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Medizin

04. April 2019 Studie zur Selbstkontrolle im Umgang mit Cannabis

In Zusammenarbeit mit der Direktion für Bildung, Soziales und Sport der Stadt Bern startet das Institut für Psychologie der Universität Bern eine Studie zum Thema „Selbstregulation von Cannabis-Konsum“. Erste Resultate sind bis Ende 2019 zu erwarten.
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Cannabis-Konsum ist in der Schweiz weit verbreitet, aber es ist wenig darüber bekannt, wie Konsumenten ihren Konsum selber regulieren. „Hier mehr zu wissen ist jedoch wichtig, da niemand bestreitet, dass der regelmäßige Konsum von Cannabis ein Gefährdungspotenzial aufweist“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Hansjörg Znoj, Bern. Eine Studie in Zusammenarbeit mit der städtischen Direktion für Bildung, Soziales und Sport (BSS) soll hier Klarheit schaffen: Mit einer anonymen Online-Umfrage sollen fundierte Erkenntnisse gewonnen werden, mit welchen Strategien und Vorgehensweisen Cannabis--Konsumenten ihren Konsum kontrollieren.

Befragung auch von Nicht-Konsumenten

Ziel der Studie ist es, die Fähigkeit der Konsumenten zur Selbstregulation ihres Cannabis-Konsums zu untersuchen und zu erforschen, welche Strategien dabei hilfreicher sind als andere. „Keine größeren Mengen von Cannabis bei sich zuhause lagern oder den Cannabis-Gebrauch auf einmal Kiffen pro Tag limitieren, sind Beispiele möglicher selbstgewählter Strategien im Umgang mit Cannabis“, führt Znoj aus. Gemäß dem Studienleiter unterscheidet sich das vorliegende Projekt dadurch von anderen Studien zur Selbstkontrolle, dass auch die Haltung von Nicht-Konsumenten zu Risiken und Risikovermeidung bezüglich Cannabis-Konsum erfragt werden soll.

„Mir gefällt der innovative Ansatz dieser Studie“, sagte Gemeinderätin Franziska Teuscher, Direktorin der BSS. „Ich erwarte, dass die Studie uns Hinweise für wirksame Präventionsmaßnahmen liefert“, sagte die Sozialdirektorin weiter. Bis dahin werde vor allem versucht, den Cannabis-Konsum repressiv und mit Verweis auf mögliche Gesundheitsschädigungen zu beeinflussen.

Erste Resultate voraussichtlich Ende 2019

Vorgesehen ist eine möglichst repräsentative Erhebung bei der Berner Stadt-Bevölkerung. Dazu werden 5.000 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Personen zu einer anonymen Online-Umfrage eingeladen. Weitere Personen können direkt auf der Homepage des Instituts für Psychologie an der Online-Umfrage teilnehmen. Die Autoren der Studie erhoffen sich eine Teilnahme von rund 800 Personen. Die Vorarbeiten haben im Februar 2019 begonnen, die Online-Umfrage ist jetzt aufgeschaltet. Die Studienresultate sollen Ende 2019 vorliegen. Eine Bewilligung des Bundesamts für Gesundheit oder der Kantonalen Ethikkommission ist für die Durchführung dieser Studie nicht nötig.

Wissenschaftliche Forschung zu Cannabis-Konsum notwenig

Nach Ansicht der Berner Gemeinderätin sind Forschungsprojekte ein geeignetes Mittel, um wissenschaftlich fundierte Grundlagen zur gesetzlichen Regulierung von Cannabis zu erarbeiten. So wollten die Universität und die Stadt Bern gemeinsam eine Studie zum Verkauf von Cannabis in Apotheken durchführen. Diese wurde jedoch vom Bundesamt für Gesundheit mit dem Hinweis auf die fehlenden gesetzlichen Grundlagen abgelehnt. An seiner Sitzung vom 27. Februar 2019 überwies der Bundesrat nun die Botschaft zu Pilotversuchen mit Cannabis ans Parlament. „Ich begrüße es sehr, dass der Bundesrat die Arbeiten zum Experimentierartikel nun zügig weiterführt, damit neue Regulierungsmodelle erforscht werden können“, so Teuscher weiter. Wann die entsprechenden Debatten in National- und Ständerat stattfinden werden, ist noch offen.

Quelle: Universität Bern


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