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Medizin

27. Dezember 2019 Parkinson: Veränderung der Darmflora durch Medikation

Die Parkinson-Krankheit zeichnet sich durch einen langsam fortschreitenden Verlust von Nervenzellen aus. Noch ist die Krankheit unheilbar. Über die genauen Ursachen herrscht Unklarheit, der Dopamin-Mangel im Gehirn ist ursächlich nicht bekämpfbar. Mit Grundlagenforschung wird versucht, dem Rätsel Parkinson auf die Spur zu kommen. Nun ist eine wissenschaftliche Arbeit erschienen, die sich einem besonderen Aspekt widmet: Der Darmflora von Parkinson-Patienten, die mit bestimmten Medikamenten behandelt werden.
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„Was ist der Einfluss der Krankheit und was ist der Einfluss der Medikation auf das Darm-Mikrobiom? Das war unsere Ausgangsfrage“, erläutert Prof. Dr. Markus Egert, der an der Hochschule Furtwangen am Campus Schwenningen lehrt. Bislang ist unklar, ob Veränderungen der Darmflora eine Folge der Erkrankung sind oder ursächlich zu ihrer Entstehung beitragen.

Signifikante Veränderung der Darmflora durch Levodopa und Entacapon

Im Zuge einer personalisierten Medizin werden vermehrt individuelle Auswirkungen von Krankheit und Medikament untersucht. Warum eignet sich die Parkinson-Krankheit so gut für eine exemplarische Studie? Weil es 2 besonders häufig verabreichte Medikamente gibt, nämlich Levodopa und Entacapon. Hier belegt die Studie, dass die Darmflora von Personen, die mit einem dieser beiden Wirkstoffe behandelt werden, signifikant verändert ist.

Neue diagnostische Option

Es gibt zwar Studien aus den USA und Skandinavien zum Darmmikrobiom von Parkinson-Patienten. Aber diese sind aufgrund der vielfältigen Einflussfaktoren nicht unbedingt auf Mitteleuropa übertragbar. Nun liegt eine Studie mit in Deutschland lebenden, unterschiedlich therapierten Probanden vor. „Wir haben deren Stuhlflora sequenziert und nach Bakterien gesucht. Dabei haben wir zwischen 70.000 und 400.000 bakterielle DNS-Sequenzen pro Probe analysiert“, erläutert Egert. „Vor kurzem hat eine These Furore gemacht: Bei der Entstehung von Parkinson könnte der Verdauungstrakt und das Darmmikrobiom eine wichtige, allerdings noch wenig verstandene Rolle spielen. Sicherlich kann unsere Studie zur Klärung dieser Rolle beitragen und mittelfristig helfen, mikrobielle Stuhlanalytik als einen neuen Baustein der Parkinson-Diagnostik zu etablieren.“

Die Studie wurde durch ein Forscherteam der Hochschulen Furtwangen und Kaiserslautern, der Universitäten Gießen und des Saarlandes sowie dem MVZ Institut für Mikroökologie, Herborn, erstellt. Erschienen ist sie im Nature Partner Journal „npj Parkinson's Disease“ mit dem Titel „Effect of Parkinson’s disease and related medications on the composition of the fecal bacterial microbiota”. https://doi.org/10.1038/s41531-019-0100-x

Quelle: Hochschule Furtwangen


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