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Medizin
08. April 2021

Projekt zu Engpässen in der Medikamentenversorgung: Lücken in Apothekerschränken vermeiden

„Das ist leider momentan nicht lieferbar“, ist derzeit in vielen Apotheken zu hören. Die Coronapandemie gefährdet die Versorgung mit Medikamenten aller Art – von der Kochsalzlösung über Narkosemittel bis hin zum Krebstherapeutikum. Forschende der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Hertie School in Berlin analysieren Ursachen und Folgen dieser Lieferengpässe in einem neuen Projekt, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 355.000 Euro gefördert wird.
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Pandemie verschärft Engpässe

Arzneimittelknappheit besteht dann, wenn zumindest für eine begrenzte Zeit das Angebot die Nachfrage auf nationaler Ebene nicht decken kann. Bereits vor der COVID-19-Pandemie kam es in vielen Bereichen zu Engpässen. Doch zwischen März und Juni 2020 wurden in Deutschland zusätzliche 116 Präparate als knapp gemeldet – darunter auch Medikamente zur Behandlung von schweren Symptomen von COVID-19-Patienten.
 

Ursachenforschung und Vorbeugung

UDE-Professorin Katharina Blankart und Professor Mujaheed Shaikh von der Hertie School Berlin haben das Projekt „Ursachen und Konsequenzen von Arzneimittelknappheiten“ gemeinschaftlich eingeworben. Ihr Ziel ist es, ein Modell zu entwickeln, das hilft, Ursachen zu identifizieren und so Engpässen künftig schon früh entgegenwirken zu können. Dazu beziehen sie Erkenntnisse und Theorien aus der Ökonomie, dem Management und der Medizin ein. Im Gegensatz zu schon bestehenden Studien, die sich auf die USA konzentrieren, betrachten Blankart und Shaikh die Versorgung mit Medikamenten in Europa, insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Blankart konzentriert sich zunächst darauf, Daten zu Arzneimittelengpässen während der Pandemie zu sammeln und Ursachen auf nationaler Ebene zu identifizieren. „Anschließend werde ich analysieren, inwieweit sich diese Versorgungslücken auf die Gesundheit von Patientinnen und Patienten, aber auch auf deren Behandlungsqualität und -kosten ausgewirkt haben“, so die Gesundheitsökonomin. Ihr Berliner Kollege Shaikh vergleicht die globale Lieferkette für Medikamente mit dem Modell des DACH-Raumes: „Indem ich verschiedene Engpässe während der COVID-Krise aufzeige, ließe sich hier im Fall künftiger Pandemien frühzeitig eingreifen.“

Mit dem Projekt gehören UDE und Hertie School zu den ersten, die sich mittels strukturierter Datenerhebung aus gemeldeten Lieferengpässen und Sekundärdaten aus der Versorgung aus gesundheits(ökonomischer) Perspektive mit dem Thema beschäftigen. Es startet im August und wird zunächst für 2 Jahre gefördert.

Quelle: Universität Duisburg-Essen


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