Mittwoch, 19. Dezember 2018
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Aktuelle Infos für Ärzte

06. Dezember 2018

© Eisenhans / Fotolia.com
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25 Jahre Botulinumtoxin

Vor 25 Jahren wurde Botulinumtoxin Typ A zugelassen. Das Spektrum an Indikationen ist mittlerweile sehr breit, so ist es das einzige Botulinumtoxin-Typ-A-Präparat, das eine Zulassung für die Therapie der Chronischen Migräne sowie zur Behandlung der idiopathisch überaktiven Blase aufweist (1). „Die Injektion von Botulinumtoxin Typ A gilt als Therapie der ersten Wahl bei essentiellem Blepharospasmus“, sagt die Neuro-Ophthalmologin Prof. Dr. Bettina Wabbels beispielsweise über die Indikation Lidkrampf, für die BOTOX® als erstes zugelassen wurde.

Systemischer Lupus erythematodes: Ustekinumab verbessert Krankheitsaktivität

Eine randomisierte, Placebo-kontrollierte Cross-over-Phase-II-Studie bei Patienten mit aktivem systemischen Lupus erythematodes (SLE) zeigt (1): Fast 2 Drittel der Patienten unter Ustekinumab waren nach 48 Wochen Behandlungszeit ohne Krankheitsaktivität. Studienteilnehmer im Placeboarm wechselten nach 24 Wochen in den Verum-Arm. Bei ihnen stieg der Anteil ohne Krankheitsaktivität nach 48 Wochen auf über die Hälfte an.

© imagesetc / Fotolia.com
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Depression: Website für Betroffene geht online

Seit 3.12.2018 können Betroffene und Angehörige auf einer neuen Webseite in eigenen Beiträgen über ihre Erfahrungen mit Depression berichten und der Erkrankung so eine Stimme geben. Die Betroffenen können für die Website schriftliche Erfahrungsberichte oder Audio- und Video-Dateien einreichen. „Wir wollen einen offenen Umgang mit Depression fördern und so Verständnis wecken für die Erkrankung, die für Außenstehende oft schwer greifbar ist“, erklären die Initiatoren des Projekts Michaela Kirst und Axel Schmidt. Ergänzt werden die sehr persönlichen Einblicke durch kurze Experten-Videos. Diese enthalten die wichtigsten Informationen über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Depression. Auch Prominente machen sich auf der Website für die Aufklärung über Depressionen stark. Neben Entertainer Harald Schmidt kommen Moderatorin und Schauspielerin Nova Meierhenrich und Bloggerin Victoria van Violence zu Wort. „Die Website ist eine einzigartige Aufklärungs-Plattform über Depression. Es gibt nichts Vergleichbares im Internet“, betont der Filmemacher und Psychiater Axel Schmidt weiter.

Medizintechnik: Intelligente Knochenimplantate aus dem 3D-Drucker

Tumorerkrankungen, Infektionen oder schwere Frakturen können die operative Entfernung von Knochen und den Einsatz von Implantaten notwendig machen. Fraunhofer-Forscher haben jetzt in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Knochenimplantate aus einem speziellen Kunststoff mittels 3D-Druck äußerst passgenau, stabil und variabel herstellen lassen. Der Clou: Während des Druckprozesses werden die einzelnen Schichten mit einem kalten Plasmastrahl behandelt, um das Anwachsen von knochenbildenden Zellen an der Oberfläche zu unterstützen.

© Emi Cristea / Fotolia.com
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Diabetes: In Dresden entsteht bundesweit einzigartiges Zentrum für Forschung, Lehre und Therapie

Mit dem offiziellen ersten Spatenstich hat am 3. Dezember der Bau des neuen Zentrums für Metabolisch-Immunologische Erkrankungen und Therapietechnologien Sachsen der Medizinischen Fakultät an der Technischen Universität Dresden und des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus begonnen. In den kommenden Monaten entsteht an der Ecke Augsburger / Fiedlerstraße ein moderner Forschungsneubau, in dem Experten der Inneren Medizin, Endokrinologie, Immunologie, Chirurgie, Transplantationsmedizin, Zellbiologie und den Materialwissenschaften gemeinsam neue medizinische Ansätze entwickeln. Bund und Land unterstützen den Neubau, für den Investitionen über 35,5 Millionen Euro notwendig sind.

05. Dezember 2018

© Chinnapong / Fotolia.com
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Telemedizin: Mainzer Studie belegt hohe Qualität

Forschungen der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Mainz zeigen das Potential von Telemedizin als Alternative zum direkten, unmittelbaren Patientenkontakt. Die Ergebnisse der ersten, in Deutschland diesbezüglich publizierten Studie belegen, dass eine telemedizinische Beratung und Betreuung zu kinderchirurgischen Problemen mit sehr guten Ergebnissen bewerkstelligt werden kann – und zwar für das gesamte kinderchirurgische Behandlungsspektrum. Die Qualität der klinischen Datenübertragung ist so gut, dass die behandelnden Ärzte vielfach ohne Abstriche ihre Diagnostik durchführen und ihre kleinen Patienten sicher versorgen können. Somit bietet die telemedizinische Nachsorge nach dem Krankenhausaufenthalt eine kostengünstige und zeitsparende Alternative für Patienten und Personal der Kinderchirurgie. Die Studienergebnisse sind jüngst im Journal of Pediatric Surgery veröffentlicht.

Aktinische Keratose: Neue Studie zu Ingenolmebutat zeigt Zusatznutzen

Bereits 2013 hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einer frühen Nutzenbewertung untersucht, ob Ingenolmebutat Patientinnen und Patienten mit aktinischer Keratose einen höheren Nutzen bietet als die zweckmäßige Vergleichstherapie. Damals legte der Hersteller keine geeigneten Studiendaten vor, sodass das Fazit lauten musste: Zusatznutzen nicht belegt. Nun hat der Hersteller wegen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse eine erneute Bewertung beantragt.

© Antonioguillem Fotolia.com
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Zirkadiane Rhythmen: Ursachen und Krankheiten

Zirkadiane Rhythmen spielen in vielen Bereichen unseres Lebens – im Besonderen im Hinblick auf den Schlaf-Wach-Rhythmus – eine wichtige Rolle. Um die verschiedenen Formen und Ursachen von Schlafstörungen besser zu verstehen und schließlich auch wirksam behandeln zu können, ist die Erforschung des zirkadianen Systems und seiner biologischen Grundlagen, wie den Uhrengenen und dem melatoninergen System, von großer Bedeutung. Im Rahmen eines Symposiums diskutierten renommierte Experten die Relevanz zirkadianer Rhythmen in der Schlafmedizin und stellten Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Schlafstörungen von blinden und sehbehinderten Menschen sowie Zusammenhänge zwischen Schlaf und Demenz vor.

Multiple Sklerose und Migräne: Personalisierte Therapie erforderlich

Bereits zum 5. Mal infolge fand vom 23.-24. November die ärztliche Fortbildungsveranstaltung NEUROCLUSTER statt, die vom Unternehmen Teva ausgerichtet wurde. Jedes Jahr bietet das Pharmaunternehmen Experten aus verschiedenen Bereichen der Neurologie die Möglichkeit, sich mit Kollegen und Ärzten angrenzender Fachgebiete zu akuten und chronischen neurologischen Erkrankungen auszutauschen. Den Rahmen bilden die Fragen hinsichtlich Gemeinsamkeiten und Differenzen neurologischer Krankheitsbilder: Gibt es Komorbiditäten im Patientenmanagement bei Multipler Sklerose? Welche Herausforderungen stellen sich bei der Diagnose von Morbus Parkinson? Und was gibt es Neues in den Therapiestrategien gegen Kopfschmerzen und Migräne?

© Lobanov Dmitry Photography / Fotolia.com
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Diabetes mellitus: Gefahr der Lipohypertrophie

„Lipohypertrophien werden im Praxisalltag leicht übersehen. Dabei können sie mitunter eklatante Folgen habe“, weiß die Diabetesberaterin Elisabeth Schnellbächer, Birkenfeld. Diese Verdickungen im Unterhautfettgewebe führen zu einer schlechteren Resorption des Insulins, was wiederum eine ungenügende Blutzuckerkontrolle zur Folge haben kann. Auf einem von Berlin Chemie unterstützten Symposium auf der Herbsttagung der Diabetologen in Wiesbaden diskutierten Experten die möglichen unerwünschten Wirkungen von Lipohypertrophien (LHT) und wie sie vermieden werden können.

Transthyretin-assoziierte Amyloidose mit Kardiomyopathie: Breites Symptomspektrum erschwert frühe Diagnose

Amyloidosen bezeichnen eine Gruppe seltener Erkrankungen, die durch die Ablagerung von Amyloidfibrillen an unterschiedlichen Kompartimenten wie Nerven, Herz, Gastrointestinaltrakt, Nieren und Gehirn charakterisiert ist. Bei einer Transthyretin-assoziierten Amyloidose kommt es zu einer Destabilisierung des Transthyretin (TTR)-Proteins und zur Bildung von fehlgefalteten TTR-Proteinen, die zur Entstehung von Amyloidfibrillen führen. Am Herzen führen die Amyloid-Ablagerungen zu einer restriktiven Kardiomyopathie, die eine der führenden Todesursachen bei dieser Erkrankung darstellt (1).

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Klinikeinweisung wegen Herzschwäche: Welche Warnsignale müssen Betroffene kennen?

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 440.000 Patienten mit Herzschwäche in eine Klinik eingewiesen, weil bei ihnen ihr Herz entgleist ist. Damit zählt die Herzschwäche zu den häufigsten Anlässen für einen Krankenhausaufenthalt. „Ganz konkrete Warnsignale zeigen das Entgleisen des Herzens an. Für diese müssen Betroffene wachsam sein, insbesondere für Wassereinlagerungen im Körper, an den Knöcheln, den Unterschenkeln oder im Bauchraum. Diese sogenannten Ödeme sind leicht zu erkennen, wenn man sich täglich wiegt. Überschreitet die Gewichtszunahme zwei Kilo in drei Tagen, sollte man umgehend den Arzt oder eine Klinik aufsuchen“, rät der Herzspezialist Prof. Dr. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, in dem Experten-Ratgeber „Das schwache Herz“, den man kostenfrei unter www.herzstiftung.de/herzschwaeche-therapie (oder Tel. 069 955128400, E-Mail: bestellung@herzstiftung.de) anfordern kann. Auch bei zunehmender Kurzatmigkeit, wiederholtem Aufwachen wegen Atemnot, Bedarf an immer mehr Kissen um schlafen zu können, sollte man Arzt oder Klinik aufsuchen.

12. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) 34. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, pro Woche mindestens 2,5 Stunden an mäßig anstrengender Ausdaueraktivität sowie an mindestens zwei Tagen in der Woche muskelkräftigende Aktivitäten auszuführen. Laut Daten des Robert Koch-Instituts erreicht nur etwa ein Fünftel der Frauen (20,5%) und ein Viertel der Männer (24,7%) in Deutschland beide Empfehlungen. Mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung bewegt sich weniger als 2,5 Stunden pro Woche (1). Doch regelmäßige Bewegung schützt nicht nur vor Übergewicht und der Entstehung eines Typ-2-Diabetes, sondern senkt auch die Sterblichkeit und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Über die Bedeutung von körperlicher Aktivität in der Adipositas- und Diabetestherapie sprechen Experten auf der Kongress-Pressekonferenz im Rahmen der 12. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der 34. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG), die am Freitag, den 9. November 2018, in Wiesbaden stattfindet.

Internetbasierte Hilfe für Eltern in Bayern mit chronisch kranken Kindern

Rund 100.000 Kinder in Bayern sind von Asthma betroffen, so der aktuelle bayerische Kindergesundheitsbericht. "Das ist nicht nur für die Kleinen belastend, sondern auch für deren Familien", sagt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern. Mütter, Väter oder Geschwister kommen oft körperlich und psychisch an ihre Grenzen. Hinzu kommt, dass vier von fünf der betroffenen Eltern keine Angebote zur Familienentlastung kennen. "Wir möchten das ändern und mit dem Projekt 'Beratung von Eltern chronisch kranker Kinder im Internet - kurz BEcKI' digital niederschwellige Hilfe anbieten", so Bredl. Partner ist das Universitätsklinikum Ulm, das gemeinsam mit der TK die Kooperation ab sofort auf Bayern ausweitet.

Myome – Eine Ursache für unerfüllten Kinderwunsch

Myome sind die häufigsten gutartigen Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane: Es wird geschätzt, dass zwischen 20 und 40 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen sind. Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Jörg B. Engel und Dr. med. Eva Velten bietet das Myomzentrum am Krankenhaus Nordwest Betroffenen kompetente Beratung, modernste Diagnostik und zielgerichtete Behandlungsmöglichkeiten. Patientinnen, bei denen ein Myom der Grund für den unerfüllten Kinderwunsch ist, erhalten Unterstützung und Hilfestellungen.