Samstag, 20. April 2019
Navigation öffnen

Medizin

21. Januar 2019 Malaria vivax: Medikament soll Leberparasiten verhindern

Malaria vivax ist eine schwere Krankheit, die mit mit hohem Fieber einhergeht und unbehandelt Betroffene wochen- oder monatelang bettlägerig machen kann.  Aber auch nach einer erfolgreichen Behandlung bestehen weiterhin Probleme: Obwohl die derzeit verwendeten Medikamente das Blutstadium von Malaria vivax erfolgreich behandeln, können sie nicht verhindern, dass Malaria-Parasiten in die Leber eindringen und die Krankheit über viele Jahre wiederholt auftritt . Eine internationale, multizentrische Forschungsgruppe, mit großer Beteiligung der MedUni Wien, hat nun in einer Phase-III-Studie gezeigt, dass eine einzige Dosis des Medikaments Tafenoquin ausreicht, um zu verhindern, dass sich dieses „trojanische Pferd“ in der Leber festsetzt.
Anzeige:
Fachinformation
Die Studie wurde unter anderem im Rahmen einer engen Zusammenarbeit zwischen der Medizinischen Universität Wien und den Krankenhäusern in Gondar und Jimma in Äthiopien durchgeführt, wo kürzlich 2 neue, von der MedUni Wien unterstützte, Forschungszentren eröffnet wurden.

„Es ist wichtig, dass die Behandlung nur eine einzige Dosis umfasst“, betont Harald Nödl, Leiter der Arbeitsgruppe Experimentelle Tropenmedizin und Feldforschung, Wien. „Obwohl wirksame Medikamente zur Verfügung standen, mussten sie 14 Tage nach dem Ende des Malaria-Anfalls täglich eingenommen werden. Bei der Einnahme der Medikamente mangelt es an Therapietreue. Daher tritt die Krankheit in den meisten Fällen viele Jahre lang immer wieder auf.“

Plasmodium vivax gewinnt an Bedeutung

In weiten Teilen Asiens und Südamerikas ist  Malaria vivax bereits die häufigste Form von Malaria. In Afrika dagegen sind ausschließlich die Länder am Horn von Afrika, insbesondere Äthiopien, betroffen. Allein in Äthiopien gibt es jährlich hunderttausende Fälle. Obwohl Malaria vivax selten tödlich endet, spielt sie im Zyklus von Armut und Krankheit eine zunehmend wichtige Rolle. Das Medikament, das jetzt getestet wurde und vermutlich in naher Zukunft für den klinischen Einsatz verfügbar sein wird, bietet die „echte Hoffnung, dass wir eines Tages in vielen Ländern die Vivax-Malaria ausrotten können. Das ist eine riesige Chance“, betont Nödl.

Übersetzung sm

Quelle: Medizinische Universität Wien


Das könnte Sie auch interessieren

Arzneimittelbehörden rufen weltweit zur verstärkten Meldung von Nebenwirkungen auf

Arzneimittelbehörden rufen weltweit zur verstärkten Meldung von Nebenwirkungen auf
© nmann77 / fotolia.com

In einer gemeinsamen Kampagne fordern derzeit Arzneimittelbehörden weltweit Patientinnen und Patienten dazu auf, ihnen verstärkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf dem Appell, Verdachtsfälle von Nebenwirkungen bei Kindern zu melden. Weitere Zielgruppen sind Schwangere sowie stillende Frauen, die eine sichere Anwendung von Arzneimitteln sowie die Meldung möglicher Nebenwirkungen sensibilisiert werden sollen. In Deutschland werden diese Meldungen durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte...

Betroffene teilen Erfahrungen und geben Depression eine Stimme – nutzergenerierte Website gestartet

Betroffene teilen Erfahrungen und geben Depression eine Stimme – nutzergenerierte Website gestartet
© Artem Furman / fotolia.com

Eine interaktive und multimediale Aufklärungs-Webseite über Depression ist neu an den Start gegangen. Auf der Seite können Betroffene und Angehörige in eigenen Beiträgen über ihre Erfahrungen mit Depression berichten und der Erkrankung so eine Stimme geben. Die Betroffenen können für die Website schriftliche Erfahrungsberichte oder Audio- und Video-Dateien einreichen.

Fasten 2019: Immer mehr Menschen halten es für sinnvoll

Fasten 2019: Immer mehr Menschen halten es für sinnvoll
© beats_ / fotolia.com

Fasten liegt im Trend: Immer mehr Deutsche halten es für gesundheitlich sinnvoll. Die Zahl der Fasten-Befürworter stieg in den vergangenen Jahren stetig an. Lag sie vor acht Jahren noch bei 53 Prozent, sind es nun 63 Prozent – ein Plus von fast 20 Prozent. Vor allem unter jungen Menschen ist der bewusste Verzicht weit verbreitet. Dabei möchten immer mehr Fasten-Fans auf Alkohol verzichten: Die geplante Abstinenz liegt mit 73 Prozent so hoch wie nie zuvor. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Auch auf...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Malaria vivax: Medikament soll Leberparasiten verhindern "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.