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Medizin

Juni 2012

Wieder laufen nach Rückenmarksverletzung

Einem ehemaligen Neurologen der Universität Zürich gelingt es, Ratten mit Rückenmarksverletzungen und schweren Lähmungen wieder zum Laufen zu bringen. Er zeigt, dass ein durchtrennter Abschnitt des Rückenmarks reaktiviert werden kann, wenn dessen inhärente Intelligenz und Regenerationsfähigkeit "aufgeweckt" werden. Die vor fünf Jahren an der Universität Zürich begonnene Studie dürfte unser Verständnis des Zentralnervensystems tief greifend verändern. Das beobachtete Nervenwachstum lässt auf neue Methoden...

Forscher beschreiben neue Methode zur Behandlung von Gesichtsfeldausfällen

Patienten mit einem halbseitig blinden Sehfeld profitieren davon, Schallreize auf der beeinträchtigten Seite zu hören. Nachdem sie eine Stunde lang passiv Tönen gelauscht hatten, verbesserte sich ihre Wahrnehmung von Lichtreizen in der blinden Sehfeldhälfte signifikant. Verantwortlich für diesen Effekt sind Nervenbahnen, die Informationen verschiedener Sinne gleichzeitig verarbeiten. „Wir haben damit einen völlig neuen Weg der Therapie beschritten“, sagt PD Dr. Jörg Lewald aus der RUB-Arbeitseinheit Kognitionspsychologie.

Zytometrische Multiplex-Assays: Intelligente Software erleichtert Datenauswertung

Multiplex-Assays erlauben die simultane Bestimmung einer Vielzahl von Proteinen in einem Versuchsansatz. Hierbei entstehen komplexe Datensätze, die in mehreren manuellen Einzelschritten ausgewertet werden müssen. Dabei unterstützt die neue Software-Version FlowCytomix Pro 3.0, eine Entwicklung von Fraunhofer FIT und eBioscience. Sie bietet für jeden Analyseschritt intelligente Vorschläge und leitet so den Benutzer einfach, nachvollziehbar und rasch durch die Analyse komplexer Experimente hin zu übersichtlichen Ergebnisreports.

Altersabhängige Infektion: Kinder unter fünf Jahren besonders empfindlich gegenüber Rotaviren

Kinder unter fünf Jahren sind gegenüber Durchfall-verursachenden Rotaviren empfindlicher als ältere Menschen. Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun herausgefunden, warum eine Infektion mit diesen Viren vom Alter abhängt: Die Darmschleimhaut produziert nach der Geburt nur sehr wenig Toll-like Rezeptor (TLR) 3 – eine Struktur des sogenannten angeborenen Immunsystems, die das Virus-Genom erkennt und die Immunabwehr stimuliert. Bei Älteren gibt es hingegen mehr TLR3. Wahrscheinlich kann sich der erwachsene Körper deshalb besser gegen die Infektion wehren. Das Team um...

Initiative zur Optimierung der Versorgung von Fragilitätsfrakturen in Europa

Rund 115.000 Schenkelhalsbrüche aufgrund von Osteoporose gibt es jährlich allein in Deutschland, europaweit sind es rund 600.000. Zur Optimierung ihrer Versorgung arbeiten Orthopäden und Rheumatologen nun auf europäischer Ebene zusammen. Auf dem aktuellen Europäischen Orthopädiekongress (EFORT) in Berlin stellen Experten interdisziplinäre Strategien zur besseren Behandlung der Begleiterkrankungen dieser Patienten sowie zur verbesserten Nachsorge und der Prävention weiterer Brüche vor.

Mai 2012

Akustische CR-Neuromodulation: Überzeugend in Studien und in der Praxis

„Die Akustische CR®-Neuromodulation ist ein riesiger Fortschritt in der Tinnitus-Therapie und bietet Patienten mit chronisch subjektivem Tinnitus gute Chancen auf eine substanzielle Verbesserung ihrer Symptomatik“, so das Resümee von Universitäts-Professor Dr. Kai Helling, Leitender Arzt der Römerwallklinik, Fachklinik für HNO-Erkrankungen in Mainz, im Rahmen eines Expertengesprächs. Die Therapie bewährt sich bereits seit mehr als zwei Jahren in der klinischen Praxis und hat überzeugende Studienergebnisse gezeigt (1). Eine...

Diabetogene Polyneuropathie erfordert effektive Schmerztherapie

Zu den schwerwiegenden Folgen des Diabetes mellitus zählt neben den kardiovaskulären Komplikationen auch die Polyneuropathie, die eine deutliche Einbuße an Lebensqualität nach sich zieht. Da mit einer Monotherapie nur etwa der Hälfte der Patienten zu helfen ist, ist praktisch immer eine Kombinationsbehandlung erforderlich. Sie soll nicht nur die Schmerzen effektiv bekämpfen, sondern darüber hinaus eine Verbesserung der Funktionalität, der Schlafqualität und der Lebensqualität insgesamt bewirken. Eine wichtige Rolle spielen dabei Substanzen wie Pregabalin, das seit 2006 auch zur Therapie...

Fixkombination Linagliptin/Metformin für die Zulassung zur Behandlung des Typ-2-Diabetes in Europa empfohlen

Boehringer Ingelheim und Eli Lilly and Company haben eine positive Empfehlung zur EU-weiten Zulassung für die Kombination des DPP-4-Inhibitors Linagliptin* mit Metforminhydrochlorid (Metformin-HCl) in einer Tablette erhalten. Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) empfiehlt die Zulassung der Fixkombination in Verbindung mit einer Diät und Bewegung zur Verbesserung der Blutzuckereinstellung bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes, wenn diese durch die maximal verträgliche Dosis Metformin allein unzureichend eingestellt sind, oder bei Erwachsenen, die...

Vermindertes Schmerzempfinden durch mentale Ablenkung: Beteiligung eines Mechanismus im Rückenmark

Ablenkung kann das Schmerzempfinden schwächen – dieses Phänomen ist seit langem bekannt. Wissenschaftler des Instituts für Systemische Neurowissenschaften am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) können jetzt durch eine Studie belegen, dass dies kein rein psychologischer Vorgang ist, sondern auf einem Mechanismus basiert, der bereits auf Rückenmarksniveau einsetzt. Die Ergebnisse ihrer Arbeit wurden im renommierten Wissenschaftsjournal „Current Biology“ veröffentlicht.

Bundesweiter Start der BILANZ-Studie: Wie sicher ist die Langzeittherapie der Osteoporose?

Knochenbrüche können bei älteren Menschen zu erheblichen Einschränkungen im Alltag führen, bis hin zum vollständigen Verlust der Selbständigkeit. Häufige ist Osteoporose die Ursache für diese Leiden. Die meisten Osteoporose-Medikamente schützen vor Knochenbrüchen, in dem sie den Umbau des Knochens verlangsamen und die Knochenarchitektur stärken. Doch in wie weit diese Therapeutika auch eine effiziente Wirkung über Jahre haben, ist bisher nur unzureichend belegt. Aufschluss über die Langzeitwirkung von Osteoporose-Medikamenten soll jetzt die vom Bundesministerium für Forschung und...

BDRh-Kongress 2012: RA-Therapie im gesundheitsökonomischen Spannungsfeld

Beim Pressegespräch der UCB Pharma GmbH im Rahmen des 7. Kongresses des Berufsverbandes Deutscher Rheumatologen (BDRh) Ende April 2012 in Berlin diskutierten Vertreter von Gesundheitsökonomie und Rheumatologie miteinander über die optimale Therapie der Rheumatoiden Arthritis (RA). Einen Konsens fanden die Referenten darin, dass ein möglichst rascher Krankheitsrückgang sowohl aus individueller Patientenperspektive als auch aus volkswirtschaftlicher Sicht oberstes Therapiegebot sein sollte. Einigkeit bestand zudem darin, dass der Faktor Zeit – insbesondere der Zeitraum 12 Wochen – in der...

Juniorakademie und Promotionsstipendien für junge Schmerzforscher

Junge Schmerzforscher haben auch in diesem Jahr die Chance auf Unterstützung ihrer Arbeit durch die Deutsche Schmerzgesellschaft: Vom 15. bis zum 18. Juli findet zum fünften Mal die Juniorakademie statt, bei der Nachwuchsforscher ihre geplanten oder bereits begonnen Projekte diskutieren und sich vernetzen. Wer sich in seiner Dissertation mit dem Thema Schmerz befasst, kann sich bis 31. Juli 2012 um eines von drei Promotionsstipendien in Höhe von 4000 Euro bewerben. „Wir sehen die Nachwuchsförderung als Investition in eine bessere Versorgung von Schmerzpatienten“, unterstreicht Dr. Walter...

Alzheimer: Molekulares Verständnis der Synapsenschädigung erweitert

Innovative Forschung zu den Ursachen der Alzheimer-Erkrankung ist von herausragender Bedeutung, da die Zahl der Patienten mit Alzheimer Demenz auch weiterhin drastisch zunehmen wird. Um bisher fehlende wirksame Therapien möglichst bald entwickeln zu können, ist ein grundlegendes Verständnis der bei dieser Erkrankung ablaufenden pathophysiologischen Prozesse dringend erforderlich. Düsseldorfer Neurowissenschaftler des Instituts für Neuro- und Sinnesphysiologie haben nun in Zusammenarbeit mit dem Institut für Neuropathologie das molekulare Verständnis der Synapsenschädigung bei Alzheimer...

Mobilität von Tumorzellen mittels Lamellipodien

Lebende Zellen haben keine Beine und Füße, sind aber trotzdem erstaunlich beweglich. So verfolgen zum Beispiel Fresszellen des Immunsystems Erreger und beseitigen die Eindringlinge. Doch auch Krebszellen können mobil werden – quasi als Voraussetzung für die Bildung von Metastasen. Wissenschaftler unter Federführung der Universität Bonn haben einen wichtigen molekularen Mechanismus entschlüsselt, der für die Mobilität von Tumorzellen mitverantwortlich ist. Die Ergebnisse werden nun im Journal „Current Biology“ vorgestellt.

Notfall Angioödem und andere Atemwegskomplikationen

Lebensbedrohliche oder häufige Komplikationen im HNO-Bereich können Erstmanifestationen seltener Erkrankungen sein. HNO-Ärzte sollten diese Komplikationen kennen, um die richtigen Maßnahmen einleiten zu können, wie im Rahmen eines Lunch-Symposiums der Shire Deutschland GmbH beim HNO-Kongress in Mainz diskutiert wurde. Bei akuten Angioödemen im Kopf-Hals-Bereich ist es wichtig, zwischen allergischen und nicht-allergischen Ödemen zu differenzieren. Das nicht-allergische hereditäre Angioödem (HAE) kann mit dem Bradykinin-B2-Rezeptor-Antagonisten Icatibant behandelt werden. Häufige...

Pharmaforschung eröffnet neue Chancen für Patienten mit Multipler Sklerose

"Bessere Hilfe gegen MS, die Multiple Sklerose - das haben sich forschende Pharma-Firmen vorgenommen. Sie sind dabei, dieses Ziel gleich auf mehrfache Weise zu erreichen. Die neuen Medikamente sind wirksamer, teilweise auch einfacher anzuwenden als die bisherigen. Eine Hilfe für viele Betroffene!" So äußerte sich Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa), heute in Berlin mit Blick auf den Welt-MS-Tag am 30. Mai. "Nachdem 2011 bereits drei neue Medikamente gegen MS herauskamen, sind derzeit zwei weitere im Zulassungsverfahren."

Welt-MS-Tag: Fehldiagnosen bei Multipler Sklerose verhindern

Trotz guter Diagnosekriterien erkennen Ärzte in Deutschland Multiple Sklerose (MS) erst drei bis vier Jahre nach Auftreten der ersten Anzeichen. Denn die Symptome der Erkrankung des zentralen Nervensystems ähneln vor allem zu Beginn wegen ihrer häufig nur kurzzeitigen Präsenz einer Vielzahl anderer Krankheiten, die meist als banal eingeordnet werden. Um die Diagnose gleich zu Beginn der Erkrankung abzusichern, rät die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) anlässlich des Welt-Multiple-Sklerose-Tages sogenannte evozierte Potentiale (EP) zu...

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