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Medizin

August 2012

Interdisziplinäres HIV-Zentrum in München gegründet

Für HIV-positive Patienten haben sich die Behandlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren erheblich verbessert, in der Folge ist die Lebenserwartung HIV-positiver Menschen stetig gestiegen. Hierdurch nahm die Komplexität der Diagnostik und Therapie der HIV-Infektion sowie bestehender Begleiterkrankungen zu. Um den veränderten Bedingungen adäquat begegnen zu können, haben mehrere Einrichtungen des Klinikums rechts der Isar der TU München gemeinsam das Interdisziplinäre HIV-Zentrum am Klinikum rechts der Isar, kurz IZAR, gegründet.

Weitere Genorte für Lippen-Kiefer-Gaumenspalte entdeckt

Wissenschaftler der Universität Bonn haben entdeckt, dass bestimmte Genregionen auf den Chromosomen 1, 2, 3, 8, 13 und 15 mit der Ausbildung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zusammenhängen. Damit ist die Forschung einen großen Schritt vorangekommen, den Zusammenhang zwischen Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Erbgut und Umwelt besser zu verstehen. Die Ergebnisse sind nun in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Nature Genetics“ erschienen.

Brokkoli & Co.: Senföle als chemische Keule gegen Schädlinge

Wenn Raupen oder andere Insekten an glucosinolathaltigen Pflanzen wie Brokkoli fressen, kommen die Glucosinolate in Kontakt mit dem Enzym Myrosinase. Dieses setzt die Senföle frei, die dann die hungrigen Insekten vertreiben. Mit Senfölen wehren Brokkoli und andere Pflanzen Schädlinge ab. Zudem sollen diese Naturstoffe vorbeugend gegen Krebs wirken. Ein deutsch-dänisches Team präsentiert nun in „Nature“ neue pflanzenwissenschaftliche Erkenntnisse über Senföle – mit interessanten Perspektiven für die Agrarwirtschaft.

Gesünder leben: Jacobs University erforscht Strategien zur Verbesserung des Lebensstils

Ab sofort suchen Wissenschaftler der Jacobs University Teilnehmer für eine Online-Befragung zu Gesundheitsverhaltensweisen. Untersucht werden dabei verschiedene Aspekte, wie zum Beispiel Motivation, Erwartungen und Planung, die den Aufbau eines gesunden Lebensstils fördern oder auch behindern können. Dabei kann jeder für sich selbst prüfen, wie Absichten und Vorbereitungen aussehen und was es vielleicht noch zu verbessern gilt. Alle Angaben werden vertraulich behandelt und nur für Forschungszwecke verwendet.

Akutes Leberversagen: ARC-Protein verhindert bei Mäusen Absterben der Leberzellen

Akutes Leberversagen ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, bei der in kurzer Zeit massiv Leberzellen zugrunde gehen. Es gibt nur wenige Therapiemöglichkeiten, vor allem wenn das Leberversagen schon weit fortgeschritten ist. Als letzter Ausweg gilt dann eine Lebertransplantation. Jetzt haben der Mediziner Dr. Junfeng An vom Max-Delbrück-Centrum (MDC) Berlin-Buch und der Kardiologe Dr. Stefan Donath (MDC und Helios Klinikum Berlin-Buch) mit Mäusen einen neuen Therapieansatz entwickelt, bei dem die Tiere vollständig genesen (Hepatology, doi:101002/hep.25697; Vol....

Naturstoffe blockieren Bakterien-Wachstum

Ein internationales Forscherteam beschreibt in der renommierten Fachzeitschrift Science, wie eine Gruppe von Naturstoffen die Vermehrung von Bakterien stoppt. Die am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) entdeckten Substanzen blockieren in der Bakterienzelle das Enzym RNA-Polymerase, das für das Ablesen der Erbsubstanz zuständig ist. Mit hoch empfindlichen Analysemethoden konnten die Wissenschaftler zeigen: Die Wirkstoffe greifen dabei an einer anderen Stelle des Enzmys an als bisher beschriebene Antibiotika. Sie könnten deshalb für die Entwicklung...

Macht der Gewohnheit: Stresshormone schalten Hirnregionen für zielgerichtetes Verhalten aus

Warum gestresste Personen eher in Gewohnheiten verfallen, als sich zielgerichtet zu verhalten, haben Kognitionspsychologen der Ruhr-Universität gemeinsam mit Kollegen des Uniklinikums Bergmannsheil herausgefunden. Das Team ahmte mit Medikamenten eine Stresssituation im Körper nach. Dann untersuchten sie mit der funktionellen Kernspintomografie die Hirnaktivität. In der Zeitschrift Journal of Neuroscience berichten die Forscher, dass das Zusammenspiel der Stresshormone Cortisol und Noradrenalin die Aktivität der Hirnregionen für zielgerichtetes Verhalten...

G-BA bestätigt Zusatznutzen von Ipilimumab beim malignen Melanom

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 2. August 2012 einen „Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen“ für Ipilimumab (YERVOY®), die erste zugelassene Substanz aus der innovativen immunonkologischen Pipeline von Bristol-Myers Squibb, beschlossen. Dieser Beschluss basiert auf dem statistisch signifikanten Überlebensvorteil gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Best Supportive Care) und wurde auf fünf Jahre befristet. Im Juli 2011 hatte Ipilimumab von der Europäischen Kommission die...

BfR: Trendgetränk Bubble Tea Gesundheitsrisiko für Kleinkinder

Bubble Tea hat sich zu einem Trendgetränk entwickelt, das vor allem bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt ist. Das bunte Getränk besteht aus gesüßtem grünen oder schwarzen Tee und wird mit Milch und Fruchtsirup versetzt. Als Besonderheit werden dem Getränk Kügelchen (Bubbles) aus Stärke zugesetzt, die mit einer süßen Flüssigkeit gefüllt sind. Bubble Tea wird mit einem breiten Strohhalm getrunken, durch den auch die Bubbles in den Mund gesaugt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin,...

Typ-2-Diabetes: Mehr Hypoglykämien, schon wenn eine Dosis eines Basalinsulins ausgelassen wird

Jeder vierte Mensch mit Typ-2-Diabetes hat in den letzten 30 Tagen eine Dosis seines langwirksamen Basalinsulins ausgelassen bzw. sich dieses nicht korrekt verabreicht – so das Ergebnis von GAPP2™ (Global Attitudes of Patients and Physicians), einer Befragung von Patienten und Ärzten, die im Rahmen der 72. Jahrestagung der American Diabetes Association (ADA) in Philadelphia, Pennsylvania, USA, vorgestellt wurde. Die Untersuchung hat darüber hinaus gezeigt, dass Patienten, die eine Dosis ihres Basalinsulins ausgelassen hatten, besonders häufig von einer ...

Hepatitis C: Telaprevir-basierte Triple-Therapie unter Praxisbedingungen

Die Triple-Therapie der chronischen Hepatitis C Genotyp 1 mit dem direkt antiviral wirksamen Proteaseinhibitor Telaprevir, Peginterferon alfa (P) und Ribavirin (R) ist auch unter Alltagsbedingungen deutlich wirksamer als die früher übliche duale Therapie mit PR. Das geht aus Interimsdaten einer Tübinger Studie hervor, die kürzlich präsentiert wurden (1), und es gilt selbst für die schwer behandelbare Gruppe der früheren Patienten mit Leberzirrhose, bei denen die Vortherapie versagt hat (2). Allerdings erfordert das Management der Nebenwirkungen Sorgfalt...

Studie belegt Lücken in der Versorgung junger Schmerzpatienten in Deutschland

Viele (Um)Wege führen zum Spezialisten: Mit bis zu 28 Ärzten hatten Kinder und Jugendliche mit chronischen Schmerzen Kontakt, bevor sie eine spezialisierte Behandlung erhalten. Und: Viele der jugendlichen Patienten nehmen Schmerzmedikamente ein, obwohl diese aus ärztlicher Sicht nicht zu empfehlen sind. Diese Ergebnisse der neuen Studie des Deutschen Kinderschmerzzentrums (DKSZ) werfen kein gutes Licht auf die Versorgung junger Schmerzpatienten in Deutschland.

Kleinhirn: Gliazellen nicht nur Stützfunktion

Lange ging die Wissenschaft davon aus, dass im Gehirn nur die Nervenzellen an der Informationsübertragung beteiligt sind. Andere Zellen, die Gliazellen, sah man lediglich als Stützzellen an. Erstmals konnten Wissenschaftler um Professor Frank Kirchhoff und Aiman Saab von der Saar-Uni jetzt zeigen, dass die sogenannten Bergmann Gliazellen sehr wohl an physiologischen Verarbeitungsprozessen des Kleinhirns beteiligt sind. Unter Leitung der Homburger Forscher identifizierte ein Spezialistenteam die einzelnen Reaktionsschritte von ausgewählten Genen bis zum...

Erste evidenz- und konsensbasierte Leitlinie zu Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen

Fünf Jahre lang arbeiteten Psychiater, Psychotherapeuten, Fachgesellschaften sowie Patienten- und Angehörigenvertreter eng zusammen, um eine wissenschaftlich fundierte wie auch allgemein akzeptierte Leitlinie zur Diagnose und Behandlung sogenannter bipolarer (ehemals manisch-depressive) Erkrankungen zu schaffen. Verantwortlich für die Koordination und einen großen Teil der wissenschaftlichen Arbeit war die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden. Im Mittelpunkt des 500-seitigen Werks stehen...

Tabakpflanzen ermöglichen Impfschutz gegen HIV

RWTH-Professor Rainer Fischer, Inhaber des Lehrstuhls für Molekulare Biotechnologie der RWTH und Leiter des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie, führt aus: „Schutz vor einer Ansteckung gegen den Erreger bieten Stoffe wie etwa der neutralisierende Antikörper 2G12. Er bindet ein bestimmtes virales Eiweiß, das Protein gp120, an die Oberfläche des Virus, so dass der Erreger nicht mehr an die Immunzellen andocken kann. Diese Antikörper werden bislang in tierischen Zellkulturen hergestellt. Der Prozess ist...

Rolle von Stammzellen nach Herzinfarkt im Mausmodell geklärt

Kommt es zum Herzinfarkt, wird die Blutzufuhr ins Gewebe teilweise unterbrochen, unterversorgte Bereiche sterben ab. Welche Rolle Stammzellen bei dem Heilungsprozess nach einem Infarkt spielen, war lange umstritten. Die Antwort: Es kommt darauf an! Am Beispiel von Mäuseherzen haben Forscher der Universität Bonn und der renommierten Cornell Universität in Ithaca, New York/USA, jetzt gezeigt, dass im ausgewachsenen Mausherz keine neuen Herzmuskelzellen mehr entstehen – im Gegensatz zum Herz neugeborener Mäuse, bei denen das sehr wohl funktioniert.

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