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Medizin

01. März 2019 Schlaf und Schmerz: Zusammenhänge erkennen – erfolgreich behandeln

Rund 27 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen beziehungsweise chronisch rezidivierenden Schmerzen. Die damit häufig verbundenen Schlafstörungen sind laut Dr. Michael A. Überall, Nürnberg, kein Randphänomen, sondern ein zentrales Problem für Schmerzpatienten und werden leider häufig übersehen.
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Fachinformation
Neben dem Schlaf können chronische Schmerzen auch Stimmung, Mobilität, Appetit und Sozialleben der Betroffenen beeinträchtigen. Die mit den Schmerzen einhergehenden Schlafstörungen erhöhen dabei sogar signifikant das Suizidrisiko der Patienten (1). Dr. Sigrid Schuh-Hofer, Mannheim, erläuterte einen weiteren Zusammenhang zwischen Schmerz und Schlaf. So könne eine reduzierte Schlafdauer und mangelnde Schlafkontinuität zur Entwicklung von Spontanschmerzen beitragen. Schon eine durchwachte Nacht habe in einer Studie an jungen, gesunden Probanden zu einer generalisierten Schmerzüberempfindlichkeit geführt, welche unabhängig vom Schmerzauslöser war (2). Zur Therapie von Schlafstörungen käme somit laut Schuh-Hofer unter anderem die Behandlung der Schmerzproblematik infrage.

Schmerztherapie verbessert den Schlaf

Mit einem effektiven Analgetikum wie Tapentadol (Palexia® retard) könne es gelingen die Schmerzen erfolgreich zu lindern und Schlafstörungen zu vermindern, berichtete Überall. Mit seinem synergistischen Wirkmechanismus aus μ-Opioidrezeptor-Agonist (MOR) und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (NRI) ist Tapentadol sowohl bei nozizeptiven als auch bei neuropathischen und gemischten Schmerzen wirksam. Das Medikament ist zur Behandlung starker, chronischer Schmerzen bei Erwachsenen, die nur mit Opioidanalgetika angemessen behandelt werden können, zugelassen (3). Auch die Allgemeinmedizinerin Dr. Bettina Kern, Wiesbaden, bestätigte die positiven Auswirkungen einer wirksamen Schmerztherapie auf Schlafprobleme wie Ein- und Durchschlafstörungen oder eine schlechte Schlafqualität. Hier habe sich Tapentadol beispielsweise bei starken chronischen Rückenschmerzen als effektiv und verträglich erwiesen.

Registerdaten bestätigen Vorteile einer frühzeitigen Therapieanpassung

Eine Analyse von Versorgungsdaten aus dem PraxisRegister Schmerz stellte Dr. Überall vor: Hier wurden verschiedene Parameter wie Schlafdauer, nächtliche Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und deren Auswirkungen auf die Lebensqualität untersucht. Dabei habe sich gezeigt, dass ein frühzeitiger Wechsel zu Tapentadol dabei helfen kann Schlafprobleme deutlich zu reduzieren. Bereits nach 12 Wochen konnte bei Patienten mit therapierefraktären Schmerzen der Anteil der Betroffenen mit schweren Schlafbeeinträchtigungen (über 50 mm auf der visuellen Analogskala) von 76,7 % auf 30,8 % verringert werden, indem die Behandlung auf Tapentadol umgestellt wurde (4).

Dr. Anja Schäfer
 

Quelle: Pressegespräch „Schlaf und Schmerz: Wie lässt sich der Teufelskreis durchbrechen?“ 06. Februar 2019, Mannheim; Veranstalter: Grünenthal GmbH

Literatur:

(1) Owen-Smith AA et al. Pain Pract. 2018 Nov 21. doi: 10.1111/papr.12750.
(2) Schuh-Hofer S et al. Pain 2013; 154: 1613-1621.
(3) Fachinformation Palexia® retard, Stand November 2018.
(4) Überall MA, Mueller-Schwefe GH, Analyse Praxisregister Schmerz; IFNAP Nürnberg, bisher unveröffentlichte Daten.


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