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Medizin

22. November 2019 Preise für translationale Infektionsforschung 2019 zu Arbeiten zu Influenza und Tuberkulose vergeben

Gülşah Gabriel und Stefan Niemann haben die Jury mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten überzeugt: Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) verleiht ihnen jeweils einen Preis für translationale Infektionsforschung, dotiert mit 5.000 Euro.
Influenza-Viren, die Auslöser der Grippe, stehen im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten von Prof. Gülşah Gabriel, Virologin am Hamburger Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie, und Professorin an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Ihre Forschung erfasst das gesamte Spektrum von den grundlegenden Mechanismen der Krankheit über Untersuchungen in Tiermodellen bis hin zu Ansteckungsgefahren und Krankheitsrisiken beim Menschen. Wie entwickelt sich das Virus in verschiedenen Tieren, welche Änderungen macht es durch, bevor es auf den Menschen überspringt und wie kommt es zu gefährlichen Pandemien? „Mit ihrem außergewöhnlichen translationalen Ansatz, der auch eine große klinische Kohorte an Influenza-Patienten einschließt, legt Gülşah Gabriel eine wichtige Basis für neue antivirale Strategien“, erklärt DZIF-Vorstandsvorsitzender Prof. Hans-Georg Kräusslich in seiner Laudatio. Mit ihrer Aufklärung von Schlüsselmolekülen in der Influenza-Pathogenese legt Gabriel auch einen Grundstein für die Entwicklung neuer Wirkstoffe gegen andere gefürchtete Viren, wie zum Beispiel Zika- oder Ebola-Viren.

Der Tuberkulose-Erreger Mycobakterium tuberculosis, ebenfalls gefürchtet und erneut auf dem Vormarsch, ist das Forschungsobjekt von Prof. Stefan Niemann. Am Forschungszentrum Borstel hat sich der molekulare Mikrobiologe auf Tuberkulose und andere Lungenerkrankungen spezialisiert. Seit seiner Doktorarbeit entwickelt Niemann die modernen Genomanalyse-Verfahren weiter, um die Ausbreitung der Krankheit besser zu verstehen und die Diagnostik und -Bekämpfung zu optimieren. „Die Arbeiten von Stefan Niemann sind insbesondere im Hinblick auf die dramatische weltweite Ausbreitung von multiresistenten Stämmen von besonderer Bedeutung“, erklärt Kräusslich in der Laudatio. Dem Preisträger, der im DZIF den Forschungsbereich „Tuberkulose“ koordiniert, ist es gelungen, seine Arbeiten in die Anwendung zu bringen. So werden in Borstel seit mehr als einem Jahr die Analyseergebnisse der Tuberkulose-Stämme in eine gezielte, individuelle Therapie umgesetzt.

Beide Preisträger stehen damit für ausgezeichnete translationale Infektionsforschung und verfolgen das wichtigste Ziel des DZIF: die effektive Überführung von Forschungsergebnissen in die Klinik und umgekehrt die Nutzung der Erkenntnisse aus der Klinik. Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten im DZIF steht immer der Patient. Die Preise wurden während der gemeinsamen Jahrestagung des DZIF und der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie am 21. November in Bad Nauheim vergeben.

Quelle: Deutsches Zentrum für Infektionsforschung e.V.


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