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Medizin

14. Oktober 2019 Virus-Hepatitis: Repräsentative deutsche Umfrage offenbart große Wissenslücken

Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter 2.065 Befragten ab 18 Jahren macht deutlich, dass in der deutschen Bevölkerung große Unwissenheit über Virus-Hepatitis herrscht. 51% der Befragten wussten nicht, wie man sich mit den verschiedenen Virus-Typen infizieren kann. Sogar 57% der Befragten kannten nicht ein einziges Symptom der Erkrankung. Die Frage nach den Folgen einer unbehandelten
Hepatitis-Infektion konnten 68% nicht beantworten. Zudem gab mehr als die Hälfte der Befragten (52%) an, noch nie auf eine Hepatitis-Infektion getestet worden zu sein.
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Diese Angaben stehen im Widerspruch zur aktuellen Infektionsrate: In Deutschland sind Schätzungen zufolge ca. 600.000 Menschen mit Viren der Typen Hepatitis B (HBV) oder C (HCV) infiziert (1). Der Großteil weiß allerdings nichts davon – allein bei Hepatitis C sind es ca. 65% der Betroffenen (2). „Während eine chronische Infektion mit dem Hepatitis B-Virus zumindest gut kontrollierbar ist, ist eine Hepatitis C-Infektion in den meisten Fällen sogar heilbar“, erläutert Prof. Dr. Christoph Sarrazin, Wiesbaden. „Gerade vor diesem Hintergrund ist es so wichtig, dass sich besonders Zugehörige zu Risikogruppen auf eine Hepatitis-Infektion testen lassen, um sich selbst und andere nicht unnötigen Gefahren auszusetzen.“

Motto des 20. Deutschen Lebertags: Jeder Tag ist Leber-Tag

Der 20. Deutsche Lebertag am 20. November 2019 weist mit dem diesjährigen Motto darauf hin, dass man an jedem Tag an die Gesundheit seiner Leber denken sollte. Dies setzt allerdings voraus, dass man um die Gesundheit seiner Leber weiß. Die weltweit hohe Dunkelziffer an nicht
diagnostizierten Hepatitis-Infizierten stellt somit ein hohes Risiko sowohl für Infizierte als auch für Nicht-Infizierte dar. Eine nicht erkannte Infektion mit Virus-Hepatitis kann zur Folge haben, dass die Erkrankung chronisch wird oder schwerwiegende Folgeerkrankungen entstehen.

Risiko für Zirrhose oder Leberkarzinom

Schätzungen zufolge entwickeln 20-30% aller chronisch HBV-Infizierten eine Zirrhose oder ein Leberkarzinom. Zudem sind 30% aller Fälle von Leberzirrhose sowie 53% aller Fälle von hepatozellulärem Karzinom auf eine chronische Infektion mit HBV zurückzuführen (3). Die Unwissenheit der Infizierten steigert außerdem das Risiko einer Übertragung auf Nicht-Infizierte, unter anderem auch von Schwangeren auf ihr Kind. Um die Hepatitis-Infektionen weltweit einzudämmen ist es daher essentiell, die noch unentdeckten Patienten zu finden, sie frühzeitig zu behandeln und einen chronischen Verlauf zu vermeiden sowie Neuinfektionen zu verhindern.

Ziel der WHO bis 2020: 30% aller HBV-infizierten Personen identifizieren

Abbotts Unterstützung im Kampf gegen Hepatitis Abbott unterstützt die Ziele der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Eindämmung von Hepatitis, sowohl durch die Entwicklung von Tests zur Erkennung der Viren als auch durch ein globales Programm, das neue Virusstämme identifiziert. Weltweit sollen bis 2020 30% aller HBV-infizierten Personen und bis 2030 90% aller HCV-infizierten Personen diagnostiziert sein (4). „Unser ‚Virus Hunters‘-Programm soll sicherstellen, dass unsere diagnostischen Tests immer auf dem neusten Stand sind“, erklärt Dr. med. Kay Brunner, Abbott. „Basis ist eine umfassende Sammlung von mehr als 70.000 Proben, die unter anderem Hepatitis- und HI-Virusstämme aus der ganzen Welt beinhalten. Wenn ein neuer Stamm entdeckt wird, sorgen unsere Wissenschaftler dafür, dass unsere Blut- und Diagnosetests ihn erkennen können. Denn wenn ein Virus nicht diagnostiziert werden kann, kann er nicht behandelt werden – so können Epidemien entstehen. Das versuchen wir mit unserem Programm zu verhindern.“ Weitere Informationen gibt es unter www.abbott.com/virushunters.

Weltweite Eindämmung geplant

Globale und nationale Strategien zur Eindämmung von Hepatitis Mit der UN-Agenda 2030 verfolgt die WHO das ehrgeizige Ziel Infektionen mit Hepatitis B und C bis 2030 weltweit einzudämmen und diese Gesundheitsbedrohung zu eliminieren (4). Damit dies gelingt, sind neben der Prävention vor allem eine rechtzeitige Diagnose mittels moderner und zuverlässiger Tests, eine zeitnahe Behandlung sowie eine Erhöhung der Impfraten notwendig. Daran angelehnt hat auch die deutsche Bundesregierung im April 2016 die Strategie zur Eindämmung von HIV, HBV und HCV sowie anderer sexuell übertragbarer Infektionen („BIS 2030 – Bedarfsorientiert, Integriert, Sektorübergreifend“) beschlossen (5).

Quelle: Abbott

Literatur:

(1) Deutsche Leberhilfe: https://www.leberhilfe.org/lebererkrankungen/hepatitis-b-hbv/ und https://www.leberhilfe.org/lebererkrankungen/hepatitis-c-hcv/; 26.08.2019.
(2) S3-Leitlinie „Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-C-Virus (HCV) -Infektion“. 2018. https://www.dgvs.de/wp-content/uploads/2018/07/Leitlinie-Hep-C-2018.pdf
(3) Robert Koch Institut. Epidemiologisches Bulletin, Nr. 29/2019. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2019/Ausgaben/29_19.pdf?__blob=publicationFile
(4) WHO. Combating hepatitis B and C to reach elimination by 2030. https://www.who.int/hepatitis/publications/hep-elimination-by-2030-brief/en/; 27.08.2019
(5) Bundesministerium für Gesundheit. Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C und anderen sexuell übertragbaren Infektionen. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Praevention/Broschueren/Strategie_BIS_2030_HIV_HEP_STI.pdf


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