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Medizin

04. Juni 2020 Online-Studie zum Thema Lebensstil und COVID-19

Inwieweit Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Sport einen Einfluss auf die Schwere des Krankheitsverlaufs von COVID-19 haben, möchte ein Team des Studienzentrums Diabetes am LMU Klinikum München in einer Online-Studie klären. Die Wissenschaftler wollen auch erste Schlüsse ziehen, wie Lebensstilempfehlungen in der Zeit von COVID-19 aussehen könnten. Derzeit werden Teilnehmer für die Studie gesucht.
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Basistext
An der Studie können alle teilnehmen, die bereits eine Infektion mit dem Coronavirus hinter sich haben. Es werden Aspekte des Krankheitsverlaufs und Informationen zu unterschiedlichen Lebensstilfaktoren erfragt, außerdem Begleiterkrankungen und eingenommene Medikamente. Im Fokus stehen auch die längerfristigen Folgen der COVID19-Erkrankung.

Zusammenhang zwischen metabolischen und kardiovaskulären Erkrankungen und dem  Krankheitsverlauf

„Viele Eigenschaften von COVID-19 deuten darauf hin, dass Lebensstilfaktoren für die Schwere des Krankheitsverlaufs bedeutend sein können“, sagt PD Dr. med. Andreas Lechner, Leiter des Studienteams an der Medizinischen Klinik und Poliklinik IV und Wissenschaftler im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung. „Gerade neuere Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen metabolischen und kardiovaskulären Erkrankungen und einem schweren Krankheitsverlauf. Diese Krankheiten wiederum lassen sich durch den Lebensstil positiv beeinflussen. Nur den direkten Zusammenhang zwischen Lebensstil und COVID-19 konnte bisher niemand wissenschaftlich belegen.“ Die Ärzte wollen außerdem aus der Studie erste Schlüsse ziehen, wie Lebensstilempfehlungen in der Zeit von COVID-19 aussehen könnten.
 
Teilnahme an der Studie

An der Studie sollen innerhalb der nächsten 6 Monate mehrere 100 genesene COVID-19-Patienten teilnehmen. Weiterführende Informationen für Studieninteressenten sowie die Möglichkeit zur Teilnahme gibt es unter: lifeandcovid.de
 
Wissenschaftlicher Hintergrund

Wie es genau bei einem Infizierten zu einem leichten oder schweren Verlauf kommt, ist noch nicht geklärt. „Es sind aber bereits Risikofaktoren bekannt, die schwere Verläufe begünstigen“, sagt Lechner. Hierzu zählen Gesundheitsprobleme, die durch den Lebensstil des Betroffenen unmittelbar beeinflusst werden, beispielsweise Adipositas, hoher Blutdruck und Diabetes mellitus (1, 2). Ernährungs- und Bewegungsverhalten können hier sogar kurzfristig große Effekte haben – positive und negative. „Auch mit Blick auf den wesentlichen Risikofaktor für schwere COVID-19-Verläufe – ein höheres Alter – sind Lebensstilfaktoren vermutlich relevant“, erklärt Lechner. Dies begründe sich dadurch, dass die Immunseneszenz wahrscheinlich für den Zusammenhang von höherem Alter und schweren COVID-19-Verläufen zentral wichtig ist (3, 4). Die Immunseneszenz wiederum lässt sich durch den Lebensstil, insbesondere durch regelmäßige, moderate Bewegung, günstig beeinflussen (4, 5).
 

 

Quelle: LMU Klinikum München

Literatur:

1. Mehra MR et al. Cardiovascular Disease, Drug Therapy, and Mortality in Covid-19. NEJM 2020.
2. Ebinger JE et al. Pre-Existing Traits Associated with Covid-19 Illness Severity. medRxiv. 2020:2020.2004.2029.20084533.
3. Sayed N et al. An Inflammatory Clock Predicts Multi-morbidity, Immunosenescence and Cardiovascular Aging in Humans. bioRxiv. 2019:840363.
4. Nieman DC. COVID-19: A tocsin to our aging, unfit, corpulent, and immunodeficient society. J Sport Health Sci 2020.
5. Duggal NA et al. Can physical activity ameliorate immunosenescence and thereby reduce age-related multi-morbidity? Nat Rev Immunol 2019;19(9):563-72.


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