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Medizin

31. Juli 2019 Wundinfektionen: Sorgfältige Behandlung von Bagatellverletzungen bei Fernreisen

Bagatellverletzungen auf Fernreisen sollten mit Sorgfalt behandelt werden. Durch Schürfwunden oder Insektenstiche eindringende Keime können besonders bei tropischem Klima rasant verlaufende Infektionen auslösen. Resistenzen nehmen dramatisch zu.
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Gefährliche Subtypen von Krankheitserregern

Zu den unangenehmen, teils gefährlichen Urlaubserfahrungen zählt die Infektion mit Krankheitserregern wie Staphylokokkus, Streptokokkus und Wasserkeimen. Zwar finden sich diese auch in europäischen Breitengraden, „doch handelt es sich in anderen Regionen der Erde meist um Subtypen oder -spezies dieser Keime, die im Kontakt mit Europäern eine andere Reaktion des Immunsystems hervorrufen“, sagt Dr. med. Axel Mechlin, Nürnberg. Dazu kommt, dass in manchen, vor allem asiatischen Ländern durch den massenhaften, schier planlosen Einsatz von Antibiotika in Landwirtschaft und Viehzucht dramatische Resistenzentwicklungen bis hin zu superresistenten Keimen zu beobachten sind.

Steigende Prävalenz

Auch bei gesunden Menschen lagern Keime auf der Haut, ohne dass dadurch Krankheitssymptome entstehen würden. Bei Fernreisen reichen kleinste Verletzungen, dem Übel seinen Weg zu bahnen. Eitrige Pyodermien, Wundrosen, Furunkel, Abszesse – Fernreisende, die mit solchen „Souvenirs“ in die Klinik kommen, sehen Mechlin und Kollegen besonders zwischen Mai und Oktober mehrmals pro Monat. Belastbare Zahlen gibt es nicht, aber „gefühlt“ hätten Wundinfekte durch Urlaubskeime in den letzten Jahren zugenommen, seit Fernreisen allgemein und „exotische“ Urlaubsländer wie Indien, Kambodscha, Indonesien oder Pakistan an Popularität gewonnen haben.

Schnellerer Verlauf bakterieller Hautinfektionen

Wird die schützende Hautbarriere durchbrochen, beispielsweise durch Insektenstiche oder Schürfverletzungen, verlaufen bakterielle Hautinfektionen mit Erregern, mit denen das Immunsystem keine Erfahrungen hat, zudem im subtropischen Klima, viel schneller. Gute medizinische Versorgung ist nicht unbedingt erreichbar. „Bagatellverletzungen sollte man auf Reisen nie unterschätzen“, rät Mechlin. Freilich werde niemand wegen eines aufgeschürften Knies eine Reise unterbrechen. Stattdessen aber bleibt womöglich die körperliche Aktivität hoch und Flüsse und Seen, in denen Keime lauern, werden zur Abkühlung nicht ausgelassen.
Was zu Hause kein Pflaster wert wäre, bedarf, so empfiehlt der Dermatologe, im Urlaub einiger Sorgfalt und einer vernünftigen Reiseapotheke: Desinfektionsmittel, eine antibiotische Salbe, Verbandsmaterial und Pflaster gehören in jedem Fall hinein. Wer zudem Hygienestandards einhält, auch kleine Blessuren ernst nimmt, desinfiziert, abpflastert und regelmäßig kontrolliert, kann hässlichen und schmerzenden Mitbringseln vorbeugen.

Quelle: Nürnberger Wundkongress


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