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Medizin

08. Juli 2020 Post-Corona-Report: Gute Bewertung der DACH-Region, schlechte Bewertung für EU, UN und WHO

In Deutschland, Österreich und der Schweiz findet die Arbeit der Regierungen in der Pandemie überwiegend Zustimmung. Das Handeln der internationalen Institutionen wird hingegen ausgesprochen schlecht bewertet. Das sind Schlüsselergebnisse einer Umfrage* der UN-Denkfabrik Diplomatic Council unter Führungskräften und Unternehmern im deutschsprachigen Raum (DACH-Region). Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Politik und Wirtschaft die Coronakrise überwinden werden.
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Laut Report vergeben in Deutschland 58% der Befragten auf einer Schulnotenskala von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) die Note 1 oder 2 für das Handeln der Bundesregierung in der Krise. In Österreich vergibt eine knappe Mehrheit von 51% an die Regierung die Note 1 oder 2, stuft die Regierungsarbeit in der Pandemie somit als sehr gut oder gut ein. In der Schweiz hat die Umfrage eine Zustimmung zur Regierungsarbeit in der Krise mit gut oder sehr gut von gut 50% zutage gefördert.

Überwiegend positive Bewertung im DACH-Raum

Studienleiter Andreas Dripke erklärt: „In allen 3 Ländern wird das Krisenmanagement überwiegend positiv gesehen. Damit können sich Deutschland, Österreich und die Schweiz glücklich schätzen, wenn man das Krisenmanagement mit dem Vorgehen in vielen anderen Ländern vergleicht. Die Ausgangsposition der Länder rund um den Globus war naturgemäß unterschiedlich, doch die Herausforderung – Schutz der Bevölkerung vor dem unsichtbaren Angreifer – ist erstmals in der Geschichte der Menschheit weltweit einheitlich. Es ist ungefähr so, als ob alle Regierungen ein- und dasselbe Rätsel zu lösen hätten. In diesem weltweiten Wettbewerb zeigt sich überdeutlich: Es kommt entscheidend auf die politische Führung an; eine Erkenntnis, die über die Krise hinaus Bestand haben wird.“ Andreas Dripke ist Autor des Buches „Pandemie - Die Welt im Corona-Krieg“, das im Verlag des Diplomatic Council erschienen ist.

Schlechte Bewertungen für UN, EU und WHO

Während die Umfrage den nationalen Regierungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein überwiegend positives Bild ausstellt, kommen die internationalen Institutionen auffallend schlecht weg. Den Vereinten Nationen (UN), der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Europäischen Union schreiben die Befragten in Schulnoten ausgedrückt bestenfalls eine 3, überwiegend jedoch eine 4, 5 oder gar 6 ins Zeugnis. Die UN und die EU werden von keinem einzigen der Befragten mit der Note 1 bewertet, die WHO nur von knapp 4%. Lediglich 15% stellen der UN ein gut aus, nur 12% der EU.

Nationalstaatliche Tendenzen

Andreas Dripke interpretiert: „Der Multilateralismus ist nicht erst seit 2020 stark gefährdet. Seitdem die USA 2016 mit einer rigorosen America-First-Politik das Primat des Nationalstaats ausgerufen haben, sind viele andere Länder gefolgt. In Europa hat die seit 2015 schwelende Flüchtlingskrise schon lange die Einheit der EU gefährdet. Die Pandemie hätte ein heilsamer Schock sein können, doch stattdessen hat sie zu Zerwürfnissen allenthalben geführt. Die Welt scheint sich auf den Weg gemacht zu haben, nationaler, egoistischer und gefährlicher zu werden. In der Dekade der 2020er und mutmaßlich auch darüber hinaus zeichnet sich das Recht des Stärkeren ab.“

Der 51-seitige „Post Corona Report 2020“ mit den Ergebnissen der Umfrage ist unter www.diplomatic-council.org/post-corona-report verfügbar.

Quelle: Diplomatic Council


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