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Aktuelle Infos für Ärzte

23. April 2012

Genauere Diagnose der Alzheimer-Erkrankung durch nuklearmedizinische Verfahren

Zunehmende Lebenserwartung und sinkende Geburtenraten haben in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland und anderen westlichen Industrienationen zu einer Umkehr der so genannten Alterspyramide geführt. Dementsprechend nimmt auch die Anzahl von Patienten mit Erkrankungen des hohen Lebensalters wie beispielsweise Demenzen beständig zu. Ursachen und Mechanismus der Alzheimer Erkrankung sind derzeit noch nicht vollständig geklärt. Mittels nuklearmedizinischer, bildgebender Diagnoseverfahren besteht aber nun die Chance, die diagnostischen Möglichkeiten zur Früh- und Frühsterkennung der Alzheimer Erkrankung deutlich zu verbessern.

Paul Schölmerich Preis für Innere Medizin 2012: Neueste Erkenntnisse zu Stammzellforschung und Bluthochdruck

Die Deutsch-Rumänische Akademie verleiht den mit 8000 Euro dotierten Paul Schölmerich Preis für Innere Medizin dieses Jahr an zwei Mediziner: Dr. med Sebastian Arnold vom Universitätsklinikum Freiburg hat einen Schlüsselfaktor identifiziert, um Herzmuskelzellen aus Stammzellen zu gewinnen. Vor allem die frühen Schritte der Entwicklung wurden bisher nur unzureichend verstanden. Dr. med. Philip Wenzel von der Medizinischen Klinik und Poliklinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz erhält den Preis für seine Forschung zur Entstehung von Bluthochdruck und den daraus folgenden Therapieempfehlungen. Die Preisverleihung findet im Rahmen des 118. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) in Wiesbaden statt.

Studie: Kardiale Magnetresonanz-Tomographie sagt Infarktrisiko voraus

Eine deutsche Studie zeigt, dass sich das individuelle Herzinfarkt-Risiko mittels kardialer Magnetresonanz-Tomographie zuverlässig voraussagen lässt. Bei Patienten mit unauffälligem Stress-MRT-Befund lag das Risiko eines kardialen Ereignisses bei nur 0,6 Prozent pro Jahr. Mit dieser Methode lässt sich auch sehr sicher sagen, welchen Patienten man zum Herzkatheter schicken muss und wer mit Medikamenten behandelt werden kann.

Blutdruck bei jedem zweiten Diabetiker zu hoch

Laut einer neuen Analyse des National Health Service für England ist die Anzahl der Diabetiker, die ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren, in den vergangenen Jahren bei rund 50 Prozent stehen geblieben. Experten von Diabetes UK riskieren die Patienten damit schädliche Komplikationen. Denn ein hoher Blutdruck erhöht die Wahrscheinlichkeit von Erkrankungen des Herzens, Nierenversagen oder eines Schlaganfalls. Laut Diabetes UK brauchen die Betroffenen mehr Unterstützung beim Umgang mit ihrer Krankheit.

20. April 2012

Vorhofflimmern-Update 2012: Wer profitiert von Dronedaron?

Vorhofflimmern (VHF) ist eine Erkrankung mit einem heterogenen Patientenbild: Dauer und Stadium der Erkrankung, Komorbiditäten und Alter sind zentrale Unterschiede und ausschlaggebend für die Therapiewahl. Im Rahmen der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie 2012 referierten und diskutierten Experten. Konsens der Referenten: Die gründliche Anamnese bildet die Grundlage für die Therapieentscheidung. Für den behandelnden Arzt bleibt die Aufgabe, die Daten aus klinischen Studien in den kardiologischen Alltag zu übersetzen. Dabei zeigt sich, dass der Einsatz von Dronedaron beim richtigen Patienten das Armamentarium im Kampf gegen Vorhofflimmern erweitert.

Diabetes: Magenbypass-Operation statt Insulin auch bei Normalgewichtigen?

Ein Magenbypass, der bei extremer Fettleibigkeit einen Gewichtsverlust erzwingt, kann Menschen mit Typ-2-Diabetes mellitus in drei Viertel der Fälle von ihrer Stoffwechselstörung befreien. Dieser Effekt hält einer aktuellen Studie zufolge zwei Jahre nach dem Eingriff an. Ob eine Operation auch weniger übergewichtigen Diabetikern hilft, auf Insulingaben zu verzichten, untersuchen derzeit Mediziner am Universitätsklinikum Heidelberg in einer klinischen Studie. Die Forscher interessiert dabei auch, ob die Operation außerdem die schädlichen Folgen des erhöhten Blutzuckers an Gefäßen oder Nerven verhindern kann.

Studie: Depressive Herzkranken fehlt das schützende Stresshormon Cortisol

Menschen mit koronarer Herzerkrankung (KHK) empfinden zwar unter Stress die Belastung deutlich, allerdings kommt es bei ihnen zu einer verminderten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, das auch eine entzündungshemmende Wirkung hat. Dieser "Hypocortisolismus" wird durch das Vorliegen einer chronischen Depression noch deutlich verstärkt. Er könnte ein direkter Hinweis auf eine möglicherweise gesteigerte Entzündungs- und Immunantwort bei diesen Patienten sein, die das Fortschreiten einer KHK begünstigen könnte, heißt es in einer deutschen Studie. Die Ergebnisse könnten zu einer Erklärung beitragen, warum KHK-Patienten häufiger an Depressionen leiden als Gesunde, und umgekehrt Depression mit dem Fortschreiten der KHK oder dem Auftreten neuer Infarktereignisse assoziiert sind.

Antibabypille bei Migränepatientinnen ohne Aura – kein gesteigertes Risiko für Schlaganfall oder Herzinfarkt!

Neurologen, Schmerztherapeuten und Kopfschmerzambulanzen berichten in letzter Zeit zunehmend von verunsicherten Patientinnen, denen eine orale Empfängnisverhütung (Kontrazeption) mit dem Hinweis verweigert wurde, sie seien Migränikerinnen. Hintergrund sind die Leitlinien „Medical eligibility criteria for contraceptive use“ der WHO und „Empfängnisverhütung“ der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) (momentan in Überarbeitung). Laut Leitlinien empfiehlt die WHO kombinierte hormonelle Kontrazeptiva in jeder Applikationsform bei Patientinnen mit einer Migräne ohne Aura (kurzdauernde neurologische Ausfälle vor den Kopfschmerzen) ab dem 35. Lebensjahr abzusetzen oder nur in Ausnahmefällenanzusetzen.

19. April 2012

Indikationserweiterung: Etoricoxib kann nun auch gegen Akutschmerz nach Zahnoperationen eingesetzt werden

Als 90-mg-Dosis kann Etoricoxib nun auch in der kurzzeitigen Behandlung (3 Tage) von mäßig starken operationsbedingten Zahnschmerzen eingesetzt werden. Die Zulassung basiert auf den positiven Daten einer klinischen Studie mit Zielparameter TOPAR6, die 90 mg Etoricoxib bei postoperativen Zahnschmerzen mit anderen Therapien verglich. Schmerzmodell war die Extraktion von Backenzähnen mit entsprechenden mittelschweren bis starken Schmerzen. In der analgetischen Gesamtwirkung (primärer Endpunkt) war Etoricoxib nach 6 Stunden wie auch in der Bewertung der Studienmedikation bzgl. der Schmerzlinderung durch den Patienten (sekundärer Endpunkt) gegenüber Placebo und einer Kombination aus Paracetamol/Codein signifikant überlegen. Im Vergleich mit der Höchstdosis von 2400 mg Ibuprofen über 24 Stunden erwies sich Etoricoxib als gleichwertig.

Masern-Impfschutz auch für Erwachsene sinnvoll

Eine Masern-Erkrankung kann zu schweren Komplikationen wie Bronchitis oder Lungenentzündung führen - auch bei Erwachsenen. Wer nach 1970 geboren und nicht oder nur einmal als Kind gegen Masern geimpft wurde, sollte das daher nachholen. Denn mit rund 1600 gemeldeten Erkrankungen hätten sich die Masern-Fälle im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt, erläutert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln anlässlich der Europäischen Impfwoche (21. bis 27. April).

Bestimmte Probiotika lindern respiratorische Infektionen und gastrointestinale Beschwerden

Der Darm des Menschen beherbergt mehr als 500 verschiedene bakterielle Spezies. Und diese darmassoziierte Mikrobiota erfüllt eine Reihe relevanter Funktionen. Dazu zählen neben der Unterstützung der Verdauung durch die Bereitstellung von enzymatischer Kapazität der Erhalt des darmspezifischen Milieus, die Neutralisation toxischer Stoffe sowie die Verdrängung pathogener Keime. Für die praktische Medizin ist derzeit gesichert, dass bestimmte Probiotika die Dauer von banalen Infektionen vor allem der oberen Atemwege abkürzen können. Darüber hinaus lassen sich gastrointestinale Beschwerden, die sich bei Patienten mit Reizdarmsyndrom manifestieren, mit Probiotika lindern.

IQWiG legt erste Nutzenbewertung für ein HIV-Therapeutikum vor: Zusatznutzen von Rilpivirin für die gesamte Zielpopulation bestätigt

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat heute die Nutzenbewertung für das Arzneimittel Edurant® (Wirkstoff: Rilpivirin) des Herstellers Janssen veröffentlicht und attestiert einen Zusatznutzen. Bei männlichen Patienten sei innerhalb der ersten 48 Wochen das virologische Ansprechen signifikant höher als unter Vergleichstherapie, und geschlechtsunabhängig zeige sich eine deutlich bessere neurologische Verträglichkeit. Rilpivirin gehört zur Substanzklasse der Nicht-Nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI) und ist zur einmal täglichen Behandlung in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln (ARVs) bei nicht vorbehandelten erwachsenen HIV-1-Patienten mit einer Viruslast ≤100.000 RNA Kopien/ml indiziert.

Myokarditis: MRT zeigt das Sterberisiko

Eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) kann rasch und problemlos ausheilen - oder tödlich enden. Derzeit ist die Abschätzung des individuellen Risikos anhand klinischer Parameter alles andere als sicher. Deutsche Forscher haben nun gezeigt, dass spezielle Veränderungen im MRT ("späte Gadolinium-Anreicherung") mit einem massiv erhöhten Sterbe-Risiko einhergehen. Damit kann bei Risiko-Patienten die Behandlung optimiert werden, andere brauchen sich keine Sorgen zu machen.

DGK 2012: Immer mehr Herzkranke – Deutsche Kardiologie macht sich Sorgen um Nachwuchs

Die Nachwuchssituation in der deutschen Herz-Medizin ist angespannt, warnt DGK-Präsident Prof. Georg Ertl, Peripherie-Krankenhäuser klagen bereits über Mangel. Wissenschaftliche Nachwuchsförderung als Basis für qualitätsvolle Versorgung zählt zu den zentralen Aufgaben der DGK. Nicht nur mit Stipendien und Preisen versucht man jungen Kardiologen die Forschung schmackhaft zu machen, eine eigene Arbeitsgruppe widmet sich auch der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Trotz aller Erfolge der modernen Kardiologie wird der Bedarf an herzmedizinischer Versorgung weiter steigen, weil wir immer älter werden. Jedes Jahr sterben weltweit 17 Millionen Menschen an Herz-Kreislauf-Krankheiten, nahezu die Hälfte aller Todesfälle in Europa gehen darauf zurück.

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Depression – verstecken ist kein Ausweg

Unter dem Titel „Depression – verstecken ist kein Ausweg“ macht das Freiburger Bündnis gegen Depression mit einer Kampagne auf sein Anliegen aufmerksam. Prof. Berger, Vorsitzender des Freiburger Bündnisses e.V. gegen Depression betont, dass depressive Störungen, obwohl sie zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland gehören, hinsichtlich ihrer Bedeutung noch immer stark unterschätzt werden. Dabei hat gerade erst eine weltweit durchgeführte Studie der WHO („Global burden of disease“) gezeigt: Depressionen sind eine der größten Volkskrankheiten.

Vitamin D-Mangel begünstigt Ausbildung von Osteoporose

Osteoporose ist eine Erkrankung des Skeletts, bei der die Knochen an Festigkeit verlieren und leichter brechen. Dann kann es schnell zu einem Knochenbruch kommen. Sehr oft betroffen sind der Oberschenkelhalsknochen oder die Arme. Eine Ursache für ein schwaches Knochengefüge kann Vitamin D-Mangel sein, wie Prof. Andreas Roth, Leiter des Bereichs Endoprothetik der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am UKL, anlässlich des Welt-Osteoporose-Tages am 20. Oktober erläutert. Doch auch ein Zuviel an Vitamin D kann zu Gefährdungen führen.

Plötzlicher Blutdruck-Anstieg: Wann den Notarzt (112) rufen?

Regelmäßiges Blutdruckmessen ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme, um die schwerwiegenden Folgen eines unbehandelten Bluthochdrucks wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche, Vorhofflimmern oder Nierenschädigung zu verhindern. Besonders problematisch ist es, wenn der Blutdruck plötzlich ansteigt und Werte in Ruhe z. B. von 190-200 mmHg (oberer Wert) oder mehr erreicht. Für Patienten entscheidend für das weitere Vorgehen in dieser beunruhigenden Situation ist, ob der hohe Blutdruck nur mit geringfügigen Missempfindungen wie Gesichtsröte, leichtem Kopfweh, Unruhegefühl, schnellerem Schwitzen unter Belastung auftritt und der Patient keine ernsten Beschwerden hat. Dann handelt es sich um eine Bluthochdruck-Krise.

"Vorsorge für den Ernstfall" - Verbraucherinformation der DKV

Ein schlimmer Unfall oder eine schwere Krankheit kann Menschen in eine Situation bringen, in der sie sich nicht mehr mit dem Arzt verständigen können. Dann hilft eine Patientenverfügung: Hier kann jeder festlegen, welche medizinische Versorgung er im Notfall wünscht – und welche nicht. Das Dokument entlastet auch die Angehörigen, die als Betreuer sonst Entscheidungen über lebenserhaltende Maßnahmen treffen müssten. Wie eine Patientenverfügung aussehen muss, damit sie gültig ist, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Er erklärt außerdem, wie die Verfasser sicherstellen können, dass Ärzte im Notfall von ihrer Patientenverfügung erfahren und wie sie das Dokument ändern können.

Fleisch und Milchprodukte günstig, raffinierte Kohlenhydrate schlecht

Eine Studie mit mehr als 218.000 Teilnehmern aus über 50 Ländern zeigt: Nicht nur Obst, Gemüse und Nüsse sind herzgesund und verlängern das Leben, sondern auch nicht-verarbeitetes Fleisch und Milchprodukte. Die konsumierte Menge raffinierter Kohlenhydrate sollte begrenzt werden. Diese Studienergebnisse dürfen allerdings nicht als Freibrief für exzessiven Konsum für Fleisch und fetten Käse gesehen werden, sondern als Plädoyer für eine ausgewogene Ernährung, sagen deutsche Kardiologen.