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Medizin

31. März 2020 Update Corona-Pandemie: Kontaktsperre, Testung, medizinisches Staatsexamen

Lockerung der Kontaktsperre, großflächige Testung in der Bundesrepublik und der Einsatz von Studenten in der medizinischen Versorgung: Ein Update zu den Entwicklungen der letzten Tage in der Corona-Pandemie.
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Fachinformation
Lockerung der Kontaktsperre nach Genesung

Für Menschen, die eine Corona-Ansteckung überwunden haben, sollte nach Auffassung der Bundesärztekammer die Kontaktsperre gelockert werden. Dafür wäre es gut, möglichst viele Bundesbürger auf Antikörper zu testen. „Alle, die immun sind, weil sie die Infektion schon hinter sich haben, könnten dann wieder zur Arbeit gehen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen“, sagte Ärztekammerpräsident Klaus Reinhardt. „Diese Menschen wären die ersten, die ins Normalleben entlassen werden könnten. Der große Vorteil ist ja: Sie sind weder gefährdet noch gefährden sie andere“.

Flächendeckende Testung nicht möglich

Für großflächige Coronavirus-Tests in der Bevölkerung sieht der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) momentan keine Möglichkeiten. „Die wünschenswerte 'flächendeckende' Testung ist derzeit illusorisch“, sagte der BDL-Vorsitzende Andreas Bobrowski. Die Testmaterialien wie Entnahmesets und Reagenzien für die Labore würden von Tag zu Tag knapper. Auch die Lieferzeiten der ebenfalls erforderlichen PCR-Geräte seien derzeit extrem lang. Bei PCR-Tests werden Abstriche aus Nase oder Rachen genommen und im Labor mit Hilfe dieser Geräte auf Viren-Erbgut untersucht.

Priorisierung der Tests

Tests müssten derzeit nach medizinischen Notwendigkeiten priorisiert werden, wozu das Robert-Koch-Institut Kriterien erarbeitet habe, sagte Bobrowski. Damit Hausärzte und Fachärzte weiterhin diese „wichtige medizinische Priorisierung“ durchführen und gezielt Hilfe leisten könnten, brauche es ausreichend Schutzkleidung und Atemschutzmasken für die Mediziner, sagte der BDL-Vorsitzende. Wer getestet wird, entscheiden im Moment Kliniken und Ärzte selbst. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) liegt die Kapazität in Deutschland zur Zeit bei rund 300.000-500.000 Tests pro Woche.

Keine Nutzung tiermedizinischer Labore

Die Idee, auch tiermedizinische Labore zu nutzen, lehnt der Laborärzteverband ab. „Tiermedizinische Labore haben keine Zulassung für die Untersuchung von humanpathogenen Proben. Es fehlt darüber hinaus das gesamte Know-how des Patientenmanagements und dem damit verbundenen Schutz der persönlichen Daten“, sagte Bobrowski. Maßnahmen zur Ausweitung der Tests sollten immer von den fachärztlichen Diagnostikern im Labor ausgehen, wie dies derzeit der Fall ist.

Verschiebung des 2. Staatsexamens

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat am Montag eine Verordnung unterzeichnet, die den Einsatz von Medizinstudenten als Helfer während der Corona-Pandemie erleichtern soll. Vorgesehen ist eine Verschiebung des eigentlich jetzt im April anstehenden 2. Staatsexamens auf den April 2021.
Studenten, die diesen zweiten der insgesamt 3 großen Prüfungsteile des Medizinstudiums normalerweise jetzt absolvieren würden, sollen stattdessen das Praktische Jahr (PJ) vorziehen. Das zweite Staatsexamen würde dann im Anschluss an das PJ stattfinden, vor dem dritten Staatsexamen. Beim PJ durchlaufen die Studentinnen und Studenten ein Jahr lang verschiedene Bereiche wie Chirurgie oder innere Medizin Spahn sagte: „Ich bin den Medizinstudierenden sehr dankbar, dass sie in dieser schwierigen Lage in der medizinischen Versorgung mit anpacken.“ Die Betroffenen müssten keine Nachteile für ihren Studienfortschritt hinnehmen. Es gebe keine Abstriche bei der Qualität der ärztlichen Ausbildung.
Die Bundesländer können laut Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums aber von diesem Plan auch abweichen und die Prüfungen wie geplant stattfinden lassen, wenn sie deren „ordnungsgemäße Durchführung unter den Bedingungen der epidemischen Lage sicherstellen können“.

Quelle: dpa


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