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Medizin

20. Mai 2020 Soziale Isolation als Sterblichkeitsrisiko für ältere Menschen

Im Zuge der Corona-Pandemie wurden in Deutschland wie in den meisten Ländern Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen eingeführt. Gerade ältere Menschen sollten diese Beschränkungen streng befolgen. Das bedeutete (und bedeutet) auch bei Alleinlebenden und bei Bewohnerinnen und Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen die strikte Vermeidung von Besuchen Angehöriger und Bekannter. Die damit verbundene soziale Isolation und das Gefühl der Einsamkeit können psychische und physische Folgen haben.
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Fachinformation
Im Rahmen des Kompetenznetzes Public Health zu COVID-19 wurde das Sterblichkeitsrisiko älterer Menschen in sozialer Isolation und Einsamkeit untersucht. Die gewonnenen Erkenntnisse beziehen sich allgemein auf die Folgen sozialer Isolation unter normalen Alltagsbedingungen. Mangels Studien beziehen sie sich (noch) nicht speziell auf die soziale Isolation, die durch Maßnahmen zur Eindämmung von Pandemien allgemein oder speziell der Corona-Pandemie hervorgerufen wird.

Möglichkeit von Besuchen ist von wesentlicher Bedeutung

Prof. Dr. med. Andreas Seidler hat die wissenschaftliche Bearbeitung dieses Themas geleitet. Er benennt die Ergebnisse der systematischen Aufarbeitung der wissenschaftlichen Erkenntnislage folgenderweise: „Wir konnten deutliche Belege für eine erhöhte Sterblichkeit bei sozialer Isolation und – mit etwas schwächerer Erkenntnislage – bei selbst wahrgenommener Einsamkeit älterer Menschen finden.“ Inwieweit konkrete Maßnahmen zur Abmilderung der sozialen Isolation in Alten- und Pflegeheimen eine Verminderung der Sterblichkeit bewirken können, konnte aufgrund der Kürze der Zeit seit Einführung der Kontaktbeschränkungen noch nicht wissenschaftlich untersucht werden. Im Rahmen der Bearbeitung dieser Fragestellung wurden auf der Grundlage von Experteninterviews in 29 Alten- und Pflegeheimen Vorschläge zur Verminderung der durch Kontaktbeschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie bedingten sozialen Isolation älterer Menschen entwickelt. Teilweise können die Folgen der sozialen Isolation in Alten- und Pflegeheimen durch vermehrte „kontaktlose“ Angebote abgemildert werden. In Alten- und Pflegeheimen ist aber auch das Ermöglichen von Besuchen von hoher Bedeutung – unter strenger Berücksichtigung des Infektionsschutzes.


 

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP)

Literatur:

https://www.public-health-covid19.de/de/aktuelles/fact-sheet-zur-soziale-isolation-als-sterblichkeitsrisiko-f%C3%BCr-%C3%A4ltere-menschen-ver%C3%B6ffentlicht.html


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