Mittwoch, 3. Juni 2020
Navigation öffnen

Medizin

12. Dezember 2019 Myokardinfarkt: Reduktion des kardiovaskulären Risikos unter Evolocumab

Amgen hat die Ergebnisse einer neuen Subgruppen-Analyse der Repatha® Outcome-Studie (FOURIER) bekanntgegeben. In dieser Analyse wurde die Wirkung von Evolocumab bei Patienten, die einen kürzlich vorangegangenen Myokardinfarkt (MI) erlitten hatten, untersucht. Die Analyse zeigte, dass Patienten mit vorangegangenem, weniger als ein Jahr zurückliegendem MI, die mit Evolocumab behandelt wurden, ein deutlich geringeres Risiko für weitere kardiovaskuläre Ereignisse aufwiesen – verglichen mit Patienten, die länger als ein Jahr nach Auftreten des MI behandelt wurden. In der Analyse lag die Risikoreduktion für den kombinierten Endpunkt (zusammengesetzt aus MI, Schlaganfall oder kardiovaskulärem Tod) bei Patienten, die innerhalb eines Jahres nach MI mit Evolocumab behandelt wurden, bei 25% – verglichen mit 15% bei Patienten mit einem länger zurückliegenden MI. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der diesjährigen Scientific Sessions der American Heart Association (AHA) in Philadelphia bekannt gegeben.
Anzeige:
„Fast jeder 5.Patient erleidet innerhalb eines Jahres nach einem Myokardinfarkt ein weiteres kardiovaskuläres Ereignis, weshalb dieses erste Jahr für kardiovaskuläre Hochrisiko-Patienten besonders kritisch ist (3),“ so Robert Giugliano, M.D., Forschungsleiter der FOURIER-Outcome-Studie und Projektleiter der TIMI Study Group am Brigham and Women's Hospital und Professor der Medizin an der Harvard Medical School. „Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung intensiver lipidsenkender Therapien im ersten Jahr nach einem Myokardinfarkt und belegen zusätzlich, dass Evolocumab das kardiovaskuläre Risiko signifikant senken und die Prognose für Hochrisiko-Patienten verbessern kann.“

In der Subgruppenanalyse der Repatha® Outcome-Studie (FOURIER) wurden 5.711 Patienten, die innerhalb von 1-12 Monaten nach Randomisierung einen weiteren MI erlitten, mit 16.609 Patienten, deren MI länger als 12 Monate zurück lag, verglichen. Ziel war es, die Wirkung von Evolocumab hinsichtlich des primären Endpunkts (zusammengesetzt aus kardiovaskulärem Tod, MI, Schlaganfall, Hospitalisierung wegen instabiler Angina pectoris oder koronarer Revaskularisierung) und des sekundären Hauptendpunkts (zusammengesetzt aus kardiovaskulärem Tod, MI oder Schlaganfall) zu bewerten.

„Zu viele Patienten werden weiterhin einem sehr hohen kardiovaskulären Risiko ausgesetzt, da in der Behandlung einer der entscheidenden, aber modifizierbaren Risikofaktoren für einen MI außer Acht gelassen wird4,“ so Dr. Stefan Kropff, Medizinischer Direktor bei der Amgen GmbH. „Diese Daten zeigen, welch entscheidende Rolle Kardiologen im LDL-C-Management kardiovaskulärer Hochrisiko-Patienten einnehmen und unterstützen die ESC/EAS-Leitlinien-Empfehlungen, die sich für eine intensivere Reduktion des LDL-C aussprechen, um das Risiko für weitere kardiovaskuläre Ereignisse bei Hochrisko-Patienten zu senken“ (5, 6).

Neue Daten der FOURIER-Studie zeigen keine Auswirkung auf die von Patienten berichtete Kognition

Eine zusätzliche, auf dem AHA präsentierte Analyse der Evolocumab Outcome-Studie (FOURIER) untermauerte die Ergebnisse zur Sicherheit und Wirksamkeit einer intensiven LDL-Cholesterin (LDL-C)-Senkung bei kardiovaskulären Hochrisiko-Patienten durch Repatha®. Die Analyse evaluierte die Auswirkungen der Senkung des LDL-C mit Evolocumab auf die Kognition, wie sie von Patienten mit stabiler Herz-Kreislauf-Erkrankung berichtet wurden, und zeigte auf, dass die zusätzliche Gabe von Evolocumab zur Statin-Therapie keinen Einfluss auf die berichtete alltägliche Kognition hatte – auch nicht bei den Patienten, die unter Evolocumab-Therapie sehr niedrige LDL-C-Werte erreichten.

Diese neuen Daten aus der Evolocumab Outcome-Studie (FOURIER), die in Form von groß dimensionierten Subgruppen-Analysen vorgelegt wurden, bekräftigen erneut die Beobachtung, dass die ausgeprägtesten Risiken mit dem stärksten Therapieeffekt Evolocumabs einhergehen. Zudem wird abermals die Sicherheitsdatenlage dahingehend bestätigt, dass niedrige LDL-C Werte nicht mit Kognitionsstörungen assoziiert sind.

Größter Nutzen von Evolocumab bei Patienten mit hohem genetischen Risiko

Im Rahmen einer Post-hoc-Subgruppenanalyse der FOURIER-Studie wurde der prognostische Wert eines genetischen Risikoscores bei Patienten mit etablierter kardiovaskulärer Erkrankung evaluiert. Dabei wurden genetische Proben von etwa 14.300 Patienten analysiert. Das genetische Risiko wurde als geringes (Q1), mittleres (Q2-4) oder hohes Risiko (Q5) definiert. Darüber hinaus wurden die Patienten auch anhand der Belastung durch atherosklerotische klinische Risikofaktoren wie Bluthochdruck, LDL-C ≥100 mg/dl und Raucherstatus kategorisiert. Das Vorliegen von ≥2 Risikofaktoren wurde als „hohes klinisches Risiko“ eingestuft. Die Ergebnisse zeigten, dass Patienten mit hohem genetischen Risiko, unabhängig von klinischen Risikofaktoren, in Bezug auf die relative und absolute Risikoreduktion am stärksten von einer Behandlung mit Evolocumab profitieren (7).

Design der Repatha® Outcome-Studie (FOURIER) (8)

Die FOURIER (Further Cardiovascular OUtcomes Research with PCSK9 Inhibition in Subjects with Elevated Risk)-Outcome-Studie ist eine multinationale, randomisierte, prospektive, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie, in der untersucht wurde, ob die Behandlung mit Evolocumab im Vergleich zu Placebo, jeweils kombiniert mit einer optimierten Statin- +/- Ezetimib-Therapie, kardiovaskuläre Ereignisse reduzieren kann. Der primäre Endpunkt setzte sich zusammen aus kardiovaskulärem Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall, Hospitalisierung wegen instabiler Angina pectoris oder koronare Revaskularisierung. Der klinisch relevantere sekundäre Endpunkt setzte sich zusammen aus kardiovaskulärem Tod, Myokardinfarkt oder Schlaganfall.

Geeignete Patienten mit hohen Cholesterinwerten (LDL-C ≥70 mg/dl oder Non-High-Density Lipoprotein-Cholesterin, non-HDL-C, ≥100 mg/dl) und klinisch nachweisbarer atherosklerotischer, kardiovaskulärer Erkrankung wurden in mehr als 1.300 Studienzentren weltweit randomisiert und erhielten entweder alle 2 Wochen 140 mg oder monatlich 420 mg Evolocumab subkutan plus optimierter Statin-Dosis, bzw. alle 2 Wochen oder monatlich Placebo subkutan plus optimierter Statin-Dosis. In beiden Studienarmen konnte die Statin-Therapie mit Ezetimib kombiniert werden. Als eine optimierte Statin-Therapie waren mindestens 20 mg Atorvastatin oder eine äquivalente tägliche Dosis eines anderen Statins definiert. Empfohlen waren nach Möglichkeit mindestens 40 mg Atorvastatin oder eine äquivalente tägliche Dosis eines anderen Statins. Die Studie war ereignisgesteuert und wurde so lange fortgesetzt bis mindestens 1.630 Patienten ein Ereignis des sekundären Hauptendpunkts erlitten hatten.

Quelle: Amgen

Literatur:

(1) Gencer B et al. Circulation. 2019; 140: A10613.
(2) Jernberg T et al. Eur Heart J. 2015; 36: 1163-1170.
(3) Goldstein JL et al. Arterioscler Thromb Vasc Biol. 2009; 29(4): 431-438.
(4) Mach F et al. Eur Heart Journal. 2019; ehz455. https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehz455
(5) Grundy SM et al. JACC. 2018;1-80.
(6) Nicholas AM et al. AHA Scientific Sessions 2019. https://www.abstractsonline.com/pp8/#!/7891/presentation/35128. Letzter Aufruf: November 2019.
(7) Sabatine MS et al. Am Heart J. 2016; 173: 94-101.
(8) Repatha® Fachinformation, Stand: Juli 2019.


Anzeige:

Das könnte Sie auch interessieren

Adipositas im Kindes- und Jugendalter

Adipositas im Kindes- und Jugendalter
© kwanchaichaiudom / fotolia.com

Laut der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS Welle 2), die vom Robert Koch-Institut durchgeführt wurde, haben nach dem Referenzsystem der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 26,3% der 5- bis 17-Jährigen Übergewicht; 8,8% sind von Adipositas betroffen (1). In der Versorgung dieser Kinder und Jugendlichen gibt es erhebliche Defizite: So werden in Deutschland überzeugende, wissenschaftlich-basierte Behandlungs- und Betreuungskonzepte im Gesundheitssystem nicht unterstützt und in der Regel von den Kostenträgern nicht finanziert....

Darmkrebsmonat März: Alkohol ist ein wichtiger Risikofaktor für Darmkrebs

Darmkrebsmonat März: Alkohol ist ein wichtiger Risikofaktor für Darmkrebs
© karepa / Fotolia.com

Das Trinken von Alkohol ist gesellschaftlich breit akzeptiert, trotz der Risiken, die mit seinem Konsum einhergehen. Alkohol ist an der Entstehung von mehr als 200 Erkrankungen beteiligt, so die Autoren des Alkoholatlas Deutschland 2017. Leberschäden gehören dabei zu den weitgehend bekannten Folgen. Doch auch das Risiko für Darmkrebs steigt. Anlässlich des Darmkrebsmonats März macht die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) darauf aufmerksam, dass auch der vergleichsweise moderate Konsum von Alkohol das...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Myokardinfarkt: Reduktion des kardiovaskulären Risikos unter Evolocumab"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Ende der Maskenpflicht in Bulgarien – Regierungschef Boiko Borissow drängt auf ein Ende der Mund-Nasen-Schutz-Pflicht ab dem 15. Juni 2020 (dpa, 03.06.2020).
  • Ende der Maskenpflicht in Bulgarien – Regierungschef Boiko Borissow drängt auf ein Ende der Mund-Nasen-Schutz-Pflicht ab dem 15. Juni 2020 (dpa, 03.06.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden