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Medizin

07. November 2019 Typ-1-Diabetes bei Kindern: „Fr1da“-Studie verzeichnet 100.000 Studienteilnahmen

Das Institut für Diabetesforschung des Helmholtz Zentrums München hat im Rahmen der bayernweiten „Fr1da“-Studie zur Früherkennung von Typ-1-Diabetes nun 100.000 Studienteilnahmen verzeichnet. Außerdem wird die Studie unter dem Namen „Fr1da-plus“ auf eine zusätzliche Altersgruppe erweitert: Neben 2-5 Jahren alten Kindern können ab sofort auch 9- und 10-Jährige an der Studie teilnehmen.
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Basistext
Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. Die weltweit erste bevölkerungsweite Früherkennungsuntersuchung für Typ-1-Diabetes bei Kindern wird seit 2015 unter dem Namen „Fr1da – Typ-1-Diabetes: Früh erkennen – Früh gut behandeln“ in Bayern durchgeführt. Durch die Teilnahme an „Fr1da“ konnten bereits zahlreiche Kinder rechtzeitig diagnostiziert und vor dem Risiko einer lebensbedrohlichen Stoffwechselentgleisung bewahrt werden. Das kostenlose Screening erfolgt mithilfe eines einfachen Bluttests bei Kindern im Alter von 2-5 Jahren und jetzt auch von 9-10 Jahren unter der Studienfortsetzung mit dem Namen „Fr1da-plus“. Teilnehmer 100.000 ist der 2 Jahre alte Simon aus Ingolstadt.

Die Schirmherrin von „Fr1da“, Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betonte: „Die Fr1da-Studie ist ein Aushängeschild für die Gesundheitsforschung in Bayern. Ich freue mich sehr, dass bereits so viele Kinder von diesem einmaligen Angebot profitieren konnten und dass künftig noch mehr Familien Sicherheit erhalten werden. Mein Ziel ist es, Eltern stärker für die Zuckerkrankheit bei Kindern zu sensibilisieren. Bayernweit sind rund 4.500 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 20 Jahren von der chronischen Stoffwechselerkrankung Typ-1-Diabetes betroffen, die bislang nicht heilbar ist.“

Die überwiegende Mehrheit der Familien konnte nach dem Test aufatmen: kein Typ-1-Diabetes. Wenn bei der Untersuchung ein Frühstadium ausgeschlossen wird, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass die Erkrankung später noch auftritt.
„Typ-1-Diabetes betrifft jedes Jahr mehr Kinder und in den meisten Fällen werden die Familien von der Diagnose eiskalt überrascht. Besonders gravierend sind jene Fälle, die mit einer Ketoazidose ins Krankenhaus eingeliefert werden, weil die ersten Symptome unerkannt geblieben sind. Die Früherkennungsstudie ermöglicht die rechtzeitige Sensibilisierung und Schulung der Eltern und kann dadurch dazu beitragen, diesen teils lebensbedrohlichen Zustand zu vermeiden“, so Prof. Dr. Matthias Tschöp, Helmholtz Zentrum München.

Kinder, bei denen in der „Fr1da“-Studie ein Frühstadium des Typ-1-Diabetes diagnostiziert wurde, erhielten einen individuellen Vorsorgeplan. Die betroffenen Familien wurden persönlich informiert, geschult und beraten. Die Chance, von der Präventionsstudie „Fr1da-Insulin-Intervention“ zu profitieren, ergriffen 158 Familien. In der „Fr1da-Insulin-Interventions“-Studie wird versucht durch die orale Einnahme von Insulin das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder ganz zu stoppen.

„Unser Ziel ist es, das Fortschreiten der Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes durch die Behandlung mit oralem Insulin zu verzögern oder zu verhindern“, erklärt Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Helmholtz Zentrum München. „Denn wir haben es uns auf die Fahnen geschrieben, nicht nur früh diagnostizieren und behandeln zu wollen, sondern eine Möglichkeit der Prävention von Typ-1-Diabetes zu finden. Wir arbeiten für eine Welt ohne Typ-1-Diabetes.“

Der Augsburger Kinder- und Jugendarzt Dr. Martin Lang, Landesvorsitzender des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Bayern und Vorstandsmitglied von PaedNetz Bayern e.V., bestätigt: „Die Nachfrage zeigt uns, dass die Familien ein starkes Interesse daran haben, ihre Kinder auf ein frühes Stadium des Typ-1-Diabetes untersuchen zu lassen. Darum unterstützen ich und etwa die Hälfte aller bayerischen Kinderärzte die Früherkennung dieser chronischen Erkrankung. Wir sind froh, dass die Möglichkeit der frühen Diagnose mit „Fr1da-plus“ weiterhin gesichert ist.“

Die Typ-1-Diabetes-Früherkennung hilft die Erkrankung in einem frühen Stadium zu erkennen und somit gut zu behandeln. Lebensbedrohliche Überzuckerungen werden vermieden. Die Familien können frühzeitig geschult und bestmöglich betreut werden. Zudem ist die Teilnahme an innovativen Präventionsstudien möglich.

Quelle: Helmholtz Zentrum München


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