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17. Juli 2019 Rheumatoide Arthritis: IL-6-Rezeptor-Inhibitoren zeigen positive Effekte bei den Komorbiditäten Diabetes und Depression

Die Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA) mit Interleukin-6 (IL-6)-Rezeptor-Inhibitoren wie Sarilumab (Kevzara®) könnte sich positiv auf häufige Komorbiditäten der RA wie Diabetes mellitus und depressive Symptome auswirken. Darauf verwies Prof. Dr. Andrea Rubbert-Roth, St. Gallen/Schweiz, auf einer Veranstaltung von Sanofi Genzyme am Rande des European Congress of Rheumatology (EULAR) in Madrid.
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Erhöhte Prävalenz für Depressionen bei RA-Patienten

Erhöhte IL-6-Spiegel werden – neben ihren Auswirkungen im Gelenk – mit zahlreichen systemischen Effekten in Verbindung gebracht: Fieber, Fatigue, Depressivität, chronische Vaskulitiden, Osteoporose, Akute-Phase-Reaktion, Anämie und Thrombozytose. Die Blockade der IL-6-Signaltransduktion ist ein wirksamer, in Leitlinien und Praxis etablierter Ansatz zur Behandlung der RA (1). Auffällig sei dabei ein deutlich positiver Einfluss der IL-6-Rezeptor-
Inhibition auf die Lebensqualität von RA-Patienten mit bestimmten, u.a. durch einen erhöhten IL-6-Spiegel geförderten Komorbiditäten, so Rubbert-Roth. Wichtig für die Therapieentscheidung sei zum Beispiel die positive Wirkung der IL-6-Rezeptor-Inhibitoren auf depressive Symptome, da sich
RA und depressive Symptome wechselseitig beeinflussten: Depressive Patienten kämen schlechter in eine Remission und litten stärker unter Schmerzen. Schätzungen zufolge liegt die Prävalenz einer Depression bei RA-Patienten in Deutschland bei 22% (2).

Gesteigerte Lebensqualität unter Sarilumab + csDMARD

Hinweise zu positiven Effekten des IL-6-Rezeptor-Inhibitors Sarilumab auf depressive Symptome hatten bereits Subanalysen von Patienten mit koexistierenden depressiven Symptomen der Phase-III-Studien MOBILITY und TARGET geliefert (3,4). Unter Sarilumab + csDMARD ergab sich für
diese Patienten in den meisten Domänen des SF-36-Instruments eine klinisch bedeutsame Verbesserung der Lebensqualität gegenüber Placebo + csDMARD. Eine signifikante Verbesserung, insbesondere hinsichtlich Schmerz, körperlicher und sozialer Funktionsfähigkeit und Vitalität, zeigten auch Patienten mit depressiven Symptomen unter Sarilumab in einer Subanalyse der Phase-III-Studie MONARCH gegenüber dem TNF-Inhibitor Adalimumab (4).

Positive Effekte der IL-6-Rezeptor-Inhibition bei Diabetes mellitus

Auch bei zahlreichen anderen Komorbiditäten kann die IL-6-Rezeptor-Blockade, neben ihrer Wirkung auf die RA, einen positiven Einfluss auf diese Begleiterkrankungen ausüben. Das zeige sich zum Beispiel beim Diabetes mellitus, ergänzte Rubbert-Roth. In einer Subanalyse der Phase-III-Studien MOBILITY und TARGET sanken der HbA1c-Wert und der Nüchternblutzucker von Patienten mit Diabetes unter Sarilumab signifikant gegenüber Placebo + csDMARD (5). In der Phase-III-Studie MONARCH bestätigte sich dieser Effekt im Vergleich zu Adalimumab. Er war umso ausgeprägter, je höher der IL-6-Spiegel zu Beginn lag und wurde nicht durch den Gebrauch oraler Glukokortikoide oder Veränderungen von CRP, Hämoglobin oder Krankheitsaktivität beeinflusst (6).

Senkung des kardiovaskulären Risikos

Von der IL-6-Rezeptor-Blockade könnten RA-Patienten mit Komorbiditäten profitieren, bei denen IL-6 durch seine proinflammatorische Wirkung eine wichtige Rolle spielt (7,8). Dazu gehören auch kardiovaskuläre Erkrankungen, von denen RA-Patienten weit häufiger betroffen sind als die Gesamtbevölkerung (7). In einer Subanalyse der MONARCH-Studie zeigte sich, dass Sarilumab den kardiovaskulären Risikofaktor Lipoprotein (a) signifikant gegenüber Adalimumab senkt und sich so langfristig positiv auf die Atherosklerose auswirken könnte (9). Aufgrund gehäuften Auftretens von
Komorbiditäten bei RA und ihrer Bedeutung für die Lebensqualität der Patienten sollten sie bei der Entscheidung für die passende RA-Therapie gebührend berücksichtigt werden, riet Rubbert-Roth.

Quelle: Sanofi

Literatur:

(1) Fiehn C et al. Z Rheumatol. 2018; 77 (Suppl 2): 35-53.
(2) Matcham F et al. The prevalence of depression in rheumatoid arthritis: a systematic review and metaanalysis. Rheumatology (Oxford) 2013; 52: 2136-48.
(3) Strand V et al. Ann Rheum Dis 2018; 77 (Suppl. 2): 964. Abstract SAT0207. DOI: 10.1136/annrheumdis-2018-eular.3723.
(4) Strand V et al. Ann Rheum Dis 2018; 77( Suppl. 2): 332. Abstract THU0223. DOI: 10.1136/annrheumdis-2018-eular.3714.
(5) Genovese M et al., ACR/ARHP Annual Meeting 2017, 3.-8. Nov. 2017, San Diego, USA, Abstract 1822.
(6) Burmester GR et al. Rheumatology 2019; 58 (Suppl. 3): kez106.053. DOI: 10.1093/rheumatology/kez106.053
(7) Krüger K, Internist 2018, 59: 341-351.
(8) Dayer J-M, Choy E. Rheumatology 2010; 49: 15-24.
(9) Gabay C et al. (abstract). DOI: 10.1136/annrheumdis2017-eular.4534.


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