.com

Eine interaktive und multimediale Aufklärungs-Webseite über Depression ist neu an den Start gegangen. Auf der Seite können Betroffene und Angehörige in eigenen Beiträgen über ihre Erfahrungen mit Depression berichten und der Erkrankung so eine Stimme geben. Die Betroffenen können für die Website schriftliche Erfahrungsberichte oder Audio- und Video-Dateien einreichen.

Grippewelle beginnt: DAK-Gesundheit schaltet Hotline

Grippewelle beginnt: DAK-Gesundheit schaltet Hotline
© Photographee.eu / Fotolia.com

Die Grippesaison hat begonnen: Laut aktueller Daten des Robert Koch-Instituts gibt es bereits einen leichten bundesweiten Anstieg von Erkrankungen. Bisher wurden 1.122 Fälle labordiagnostisch bestätigt und gemeldet(1) – die Zahl der tatsächlich Betroffenen ist deutlich höher. Influenza ist eine ernste Krankheit: Bei alten und chronisch kranken Menschen kann sie zum Tod führen. Deshalb bietet die DAK-Gesundheit eine Telefon-Hotline rund um die Grippe. Wie kann man vorbeugen? Für wen ist die Impfung sinnvoll? Welche Risiken gibt es? Wie unterscheidet sich...

Wie ändert sich die Wahrnehmung im Alter?

Wie ändert sich die Wahrnehmung im Alter?
© Universitätsklinikum Jena / fotolia.com

Im Gedächtniszentrum am Universitätsklinikum Jena untersuchen und behandeln Ärzte, Neuropsychologen und Ergotherapeuten Patienten mit dem Verdacht einer beginnenden Demenzerkrankung. Sie erforschen, wie sich Wahrnehmung und Aufmerksamkeit im Alter verändern und worin sich diese Veränderungen beim gesunden Altern und der beginnenden Demenz unterscheiden. Ihr Ziel ist die frühzeitige Identifikation von Patienten mit einem erhöhten Risiko für eine Demenz, um deren Entwicklung bestmöglich entgegen wirken zu können.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Kletter-Sport: Virtuelle Realität soll Akrophobie lindern "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.