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Medizin

03. Dezember 2019 MS und Migräne: Der Patient im Fokus eines individuellen Therapiemanagements

Seit mittlerweile 6 Jahren findet die jährliche ärztliche Fortbildungsveranstaltung NEUROCLUSTER von Teva statt. Im Fokus der diesjährigen Veranstaltung stand der „Versorgungsalltag von Patienten mit chronischen neurologischen Erkrankungen“. Diskutiert wurden u.a. Erfahrungen rund um Wirksamkeit und Sicherheit der Migräne-Prophylaxe sowie Möglichkeiten eines individuellen Therapiemanagements bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS).
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Prof. Dr. Uwe Reuter, Berlin, stellte während des im Rahmen des NEUROCLUSTERS stattfindenden Pressegesprächs „Multiple Sklerose und Migräne: Therapiemanagement im realen Versorgungsalltag“ aktuelle Studiendaten zur Migräne-Prophylaxe und dem CGRP-Antikörper Fremanezumab (AJOVY®) vor. „CGRP-Antikörper haben sich im Praxisalltag bisher als sehr effektiv und sicher erwiesen und sind ein Meilenstein in der Migräne-Prophylaxe“, so der Experte. Mit Fremanezumab steht ein gezielt für die Migräne-Prophylaxe entwickelter Wirkstoff zur Verfügung, der neben einem schnellen Wirkeintritt und einer nachgewiesenen Langzeitverträglichkeit auch eine patientenindividuelle Anwendung bietet (1-3). Individuelle Behandlungskonzepte spielen auch bei MS eine wichtige Rolle, wie Prof. Dr. Kerstin Hellwig, Bochum, aufzeigte: „Die Patienten sollten mit ihren persönlichen Wünschen eng in die Therapieplanung einbezogen werden, nur so kann die Adhärenz gefördert werden.“ Der Immunmodulator Glatirameracetat (GA, COPAXONE®) hat sich in Deutschland seit fast 20 Jahren in der Therapie der schubförmigen MS bewährt und ermöglicht den Patienten eine individuelle Lebensplanung (4, 5). So kann die Therapie beispielsweise aufgrund vorliegender Daten bei Kinderwunsch und nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung auch während der Schwangerschaft angewendet werden (6). Seit diesem Jahr steht mit dem COPAXONE PEN® 40 mg zudem ein innovativer Fertigpen zur Verfügung, der die Anwendung vereinfacht und eine flexible Durchführung der Selbstinjektion ermöglicht.

Die Teva-Fortbildungsreihe NEUROCLUSTER wurde ins Leben gerufen, um Experten aus der Neurologie und angrenzender Fachbereiche die Möglichkeit für einen Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe zu geben. In Vorträgen und Workshops werden aktuelle Daten und Erkenntnisse zu Therapie- und Prophylaxemöglichkeiten vorgestellt und diskutiert. Diese in den Praxisalltag zu integrieren und mit eigenen Erfahrungen zu vergleichen, ist Ziel der jährlichen, langjährig etablierten Veranstaltung. Dabei werden diagnostische Herausforderungen genauso besprochen wie Patient Related Outcomes (PROs). Diese auf der Wahrnehmung des Patienten beruhenden Parameter nehmen einen immer größeren Stellenwert in der klinischen Forschung ein und können wichtige Hinweise für die individuell passende Therapie liefern. Dies wird u.a. durch aktuelle Studienergebnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit der neuen Migräne-Prophylaxe mit CGRP-Antikörpern unterstützt. Auch im Bereich der MS-Therapie wurden im vergangenen Jahr neue Erkenntnisse gesammelt und ausgetauscht. So nimmt beispielsweise die individuelle Lebenssituation des Patienten einen immer größeren Stellenwert im Therapiemanagement ein.

Paradigmenwechsel in der Migränetherapie durch spezifische CGRP-Antikörper

Migräne-Patienten haben eine deutlich verringerte Lebensqualität. Schmerzen, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Beeinträchtigungen im Alltagsleben und Einschränkungen im Sozialleben sind nur ein paar der Belastungen, denen die Betroffenen gegenüberstehen. Bei einer chronischen Migräne leiden die Patienten 15 oder mehr Tage im Monat an Kopfschmerzen – an mindestens 8 davon an Migräne (7). Das Risiko für eine Chronifizierung steigt jedoch bereits ab 4 Kopfschmerztagen pro Monat. „Eine spezifische Migräne-Prophylaxe sollte rechtzeitig erwogen werden, um den Betroffenen effektiv helfen zu können. Ziel ist es, die Anzahl, Schwere und Dauer der Migräne-Attacken zu reduzieren“, erklärte Prof. Reuter. Der gezielt für die Migräne-Prophylaxe entwickelte CGRP-Antikörper Fremanezumab bindet an das bei Migräne-Attacken vermehrt ausgeschüttete Neuropeptid Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) (1). Eine Bindung des CGRP an seinen Rezeptor ist dann nicht mehr möglich. Ein umfassendes Studienprogramm zu Fremanezumab konnte eine signifikante Reduktion der monatlichen Migränetage nachweisen – auch im Langzeitverlauf (2, 3, 8-10). Darüber hinaus tritt der Therapieeffekt häufig sehr schnell, z.T. bereits nach einer Woche, ein (11). Langzeitdaten einer offenen Extensionsphase (LTS-Studie) im Anschluss an die 12-wöchigen HALO-Studien zeigen, dass die Wirksamkeit von Fremanezumab über den gesamten Behandlungszeitraum von über 12 Monaten erhalten blieb (8, 9). So reduzierte sich bei der episodischen Migräne die Anzahl der monatlichen Migränetage nach einem Jahr um 5,1 Tage (monatliche Dosis) bzw. um 5,2 Tage (Quartalsdosis) gegenüber Baseline. Darüber hinaus stieg die 50%ige Responderrate weiter an und lag nach einem Jahr bei 70% (monatliche Dosis) bzw. 66% (Quartalsdosis). Dieser Langzeitnutzen konnte auch bei der chronischen Migräne beobachtet werden. Daten der FOCUS-Studie zeigen, dass auch Patienten mit 2-4 erfolglosen Vortherapien von der Behandlung mit Fremanezumab profitieren können: Unter der Therapie mit Fremanezumab konnten bei unterschiedlich prophylaktisch vorbehandelten Patienten die monatlichen Migränetage um 4,1 Tage (monatliche Dosis) bzw. 3,7 Tage (Quartalsdosis) reduziert werden (Placebo: 0,6 Tage; p<0,0001) (10). In der Regel werden die Antikörper monatlich injiziert. Fremanezumab kann darüber hinaus, als einziger Vertreter dieser Wirkstoffklasse, auch in einer Quartalsdosis (90-Tage-Therapie) verabreicht werden. Dies ermöglicht eine größere Flexibilität in der Anwendung, da die Therapie somit an die individuelle Lebenssituation angepasst werden kann.

Adhärenzsteigerung für ein positives Therapie-Outcome bei MS

Multiple Sklerose bedarf einer lebenslangen Therapie, um das Fortschreiten der Erkrankung einzudämmen. Mit mehr als 2 Millionen Patientenjahren Erfahrung hat sich Glatirameracetat (GA, Copaxone®) in der Therapie der schubförmigen MS bewährt und punktet auch in der Langzeitanwendung mit seiner Wirksamkeit und Sicherheit (5). „Inzwischen wissen wir, dass ein frühzeitiger Behandlungsbeginn mit GA die Schubraten langfristig reduzieren kann“, berichtete Prof. Hellwig. Der Nutzen eines frühzeitigen Therapiebeginns sowie die Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten von GA werden durch die Auswertung einer 27-jährigen Follow-up-Studie bestätigt: Die Ergebnisse zeigen, dass eine frühe Therapie mit GA im Vergleich zur verzögerten GA-Behandlung mit einem erhöhten klinischen Nutzen verbunden ist (12). Um die Therapietreue der Patienten langfristig aufrechtzuerhalten sollte die Anwendung möglichst einfach und flexibel sein. Mit der 40 mg-Dosierung konnte die tägliche Injektion bereits auf 3 wöchentliche Injektionen reduziert werden. Der seit diesem Jahr erhältliche Copaxone PEN® 40 mg erleichtert die Therapie durch seine einfache und schnelle Handhabung zusätzlich (4).

Doch auch die individuelle Lebenssituation des Patienten sollte im Therapiemanagement immer berücksichtigt werden. Dies betrifft insbesondere Frauen, die häufig im gebärfähigen Alter an MS erkranken (13). „Früher oder später steht bei den betroffenen Frauen der Wunsch nach Kindern im Raum“, erklärte Prof. Hellwig. „Hier muss ein Weg gefunden werden, die Erkrankung effektiv weiter zu behandeln, ohne dem Kinderwunsch entgegenzustehen.“ Eine Auswertung von 216 dokumentierten Schwangerschaften zeigte, dass eine Behandlung mit Glatirameracetat während aller 3 Trimester der Schwangerschaft mit keiner erhöhten Fehlbildungsrate oder Schwangerschaftskomplikationen assoziiert ist (14). Aufgrund der überzeugenden Datenlage kann Glatirameracetat bei Kinderwunsch und nach einer individuellen Risiko-Nutzen-Bewertung auch während der Schwangerschaft angewendet werden – eine Verhütung oder ein frühzeitiges Absetzen der Therapie vor einer Schwangerschaft ist somit nicht notwendig (4, 15).

Quelle: Teva

Literatur:

(1) Teva. Fachinformation AJOVY®. Stand: März 2019.
(2) Silberstein SD et al. N Engl J Med 2017; 377:2113-22.
(3) Dodick DW et al. JAMA 2018; 319:1999-2008.
(4) Teva. Fachinformation COPAXONE PEN® 40 mg Injektionslösung im Fertigpen. Stand: Februar 2019.
(5) Ziemssen T et al. Expert Opin Drug Saf 2017; 16(2): 247-255.
(6) Sandberg-Wollheim M et al. International journal of MS Care 2018;20(1):9-14.
(7) Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft. Migräne. Online publiziert unter: http://www.dmkg.de/patienten/antworten-auf-die-wichtigsten-fragen-rund-um-den-kopfschmerz-onlinebroschuere/online_broschuere_migraene.html (zuletzt aufgerufen: 24. November 2019).
(8) Brandes JL et al. AHS 2018, San Francisco, CA, USA, PS35.
(9) McAllister P et al. AHS 2018, San Francisco, CA, USA, PF14.
(10) Ferrari MD et al., Lancet 2019, 394:1030–1040.
(11) Brandes J et al. AAN 2018. Poster P4.102.
(12) Ford C et al. ECTRIMS 2019; Poster P656.
(13) DMSG (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft). Häufigkeit der MS. Online publiziert unter: https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-infos/was-ist-ms/ (zuletzt aufgerufen: 25. November 2019).
(14) Hellwig K et al. ECTRIMS 2017, P765.
(15) Kompetenznetz Multiple Sklerose. Qualitätshandbuch MS/NMOSD. Ausgabe 2019. Online publiziert unter: https://www.kompetenznetz-multiplesklerose.de/wp-content/uploads/2019/09/KKNMS_Qualit%C3%A4tshandbuch-MSNMOSD_2019_webfrei.pdf (zuletzt aufgerufen: 25. November 2019).


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