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Medizin

09. Juli 2020 Rheuma: Erhöhtes kardiovaskuläres Risiko

Rheuma ist ein entzündliches Geschehen, von dem nicht nur der Bewegungsapparat, sondern auch Herz und Gefäße betroffen sein können. Beschwerden wie Schmerzen in Gelenken oder Weichteilen stehen zwar im Vordergrund entzündlich-rheumatischer Erkrankungen. „Begleitende Erkrankungen von Herz und Gefäßen treten allerdings bei Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen häufiger auf als bei ansonsten Gesunden“, betont Prof. Dr. med. Udo Sechtem vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Rheuma-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für entzündliche Aktivitäten auch in den Wänden der Blutgefäße, es kommt bei ihnen vermehrt zu Arteriosklerose.
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Fachinformation
Die Folge können Gefäßkomplikationen bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall sein. „Wer an Rheuma leidet, sollte deshalb zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen“, rät der Herzspezialist am Cardiologicum Stuttgart in der aktuellen Ausgabe der Herzstiftungs-Zeitschrift HERZ heute. Mindestens alle 5 Jahre zur Herz-Vorsorgeuntersuchung sollten Patienten mit rheumatoider Arthritis, ankylosierender Spondylitis (Morbus Bechterew) oder Psoriasis-Arthritis, lautet auch die Empfehlung der „Europäischen Liga gegen rheumatische Erkrankungen“ (EULAR).

In Deutschland leiden etwa 20 Millionen Menschen an einer rheumatischen Erkrankung. Das Risiko eines Rheumapatienten, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden, entspricht dem eines Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) beziehungsweise dem eines 10 Jahre älteren Patienten ohne Rheuma. So tritt eine Herzinsuffizienz bei älteren Patienten mit rheumatoider Arthritis doppelt so häufig auf wie bei gleich alten Personen ohne Rheuma. Auch deshalb informiert die Herzstiftung ausführlich über die Folgen von Rheuma für Herz und Gefäße in ihrer aktuellen Ausgabe HERZ heute 2/2020. Das Heft kann per Tel. unter 069 955128-400 oder per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.dekostenfrei angefordert werden.
 
Vorsicht bei neuen Symptomen wie Brustschmerzen und Luftnot bei Belastung

Vor allem die Arterien, die den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, können von der Arteriosklerose betroffen sein. „Liegt zusätzlich eine rheumatische Erkrankung vor, beschleunigt sich die Arteriosklerose, Ablagerungen in den Gefäßen, Plaques genannt, drohen schneller aufzureißen und leiten Katastrophen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall ein.“ Diese Gefahr steigt insbesondere dann, wenn die Betroffenen zusätzlich erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht haben. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Rheuma-Patienten neue Symptome wahrnehmen: „Brustschmerzen oder Luftnot bei Belastung, die zuvor problemlos bewältigt wurden, sollte man ernst nehmen und umgehend den Arzt aufsuchen“, mahnt Sechtem.
 
Vorsorge bei Rheuma-Patienten muss noch höheren Stellenwert haben


Damit es gar nicht erst zu Herz- und Gefäßkomplikationen bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen bis hin zu Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche kommt, „muss der Vorsorge ein noch höherer Stellenwert als bislang eingeräumt werden“, betont der Stuttgarter Kardiologe. Die Vorsorge umfasst eine Laboruntersuchung und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens und der Gefäße, ebenso EKG und bildgebende Verfahren zur Feststellung von Durchblutungsstörungen des Herzens und Ablagerungen in den Gefäßen (CT, MRT). Auch bei größeren Umstellungen der Rheuma-Therapie wird geraten, das Herz- und Gefäßrisiko zu überprüfen. Neben der medikamentösen Behandlung der entzündlichen Krankheitsaktivität und Einstellung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und erhöhten Cholesterinwerten ist ein gesunder Lebensstil von Bedeutung: Neben einer gesunden Ernährung und dem Verzicht auf das Rauchen ist die regelmäßige Bewegung von besonderer Bedeutung: „Das kann auch die regelmäßige Arbeit im Kleingarten sein, wenn man richtig aktiv ist. Oder man geht jeden Tag etwa 30 Minuten in flotterem Tempo spazieren“, erklärt Sechtem.

Quelle: Deutsche Herzstiftung e.V.


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