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Medizin

09. September 2020 Neues Insulin lispro: Weiterentwicklung kommt dem physiologischen Insulin noch näher

In Deutschland steht ab September 2020 das neue Insulin lispro Lyumjev® zur Behandlung von Erwachsenen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes zur Verfügung. Die Weiterentwicklung des bewährten Insulin lispro Humalog® kommt der physiologischen Insulinwirkung stoffwechselgesunder Menschen noch näher. Studien belegen, dass das neue Insulin die postprandiale Glukosekontrolle sowie die Zeit im Zielbereich  am Tag verbessern kann ohne die Gefahr von Hypoglykämien zu erhöhen (1, 2).
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Überlegene postprandiale Glukosekontrolle

Bei der Weiterentwicklung des Insulin lispro wurden als Hilfsstoffe Citrat und Treprostinil zugesetzt, die eine Erhöhung der Gefäßpermeabilität bzw. eine Vasodilatation der lokalen Blutgefäße bewirken (3). „Es kommt zu einer beschleunigten Absorption des Insulin lispro und als Folge zu einem schnelleren Eintritt der Insulinwirkung“, erläuterte Prof. Dr. Thomas Forst, Mannheim, die Pharmakokinetik. Eine „Glucose-clamp-Studie bei 40 Patienten mit Typ-1-Diabetes zeigt, dass das neue Insulin lispro früher im Serum nachweisbar ist als Humalog und in den ersten 15 Minuten zu einer 7,2 mal höheren Insulinexposition führt (4).  „Die neue Insulin lispro-Formulierung ist in Bezug auf die Absorption ein Insulin, das dem physiologischen Insulin deutlich näher kommt“, so Forst. Daher sei bei diesem Insulin eine postprandiale Glukosekontrolle zu beobachten, die der von stoffwechselgesunden Menschen recht nahekommt.
Nachgewiesen wurde die hohe Wirksamkeit in den beiden Zulassungsstudien PRONTO-T1D und PRONTO-T2D mit 1.222 Patienten mit Typ-1-Diabetes und 673 mit Typ-2-Diabetes (1, 2). In diesen Studien führte die prandiale Gabe des neuen Insulin lispro jeweils zu einer vergleichbaren HbA1c-Senkung wie Humalog, ermöglichte aber eine signifikant überlegene Reduktion der Blutzuckerspitzen über bis zu 4 Stunden nach einer Testmahlzeit (1, 2) In einer Substudie von PRONTO¬-T1D mit doppelt verblindeter kontinuierlicher Glukosemessung (CGM) konnte das neue Insulin lispro auch bei alltäglichen Mahlzeiten die postprandiale Glukose stärker senken (1). Zudem verlängerte sich bei den Patienten  die individuelle Zeit im Zielbereich tagsüber (6 Uhr morgens bis Mitternacht) um 44 Minuten gegenüber Humalog (1, 3, 5).

Häufigkeit von Hypoglykämien nicht erhöht

„Bemerkenswert ist, dass die Reduktion der postprandialen Glukosespitzen nicht mit einer erhöhten Hypoglykämierate einhergeht“, stellte Forst fest. Sowohl die Gesamtrate der Hypoglykämien als auch das Auftreten schwerer Hypoglykämien war unter beiden Formulierungen vergleichbar (1, 2, 3). Bei der Betrachtung der Hypoglykämien im Zeitraum von mehr als 4 Stunden nach der Mahlzeit ergeben sich bei Menschen mit Typ-1-Diabetes laut Forst sogar Vorteile – hier ist die Hypoglykämierate unter dem neuen Insulin lispro signfikant geringer (1). „Das Entscheidende beim neuen Insulin lispro ist, dass wir Patienten dabei unterstützen können, ihre Glukosekontrolle nach den Mahlzeiten und ihre Zeit im Zielbereich zu verbessern, ohne sie der Gefahr von vermehrten Hypoglykämien auszusetzen. Mit diesem Medikament sind wir der physiologischen Insulinwirkung wieder ein Stück nähergekommen“, fasste Forst zusammen.

Quelle: Lilly

Literatur:

(1) Klaff L et al. Diabetes Obes and Metab; 2020, doi: 10.1111/dom14100.
 (2) Blevins T et al. Diabetes Care. 2020; dc192550. doi: 10.2337/dc19-2550.
 (3) Fachinformation Lyumjev®, aktueller Stand.
 (4) Heise T et al. Diabetes Obes and Metab 2020; doi: 10.111/DOM14094.
 (5) Malecki MT et al. Diabetes Technol Ther 2020; doi: 10.1089/dia.2020.0129.

 


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