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Medizin
14. April 2021

Typ-2-Diabetes im Alter: Therapie als Einzelfallentscheidung

Der Kasten mit Antidiabetika, die über verschiedene Wirkmechanismen den Blutzucker senken, ist gut gefüllt. Bei der Behandlung älterer Patienten mit Typ-2-Diabetes sind SGLT2-Inhibitoren eine gute Wahl. Vorrangiges Ziel der Therapie älterer Patienten mit Typ-2-Diabetes ist der Erhalt der Lebensqualität und das Vermeiden von Hypoglykämien. Der HbA1c-Wert spielt dagegen im höheren Alter für die Therapieentscheidung eine untergeordnete Rolle. Laut Professor Dr. Andreas Birkenfeld, Universitätsklinikum Tübingen, sollte die vermutete Lebenserwartung und die Funktionalität des alten Menschen bei der Wahl im Vordergrund stehen. Das bedeutet letztlich immer auch eine Einzelfallentscheidung.
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Laut Empfehlungen der S2k-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Alter“ sind SGLT2-Inhibitoren für ältere Typ-2-Diabetiker geeignet. Dabei sollte mit Dapagliflocin nicht jenseits des 75. Lebensjahrs begonnen werden. Mit Empagliflocin (Jardiance®) ist ein Beginn der Therapie bis zum 85. Lebensjahres möglich. Kardiovaskuläre Outcome-Studien zeigen unter SGLT2-Hemmern eine  Reduktion von Morbidität und Mortalität. Danach kann in der Altersklasse über 75 Jahre im Vergleich zu einer Gesamtpopulation die Zahl kardiovaskulärer Todesfälle reduziert werden. Auch akutes Nierenversagen ist seltener sowie das erstmalige  Auftreten einer Nierenerkrankung. Dem gegenüber stehen Nebenwirkungen wie Genital- und Harnwegsinfektionen sowie ein Volumenmangel. Hier gelte es abzuwägen. GLP-1-Rezeptoragonisten sieht Birkenfeld bei älteren Patienten mit Diabetes in Einzelfällen indiziert. Problematisch seien die bei den ohnehin oft fehlernährten älteren Menschen die gastrointestinalen Nebenwirkungen.
 

Auch an Lipide denken

Bei Typ-2-Diabetes nur den Blutzucker im Blick zu haben, greift allerdings zu kurz. Wichtig ist laut Univ.-Prof. Christine Espinola-Klein, Universitätsmedizin Mainz, ein multifaktorieller Therapieansatz unter Berücksichtigung der gesamten Risikokonstellation. Leider, so beklagte sie, erreichen viele Patienten die notwendigen Zielwerte im klinischen Alltag (noch) nicht.
Virtuelles Symposium „Herz und Diabetes“ im Rahmen der DGK-Frühjahrstagung , 8. April 2021, Boehringer Ingelheim und Lilly Allianz

Dr. Beate Fessler

Quelle: Virtuelles Symposium „Herz und Diabetes“ im Rahmen der DGK-Frühjahrstagung , 8. April 2021; Veranstalter: Boehringer Ingelheim und Lilly Allianz


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