Montag, 6. April 2020
Navigation öffnen

Medizin

17. Februar 2020
Seite 1/2
Typ-2-Diabetes: Prävention, Früherkennung und Behandlung

Am 7. und 8. Februar 2020 fand in München zum 9. Mal die Fortbildungsveranstaltung „Innere Medizin fachübergreifend – Diabetologie grenzenlos“ statt. Experten aus unterschiedlichsten medizinischen Fachgebieten präsentierten und diskutierten die aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet der Diabetologie und den damit verbundenen Erkrankungen. Die 2 Tage im Hotel Hilton Munich Park boten wieder eine umfassende Fortbildungsmöglichkeit für die tägliche Patientenversorgung in Klinik und Praxis.
Anzeige:
Die alljährliche Pressekonferenz im Rahmen der Fortbildungsveranstaltung eröffnete Prof. Dr. med. Petra-Maria Schumm-Draeger, München, wissenschaftliche Leiterin des Kongresses, der vom Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI) ausgerichteten Veranstaltung. Erstmals hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) die Schirmherrschaft übernommen. „Das wesentliche Anliegen unserer inzwischen schon zur Tradition gewordenen Fortbildungsveranstaltung ist es, ausgehend vom Diabetes mellitus, Diagnostik und Therapie für erkrankte Menschen optimal zu gestalten, bzw. die Schnittstellen zu anderen Erkrankungen der Inneren Medizin und angrenzender Gebiete gebührend zu berücksichtigen. Dazu sind viele organisatorische und gesundheitspolitische Schritte von nicht zu unterschätzender Bedeutung, um der zunehmenden „Ökonomisierung der Medizin“ vorzubeugen. Für mich ist ganz entscheidend: Der Patient bleibt im Mittelpunkt aller Diagnostik und Behandlung“, so Schumm-Draeger.

Kontinuierlicher Anstieg Betroffener

Diabetes ist eine der am schnellsten wachsenden Gesundheitsherausforderungen des 21. Jahrhunderts. Trotz aller Anstrengungen steigt die Zahl der Menschen mit Typ-2-Diabetes seit Jahren bedauerlicherweise kontinuierlich an, die Zahlen sind alarmierend. Eine Erhebung der internationalen Diabetes-Federation (1) in 2019 hat ergeben, dass weltweit 463 Millionen Erwachsene an Diabetes leiden, die Hälfte davon weiß nicht, dass sie an Diabetes erkrankt ist. 136 Millionen sind über 65 Jahre, bis 2045 wird mit 276 Millionen gerechnet.

Prävention von Kardiovaskulären- und Nierenerkrankungen

Wie das breite Spektrum an Themen von „Innere Medizin fachübergreifend – Diabetologie grenzenlos“ präsentierte sich auch die Pressekonferenz. Schumm-Draeger erläuterte die Behandlungsstrategien 2020 bei Typ-2-Diabetes: „Die 2019 publizierten Leitlinien von ESC (European Society of Cardiology) und EASD (European Association for the Study of Diabetes) enthalten „What to do“ und „What not to do“-Empfehlungen zum Einsatz von Medikamenten mit neuartigen Wirkmechanismen (2). Mit diesen Behandlungsoptionen ist es erstmals möglich, bei frühzeitiger Diagnosestellung nicht nur die Stoffwechselkontrolle bei Diabetes zu stabilisieren, sondern sowohl kardio- als auch nephroprotektive Effekte der verordneten Medikamente zur Prävention von Kardiovaskulären- und Nierenerkrankungen zu nutzen“ (3, 4).

Gefahr der Chronischen Herzinsuffizienz deutlich erhöht

PD Dr. Wibke Hengstenberg, Oberärztin am Deutschen Herzzentrum, München, betonte die unterschätzte Gefahr einer Chronischen Herzinsuffizienz bei Diabetes-Typ-2, sie sei bei Diabetikern ca. 2-4-mal so hoch und würde auch schon in jüngerem Alter auftreten. Grundsätzlich gelten für Diabetiker mit Herzinsuffizienz die gleichen Behandlungsrichtlinien wie für Nicht-Diabetiker. Das Vorliegen eines Diabetes sollte also die Therapieentscheidungen nicht (negativ) beeinflussen, zumal einige antidiabetische Substanzen sich sehr günstig auf die Herzinsuffizienz auswirken, so Hengstenberg.

Senkung des LDL-Cholesterins

„Um das kardiovaskuläre Risiko zu minimieren, ist eine Senkung des LDL-Cholesterins ein integraler Bestandteil der Leitlinien-basierten Diabetestherapie“, erklärte Prof. Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Past Präsident und Kommission Fettstoffwechselstörungen der DDG (5). „Bei sehr hohem Risiko soll das LDL-Cholesterin idealerweise auf unter < 55 mg/dL und bei hohem unter < 70 mg/dL gesenkt werden. Zum Erreichen der Zielwerte steht eine Stufentherapie von Medikamenten zur Verfügung“.
 
Vorherige Seite

Das könnte Sie auch interessieren

Brauche ich ein Röntgen, CT oder MRT?

Brauche ich ein Röntgen, CT oder MRT?
© Syda Productions / Fotolia.com

Plötzlich auftretende Kreuzschmerzen sind oft belastend, schränken den Alltag ein und können beunruhigen: Möglicherweise steckt etwas Ernsthaftes dahinter? Häufig sind sie aber harmlos und bilden sich in kurzer Zeit wieder zurück. Ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung genügen meist. Finden sich dabei keine Hinweise auf eine gefährliche Ursache, ist ein Röntgen, CT oder MRT vorerst nicht nötig.

Was tun bei psychischem Druck durch Diabetes Typ 1

Was tun bei psychischem Druck durch Diabetes Typ 1
© interstid - stock.adobe.com

Zum Alltag von Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 gehören eine regelmäßige Medikamenteneinnahme beziehungsweise Insulingaben, die Kontrolle des Glukosespiegels und eine daran angepasste Ernährungsweise. Die Erkrankung erfordert an 365 Tagen im Jahr Aufmerksamkeit und Disziplin, um eine gute Stoffwechseleinstellung zu erreichen. Viele der mittlerweile mehr als 7 Millionen Betroffenen bewältigen dies erfolgreich und sind dabei genauso leistungsfähig wie Stoffwechselgesunde. Das ist auch modernen Technologien wie Insulinpumpen, Sensormesssystemen und dem...

Migräne: Wenn extreme Hitze zu Kopfschmerzen führt

Migräne: Wenn extreme Hitze zu Kopfschmerzen führt
© kuznetsov_konsta / Fotolia.com

Das Wetter in Deutschland wird immer wärmer und für viele erfüllt sich der langersehnte Traum vom „richtigen Sommer“. Heiße Tage und laue Nächte erfreuen aber nicht alle. Während die einen glücklich im Café sitzen und die Sonnenstrahlen in sich aufsaugen, ist bei Migräne-Betroffenen die Freude oft gedämpft. Ein starker Temperaturwechsel kann bedeuten, dass sich innerhalb kürzester Zeit ein Pochen und Ziehen in der Schläfengegend meldet und die nächste Migräneattacke ankündigt. Gutes Trigger-Management...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Typ-2-Diabetes: Prävention, Früherkennung und Behandlung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden